Serien kann man sich kontrolliert und diszipliniert reinziehen – muss man aber nicht. Für alles andere gibt es Binge Watching. SLEAZE Binge Watching, genauer gesagt. Wir SLEAZELs kramen einmal im Monat in unseren supergeheimen Schatzkisten herum, treffen für euch eine liebevolle und persönliche Selektion und erzählen euch, warum ihr eure Tage, Abende und Nächte fortan nur noch mit unseren Serientipps verbringen solltet.

Zwei Dinge solltet ihr wissen: Der Herbst hat offiziell begonnen und wir können ab jetzt wieder ohne schlechtes Gewissen auf dem Sofa lümmeln und uns stundenlang Kürbissuppe, Kakao und Serien reinziehen. Und: Der hier schreibenden Autorin ist noch immer nichts besseres als das aktuelle Wetter zum Einleiten der monatlichen Serienempfehlungen eingefallen. Dafür gibt es an dieser Stelle mal wieder ein Special, das durch ganz persönliche Tipps der Redaktionsmitglieder aufwerten kann. Es geben euch heute eure Dosis Fernsehunterhaltung: Das SLEAZE-Team und seine liebsten Krimiserien.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann war es keine gute Serie: Die liebsten Krimiserien der SLEAZELS

Leichen, Mörder, Rätsel und ihre Auflösung: Richtig gute Kriminal-, Detektiv- und Polizeigeschichten fesseln und begeistern uns fast so sehr wie ihre Verwandten, die Kriminalromane. Aber darum geht’s heute nicht, denn wir wollen Blut und rauchende Köpfe sehen. In einer enthüllende Wühltour durch die Verläufe und Filmkisten unserer SLEAZELs zeigen wir heute, welche Krimiserien uns nachts wach halten und in Windeseile von der Küche zurück ins Bett springen lassen. Mit Keksen und Katzen sind wir nämlich in Sicherheit. Immer.

Luther

Die Prämisse der Serie und ihr Plot sind schnell erzählt und versprechen eigentlich nichts neues oder aufregendes.
Detective Chief Inspector John Luther hat eine herausragende Kombinationsgabe, die ihm beim Lösen verschiedenster Kriminalfälle zugute kommt, ihn allerdings nicht davon abhält, ab und an von Gefühlen geleitet zu werden. Das kennt man von anderen Polizisten und Kriminalkommisaren, die durch ihre impulsiven Handlungen und eine ganz eigene Auslegung der Gerechtigkeit oft in Schwierigkeiten oder Konflikte mit ihren Vorgesetzten geraten. Bei Luther ist das nicht anders, doch weiß die Serie sehr wohl zu überzeugen. Das liegt natürlich auch an Idris Elba als John Luther und dem Rest der großartigen Besetzung.

Aber die Schauspieler allein halten uns nicht vor den Bildschirmen. Dafür sorgen die verschiedenen Fälle, die von anfang an fesseln und bis zur Auflösung Spannung garantieren.
Jede Folge dauert zwischen 40 und 50 Minuten, wodurch sie als Mini-Film erscheinen, was stark zur Stimmung beiträgt, weil Plot und Charaktere Zeit haben, sich zu entfalten. Gejagt werden Serienmörder, psychotische Amokläufer, Polizistenmörder und Kannibalen, während sich nebenher eine separate Story entwickelt, die sich durch die gesamte Serie zieht und die persönlichen Beziehungen der Protagonisten beleuchtet.

Dieser spannende Krimi ist wie geschaffen für den Herbst.

(Fred)

luther idris elba serie kriminalserien

Sherlock

Eigentlich wollte ich euch hier Law & Order vorstellen. Ein nicht unerheblicher Faktor bei der Auswahl meiner liebsten Krimiserie war der Ohrwurm, den ich euch mit der prägnanten Titelmelodie beschaffen wollte (BombomDüdüdüdüdüüüüüüü!). Kurz vor Redaktionsschluss fiel mir glücklicherweise ein, dass die internationale Fernsehwelt viel mehr zu bieten hat, als das sehr wohl unterhaltende, aber vergleichsweise klassische (im Sinne von seichte Nebenunterhaltung) Kriminalformat. True Detective, Fargo oder Sherlock, zum Beispiel. Letzterer, ebenfalls ein Klassiker, hat nun also das Rennen gemacht und eine ganz besondere Lobpreisung gewonnen – nebst zahlreichen Nominierungen und Auszeichnungen für echte Preise (unter anderem sieben Emmys).

Die Geschichte von Sherlock Holmes kennt dabei eigentlich jeder. Ein brillanter Privatdetektiv mit außergewöhnlichen Verhaltensmustern und Fähigkeiten und sein Mitbewohner, der (ehemalige) Arzt Dr. Watson, lösen spannende Kriminalfälle auf und haben insgesamt eine ziemlich gute Zeit miteinander und ihrer liebevollen Vermieterin Mrs. Hudson. Die seit 2010 produzierte jüngere BBC-Serie samt Benedict Cumberbatch und Martin Freeman kommt dabei mit wenigen Neuerungen, insgesamt aber einer wunderbaren Inszenierung mit ebenso wunderbar produzierten Einblicken in Holmes‘ manchmal schwer nachvollziehbare Gedankenwelt daher. Und einem Cumberbatch. Und ganz viel britischen Akzenten, die ebenfalls das Prädikat ganz wunderbar verdient haben. Als elementare Neuerung hervorzuheben wäre bei all der Begeisterung trotzdem die Tatsache, dass BBC-Sherlock seine Aktivitäten vom 19. Jahrhundert in die Gegenwart verlegt hat. Watson schreibt seinen Alltag indessen in einem Blog nieder.

Bis zur neuen Staffel dauert es leider noch eine große Weile – erst 2017 geht es nach ganzen drei Jahren (mit Ausnahme der diesjährigen Spezialfolge) mit der vierten Staffel Sherlock weiter. Bis dahin lohnt sich ein erneuter Sherlock-Marathon mit den zumeist 90-minütigen Folgen aber definitiv.

(Rebecca)

sherlock beste krimiserien detektivgeschichten polizeiserien

Die Brücke – Transit in den Tod

Ihr habt euch vor dem Fernsehgerät eures Vertrauens schon lange nicht mehr so richtig gegruselt? Dann wird es höchste Zeit für diese Serie: Die Brücke – Transit in den Tod. Warum? Weil diese schwedisch-dänische Krimiserie nach unserem SLEAZE-Gruselbarometer das absolut Spannendste ist, was die Serienwelt gerade so zu bieten hat. Sobald man die Brücke gemeinsam mit der etwas eigenartigen Kommissarin Saga Norén (Kripo Malmö!) und ihrem Kollegen Martin Rohde überquert hat, gibt es kein Zurück mehr und das Fürchten beginnt.

Gleich in der ersten Staffel wird es etwas eklig. Auf der Öresundbrücke, dem Dreh- und Angelpunkt der drei bisherigen Staffeln, fällt mitten in der Nacht die Beleuchtung aus. Als diese wenige Minuten später wieder funktioniert, liegt mitten auf der Brücke eine horizontal durchgesägte Frauenleiche – passenderweise liegt die untere Hälfte in Dänemark, die obere in Schweden. Was zunächst nach einem skurrilen Einzelmord aussieht, entpuppt sich schon bald als genau geplante Mordserie eines wahnsinnigen „Wahrheitsterroristen“ .
Wir sagen es zwar nur ungern, aber sobald ihr einmal begonnen habt, diese Serie zu schauen, werdet ihr nicht mehr aufhören können. Der Suchtfaktor ist enorm. Das Gruseln auch. Am besten kauft ihr also das Katzenfutter auf Vorrat ein und sagt alle Tinderdates ab – denn pro Staffel gibt es 10 Folgen und die wollen mit höchster Konzentration geschaut werden. Sonst kommt ihr nicht mehr mit. Außerdem werdet ihr euch in Saga Norén verlieben. Nur mal so. Und jetzt legt los mit dem Streamen.

(Mariella)

die brücke transit in den tod beste polizeiserien kriminalserie

True Detective (1. Staffel!)

Ich bin kein großer Krimifan und meide solche Serien meistens. True Detective ist (für mich) auch eher eine Psychothriller-Serie als Kriminalgeschichte.

Im Mittelpunkt stehen die zwei ehemaligen Mordermittler Rust Cohle und Martin Hart, die von Detectives aus Louisiana verhört werden. Die beiden arbeiteten früher an einem ungeklärten Mord, der immer größere Kreise zog. 17 Jahre später gibt es einen ähnlichen Mordfall und die beiden Expolizisten gelten teilweise als verdächtig, beziehungsweise sollen wenigstens Licht in Dunkel bringen. Die Serie wechselt zwischen verschiedenen Zeitebenen und ist meiner Meinung nach eine der besten Serien überhaupt.
Matthew McConaughey und Woody Harrelson haben mit dieser Serie Maßstäbe gesetzt, die es anderen Serien sehr schwierig machen wird. Schon die zweite Staffel scheiterte trotz hochkarätiger Schauspielerriege an einem wirren Drehbuch und den großen Erwartungen. Die Staffeln sind komplett unabhängig voneinander. Erspart euch also die Enttäuschung und schaut nur die 1. Staffel. Ganz , ganz großes Serienkino!

(Yanah)

True Detective Staffel 1 Serienempfehlung Thriller

Foto: True Detective SM, under license from Home Box Office, Inc.