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Fazit: Solide. Solide ist okay. Solide ist bestanden. Und im Falle des „Murder In The First“-Piloten auch besser als gerade so.

6
Crime
5
Drama
7
Cast
6
Bestanden

Und wenn wir schon bei Schul-/Studienzeit sind, hier gleich noch ein Leitmotiv aus selbiger: Das Kommentieren der Lösungsschritte erspart per se das Begründen des Ergebnisses. Nun gut. Geht los. Faktenabgleich:

Der amerikanische Fernsehsender TNT hat eine neue Serie. Eine neue Krimi-Drama-Serie. Murder In The First heißt sie, in San Francisco spielt sie, seit dem 09. Juni läuft sie. Eine Staffel, zehn Episoden, ein Fall. Eine Miniserie also. Mit einem Miniserien-Mord. Und zwar dem an einem augenscheinlich drogenabhängigen Mann, den aufzuklären sich die SFPD-Detectives Terry English und Hildy Mulligan verantwortlich zeichnen.

Schnell gelingt es ihnen, eine Verbindung zwischen dem Opfer und Silicon-Valley-Wunderknabe Erich Blunt herzustellen, der weit mehr auf dem Kerbholz zu haben scheint als abgefahrene IT-Moves und zitierfähige Sätze à la

„Das 3-Axis-Gyroskop gibt den Proximity-Modulen den letzten Schliff.“

Wie das Internet die Welt, umspannt bald schon ein Intrigen-Net(z) die Ermittlungen des unterschiedlichen Polizistenduos. Und auch privat haben die zwei wenig Gelegenheit abzuschalten. Wobei Hildy Mulligan als (teil)sorgeberechtigte und unterhaltspflichtige Mutter einer aufgeweckten Tochter ihre wenige Freizeit wohl eher genießen kann, als Terry English, dessen schwerkranke Frau zuhause im Sterben liegt und von der er gezwungen ist, sich zu verabschieden.

Die Bezeichnung Krimi-Drama ist also berechtigt. Wäre auch noch schöner, wäre nicht drin, was draufsteht. Schließlich ist Drehbuchautor und Filmproduzent Steve Bochco, der die Staffel mit Eric Lodal zusammen kreiierte, Langzeitserientäter und wirkte unter anderem an Columbo, L.A. Law und NYPD Blue mit. Er weiß also zu quoten. So auch bei Murder In The First, einem der nach TNT-Angaben erfolgreichsten Serienneustarts des Jahres im US-Kabelfernsehens.

Was nicht zuletzt an der ebenfalls quotendienlichen (weil guten) Besetzung liegen mag. Tom Felton, der sich schon als unsympathischer Stinkwanst Draco Malfoy durch die Harry Potter-Verfilmungen fieselte, überzeugt als arroganter IT-Boy Erich Blunt, dem gern mal irgendwas getan werden möchte. Weh, beispielsweise.

Erich Blunt

Auch die ebenfalls serienerprobte Kathleen Richardson mimt die Rolle der selbstbewussten, unkonventionellen Ermittlerin und look-alike-Freundin-behave-alike-Mutter Hildy Mulligan überzeugend – ist also ebenfalls gut besetzt. (Exkurs: Wem Kathleen Robertson bekannt vorkommt, der ist a) vielleicht schon etwas älter und hat b) eventuell eine  beschämende mediale Vergangenheit – zumindest partiell). Gut besetzt ist auch der aus Private Practice bekannte Taye Diggs, der als dienstbeflissener, impulsiver Ermittler und zeitweiliger Bad Cop Terry English genauso glaubwürdig agiert wie als aufgewühlter, sensibler, um Normalität bemühter Ehemann.

Mulligan_English

Für ein Urteil, ob die anderen Charaktere ebenso überzeugen können, ist es zu früh.. Bisher sind sie nur da. Das aber durchweg gekonnt (mit dabei unter anderem der Emmy-prämierte Richard Schiff, Charles Baker oder William Lucking – einer der Sons of Anarchy).

Angenehm zu sehen, dass trotz aller Dramatik nicht zusätzlich auf die Tränendrüse gedrückt wird. Auf die Spannungsdrüse trotz allen Crimes aber bisher leider auch nicht so richtig.

Nach Sichtung und Auswertung aller zum Beurteilungszeitpunkt vorliegenden Fakten, endet der kommentierte Lösungsweg und schließt mit solidem Ergebnis. Also bestanden (w.z.b.w.).

Originally posted 2014-07-24 11:18:43.