Editor's Rating

7
Spannung
7
Plot
7.2
Knobelspaß

Quantico: Sicher wieder eine Serie voll kaffeesaufender, hoch motivierter, austrainierter Superermittler im Kampf gegen das Böse und Koffeinmangel. Zumindest drängt sich dieser Eindruck beim Lesen der Inhaltsangabe zur Thriller-Drama-Serie von ABC auf, die seit 27. September im US-amerikanischen TV ausgestrahlt wird. Es geht nämlich, so steht es geschrieben, um eine Gruppe junger Rekruten, die aus ganz unterschiedlichen Gründen an der FBI-Akademie in Quantico, Virginia gelandet sind, wo sie sich durch die Ausbildung zu (so steht es nicht geschrieben) kaffeesaufenden, hoch motivierten, austrainierten Superermittlern im Kampf gegen das Böse und Koffeinmangel quälen. Wuey!

Die Serie beginnt, wie eine Serie beginnen muss: mittendrin und mit Paradise Circus von Massive Attack im Hintergrund. Im Vordergrund liegt eine junge Frau, nach einer Explosion leicht lädiert, inmitten von Staub und Restarchitektur. Sofort klar: Man hat es hier mit einer Situation zu tun. Da ist etwas passiert. Was passierte und warum, ergibt sich nach und nach über Rückblenden, die das Leben der Quantico-Protagonisten beleuchten.

Am Anfang war der Knall

Bei der explosionslädierten Frau handelt es sich um Alex Parrish, eine FBI-Rekrutin, die im Verdacht steht, Drahtzieherin ebenjenes Anschlages – dem schlimmsten seit 9/11 – zu sein, dem sie selbst fast zum Opfer gefallen wäre. Davon jedenfalls scheint ihr Ausbilder überzeugt und setzt alles daran, die flüchtende Ex-Rekrutin zu fassen.

Auch andere, mit denen gemeinsam sie die FBI-Ausbildung absolvierte, denken Alex als gefährliche Attentäterin. Schließlich sprechen haufenweise Sprengstoff und ein schwerverletzter Mit-Rekrut in ihrer Wohnung nicht gerade für ihre Unschuld. Zudem hat sie eine dunkle Vergangenheit. Ebenso, wie die anderen Damen und Herren in Quantico auch.

Traue niemandem. Und nicht mal dem! Quantico: Diskriminierungsbingo mit Generalverdacht

Niemand, der die Ausbildung einzig aus Interesse angetreten zu haben scheint. Niemand, der kein Geheimnis hätte. Niemand, der nicht ebenso verdächtigt werden könnte, den Anschlag verübt zu haben. Muslima, homosexueller Jude, blonde Frau, heterosexueller Beau, schwarze Ausbilderin, kaffeesaufender Superermittler – unterschieden wird da nicht bzw. werden alle ebenbürtig vorverurteilt.

Klar ist, dass eine Person es schaffte, sich trotz gründlichster FBI-Background-Recherche in die Akademie einzuschleusen und den grausamen terroristischen Anschlag zu verüben. Diese Person zu finden, liegt auch im Interesse von Alex Parrish, die solang auf der Flucht ist, wie sie kann und muss. Notfalls die ganzen 19 Episoden lang, die von Quantico bisher produziert wurden. Klingt viel. Aber wenn die Serie so bleibt, wie sie sich anließ, bleibt auch die Kiste an. Bisher jedenfalls ist sie überraschend wenig peinlich, zudem unterhaltsam und spannend. Ein bisschen wie Diskriminierungsbingo mit Generalverdacht.

Originally posted 2015-11-02 11:58:44.