Staffel-Lauf:

Breaking (good) news zu Breaking Bad: Im Februar 2015 wird es eine limitierte sechsteilige Blu-Ray-Steelbox-Edition aller Breaking-Bad-Staffeln geben. Die Auflage limitiert (wie alles kleiner unendlich) – die Aufmachung illuminiert. Und zwar von Ralph Steadman, seines Zeich(n)ens britischer Illustrator, Karikaturist und Cartoonist. Oder kürzer: Gonzo-Artist.

Exkurs für Superinteressierte: Dieser Titel stammt aus einer Zeit, da Steadman das Buch „Fear and Loathing in Las Vegas“ illustrierte, mit dessen Autor Hunter S. Thompson er befreundet war. In besagtem Buch (Ja, is` ja gut – gibt`s auch als Film …) taucht ein gewisser „Dr. Gonzo“ auf. Inspiration hierfür war Oscar Zeta Acosta, mit dem zusammen Thompson mehrmals nach Las Vegas reiste, bevor er seinen auf diesen Reisen basierenden Schlüsselroman schrieb. Anders als in der Fiktion war in der Realität aber nicht Acosta sondern Thompson selbst Dr. Gonzo / Ober-Gonzo / Index-Gonzo. Zumindest war er es, auf dessen Wirken der Gonzo-Journalismus zurückgeht, einer seiner Zeit völlig neue journalistische Form (sieht Gonzo aus, als hätten auch wir SLEAZEls Ihnen zu danken, Mr. Thompson!).

Während der reale Dr. Gonzo also schon eines hatte, gab Ralph Steadmen dem fiktiven Fear-and-Loathing-in-Las-Vegas-Protagonisten seines. Und Gesichter gab Steadman jetzt eben auch den sechs Breaking-Bad-Heads Walter White, Jesse Pinkmann, Saul Goodman, Gus „The Chicken Man“ Fring, Mike Ehrenmanntraut und Hank Schrader. Jeder dieser von Steadman illustrierten Charaktere wird jeweils ein Staffel-Cover zieren. Wer schauen will, welche der Editionen bereits ausverkauft sind oder sich persönlich mit darum bemühen, dass sie es alsbald sein werden, kann das ganz intensiv exklusiv hier.

ralph steadman_breaking bad_illustrationen

                        Illustrationen: Ralph Steadman

Buchstabhochsprung:

… mag sein, dass dem einen oder der anderen jedes Mal, wenn von einem „Mike/Mic“ die Rede ist, ganz selbstverständlich Deichkind einfällt. Passiert. Dinge passieren eben.
Wie mit vermutlich den meisten Mikes hat Deichkind auch mit dem Open Mike erstmal nichts zu tun. Könnten sie aber, würden sie die Teilnahmebedingungen erfüllen, hätten einen Wettbewerbstext eingereicht und wäre dieser von der Jury ausgewählt und sie eingeladen worden, am Finale des inzwischen 22. Open Mike teilzunehmen.

Open Mike 2014

Hätte hätte Fahrradkette. Fakt ist: Deichkind sind nicht dabei. Ebenso Fakt ist: Macht nichts.

Denn auch ohne sie (und viele andere) kann ganz vorzüglich unterhalten werden. Die 22 Finalisten des wichtigsten deutschen Wettbewerbes junger Prosa und Lyrik jedenfalls werden alles geben, Publikum und Jury für sich und ihren Text zu begeistern. Jeweils 15 Minuten haben sie dafür Zeit. Und um den Druck noch zu erhöhen: selbstverständlich werden auch literaturtalentsuchende Verleger, Lektoren, Agenten und Medien anwesend sein. Was insofern nichts macht, als dass an den Finaltagen am 08. und 09. November wohl ohnehin schon viel mehr Zuhörer vor Ort sein werden, als man sich nackt vorstellen kann oder mag.

Bestenfalls spornt so ein bis unters Dach mit Kritikern gefülltes Haus die schreibenden Leser an. Gut wäre das – auch im Hinblick darauf, als dass das Finale kein Open-Mike-Closing ist. Danach geht es nämlich weiter: für die Gewinner mit einer Lesereise nach Frankfurt, Wien und Bern und für die Finalisten mit einer Schreibwerkstatt, bei der mit erfolgreichen Autoren und erfahrenen Verlagslektoren gearbeitet werden kann. Wenn`s läuft, dann läuft`s.

Bei wem es am besten läuft oder gar nicht oder mittel, davon kann sich gern an den beiden Finaltagen im Heimathafen Neukölln überzeugt werden. Und gleichzeitig vielleicht miterlebt, wie Nachwuchsautoren die nächste Stufe der Karriereleiter hochlettern. So wie vor ihnen beispielsweise Karen Duve, Julia Franck, Terézia Mora, Tilman Rammstedt oder Kathrin Röggla, für die der Gewinn des Open Mike-Literaturpreises ebenfalls Siegersekt- und Türöffner war.

Na dann: Heimathafen Neukölln. Open-Mike-Finale. Das word gut!

Gedichtheben:

Nicht immer ist so ein Umzug der Inbegriff gutgelaunter hey-ho-let`s-go-packs-an-Stimmung. Schon eher bekannt ist er wohl für Ablenkung bis hintern Horizont (und weiiiter). Und so passiert es zuweilen, dass sich beim schüchtern-zögerlichen Füllens diverser Kisten ein Stück Literatur dorthin zurücklettert, wo es hingehört, aber aus unerklärlichen Gründen nicht war: zurück in den Vordergrund.

So geschehen mit Nine Poems von Douglas Dare. Kein Schnickschnack, kein Nippes, keiner von den Worten Dares ablenkender Aufschneidereinband, kein Lesebändchen, kein Schuber, kein güldener Reliefdruck, keine dickbauchige, übersättigte Schrift, kein Rückentitel – nichts von all dem. Minimales Drumrum bei maximalem „Innendrin“. Gerade mal zehn Seiten umfasst das starkpapierene A5-Heft: inklusive Vorwort und Download-Code. Denn Nine Poems ist das Booklet zu Douglas Dares bei Erased Tapes veröffentlichtem Debütalbum Whelm. Das Heftchen könnte also sowohl auf dem Buchstabel als auch auf dem Tonstapel liegen. Solang es nur weit oben liegt.

Denn mit oder ohne den bezauberndkraftvollzerbrechlichberührenden piano- und zuweilen elektroklangbegleiteten Gesang des Londoner Singer-Songwriters sind Nine Poems aDAREable. Sie erzählen von Neugier, von Unsicherheit, von Rastlosigkeit, von Sehnsucht – sie hinterfragen, sie akzeptieren, manchmal resignieren sie im guten, sie gischten, sie tosen, sie branden, sie spülen an und tragen ab. Weil er, wie er sagt, keiner Struktur folgt, empfindet sich Dare nicht als Poet, sondern als jemand, der interpretiert, von dem er meint, dass es Gedicht sei. Das Ergebnis ist dasselbe.

Schön, dass er seinen Worten Platz einräumt. Sowohl in der Musik als auch davon losgelöst als eigene literarische Publikation. Mit Download-Code. Win-Win für alle-alle. Kein Wunder, dass Dares Konzerte gern mal ausverkauft sind. I dare say: wären es Lesungen, verhielte es sich wohl ähnlich.

Mehr Meldungen von dem was war, was ist und was word, gibt’s spätestens bald. Word up!

Originally posted 2014-11-02 10:00:00.