Serien kann man sich kontrolliert und diszipliniert reinziehen – muss man aber nicht. Für alles andere gibt es Binge Watching. SLEAZE Binge Watching, genauer gesagt. Wir SLEAZELs kramen einmal im Monat in unseren supergeheimen Schatzkisten herum, treffen für euch eine liebevolle und persönliche Selektion und erzählen euch, warum ihr eure Tage, Abende und Nächte fortan nur noch mit unseren Serientipps verbringen solltet. 

Heute entführen wir euch in die Vergangenheit und besuchen verschiedenste Etappen unserer frühesten Jugend – damit ihr auch mal wisst, was wir getan haben, als wir noch klein und süß waren. Nämlich Bücher gelesen und eben auch das ein oder andere Mal ferngesehen. Mit Vorliebe morgens und heimlich, während die Großen friedlich unwissend das Bett hüteten. Heute würde man dazu wahrscheinlich YOLO sagen. Es liefern authentisches Kindheitsfeeling und die besten Serienhits der 80er und 90er: 5 echte SLEAZELs mit echt gutem, kindlichen Fernsehgeschmack.

Erinnerungen aus der Flimmerkiste: Unsere 5 liebsten Serien aus der Kindheit

Kaum einer verfällt nicht in freudiges Andenken, wenn die Zeit auf Youtube mal wieder länger wird als geplant und die Intros fast vergessener Serien wie magisch über den Bildschirm flimmern. Helden der Kindheit, Titellieder, die sich für immer ins Hirn einbrannten, Stories, die von den Dramen ablenkten, die uns in der Spielzeugabteilung widerfuhren, wenn mal wieder keine weitere Barbie ins Kinderzimmer einziehen durfte – Früher war eben alles besser! Vor allem dann, wenn man relativ wenig infrage stellen konnte und von HD und hohen Sendequalitäten sowieso noch keine Ahnung hatte. Außerdem: Wer braucht schon HD, wenn er Darkwing Duck haben kann? Wir bleiben dabei: Früher war alles besser – zumindest im Fernsehen.

Die Märchenbraut

Die Märchenbraut ist eine tschechische Fantasyserie aus den 80ern und wahrscheinlich eine der besten Kinderserien auf der ganzen, weiten Welt. Kein Wunder, ist der Regisseur Václav Vorlícek doch auch verantwortlich für Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, einem absoluten Weihnachtsklassiker.

Den Inhalt der Serie musste ich bei Wikipedia nachschauen, weil ich mir als Kind leider keine Notizen zum Inhalt und Ablauf der Serie gemacht habe.
Der Schauspieler und Märchenerzähler Karl Majer gerät zufällig in den Besitz eines magischen Glöckchens, das beim Läuten den Zauberer Rumburak aus dem Märchenreich herbeiruft. Wie das im Leben so ist, erschießt Herr Majer im Märchenreich den sprechenden Wolf vom Rotkäppchen und das Unglück nimmt seinen Lauf. Rumburak gibt sich in der Menschenwelt als der Märchenerzähler aus und erzählt alle Märchen falsch. Das hat schlimme Konsequenzen für die Märchenwelt. Sollten doch zum Beispiel die sieben Zwerge den toten Wolf begraben und Rotkäppchen den Jäger und die Großmutter auffressen. Der Märchenkönig schickt seine Tochter ins Menschenreich, um Rumburak aufzuhalten, während die andere Königstochter auch noch versucht, das Märchenreich zu modernisieren… ganz nach dem Vorbild der Menschen.

Ich fand damals einfach alles wunderbar an dieser Serie. Die Prinzessin war wunderschön, der Zauberring zauberte und die Ideen wurden immer verrückter. Und genau aus diesem Grund werde ich die Serie jetzt noch mal schauen. Vielen Dank für die schöne Kindheitserinnerung.

(Yanah)

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Die Mumins

Für eine Kinderserie waren die Mumins ein wenig seltsam. Ein japanischer Anime, der auf den Geschichten einer schwedisch-finnischen Schriftstellerin beruht, aber alles andere als quietschbunt und aufgedreht war.
Die Mumins sind trollähnliche Geschöpfe und leben mit lauter anderen seltsamen Wesen, wie den Snorks, Filifjonken oder Klippdassen im beschaulichen Mumintal.
Die Serie hatte ein sehr gemächliches Tempo und wurde ruhig erzählt, obwohl es andauernd Probleme zu lösen gab und irgendwelche Katastrophen abgewendet oder bewältigt werden mussten. Nicht immer war Klein My mit ihrem Hang zur Anarchie daran Schuld. Auch Hexen und andere Fabelwesen oder ganz einfach der Zufall sorgten für unheimliche Momente und brenzlige Situationen.

Als Kind habe ich die märchenhafte Welt mit ihren sanftmütigen Bewohnern geliebt – vielleicht weil sie einen krassen Kontrast du den meisten anderen Kinderserien darstellte.

(Fred)

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The Tripods (Die dreibeinigen Herrscher)

Lange Zeit war ich der Überzeugung, dass nur ich und ein mir genetisch zuordenbares Zweitkind The Tripods kennen – beziehungsweise Die dreibeinigen Herrscher, wie die Science-Fiction-Serie hierzulande hieß. Alle anderweitig zum TV-Ereignis Befragten wollten angeblich noch nie etwas von den Dreibeinern gehört haben.
Also von jenen außerirdischen Wesen, die im Jahre 2089 die postapokalyptische Welt beherrschen und vor denen die Jungs Will, Henry und Beanpole versuchen, zu entkommen – und zwar vor Erreichen ihres fünfzehnten Lebensjahres. Ab diesem Alter nämlich wird Menschen von ebenjenen Dreibeinern – gigantische, dreibeinige Maschinen – eine metallische Kappe in die Kopfhaut gepflanzt, welche sie gefügig und willenlos macht. Alles futsch: Kreativität, Inspiration, Wunsch nach Rebellion, Freiheitsliebe – alles …
Um diesem fremdbestimmten Schicksal zu entgehen, machen sich die drei Jungs auf den Weg in ein für die Invasoren schwer zu kontrollierendes Gebiet, wo die letzten freien Menschen leben sollen. Und wie anders könnte die Reise sein, denn irre lang und irre gefährlich.

Diese Inhaltsangabe ist übrigens eine Wikipedia-Eigenleistungs-Kooperation, da ich selbst über ein eher rudimentär ausgeprägtes Filmgedächtnis verfüge. Trotzdem bin ich sicher, die Serie gesehen und mich, Inhaltsangabe und Ausstrahlungsjahr nach zu vermuten, auch gegruselt zu haben. Beides wohl auch irre gern, was das vielfache Einschalten erklärt. Vielleicht kaufe ich mir irgendwann die VHS zu den zwei ausgestrahlten Staffeln. Nicht etwa, um sie zu gucken. Einfach nur, um sie zu haben und damit wie doof zu winken, sollte die Existenz der Dreibeinigen Herrscher mal wieder angezweifelt werden.

(Anne)

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Pinky and the Brain

Hey Brain, was wollen wir denn heute Abend machen? – Genau dasselbe wie jeden Abend Pinky – wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!

An diese beiden Labormäuse erinnern sich sicher die meisten von euch. Die Geschichte ist schnell erzählt: In einem amerikanischen Tierversuchslabor leben zwei weiße Mäuse. Die eine dumm und liebenswert – Pinky – die andere hochintelligent und mürrisch – Brain. Gemeinsam haben sie nur ein Ziel: Die Weltherrschaft an sich zu reißen. Im Zuge dessen schmiedet Brain in jeder Folge einen weiteren ominösen, ausgeklügelten Plan, um die Welt bald sein eigen zu nennen. Doch wie so oft an solchen perfekten Plänen, gibt es auch hier immer irgendwo einen Haken.

Den beiden Mäusen immer wieder beim Scheitern zuzusehen ist eine echte Kindheitserinnerung, die mir heute noch jede Menge Lachanfälle beschert, wenn ich diese Serie gucke. Puit!

(Mariella)

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The Tribe

Aus heutiger Sicht lässt sich die neuseeländische Science-Fiction-Serie The Tribe mit einem Unfall vergleichen: Sie erfüllt kindliche Zuschauer mit absolutem Horror, es lohnt sich aber trotzdem, hinzuschauen. Ersteres, weil The Tribe sich in einer Welt zuträgt, in der ein Virus alle Erwachsenen ausgelöscht und Kinder und Jugendliche allein im Chaos zurückgelassen hat. Letzteres, weil es sich nach dem SuperGAU eines jedes Kindes eben doch lohnen könnte, etwas von den Überlebensstrategien anderer, fiktiver Jugendlicher zu lernen.
Im Grunde lässt sich The Tribe als aufregende Kombination der menschlichen Entwicklungen in Lord of the Flies mit einer ziemlich großen Portion 90er Techno- und Popkultur beschreiben. So gruppieren sich nach dem Aussterben der Erwachsenen diverse Tribes, etwa die Mall Rats und die bösen Locos, und streifen in klar zuzuordnenden Monturen und mit Bedacht bemalten und beklebten Gesichtern durch die verlassene Stadt. Abseits jeglicher Zivilisation verfallen die Stämme schnell in einen Ursprungszustand der Gesetzlosigkeit und beweisen im Kampf ums Überleben auf ein Neues die altbekannte Hobbes-Theorie: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf – da ändert auch die vermeintlich kindliche Unschuld nichts daran.

Mit großartigen Protagonisten, superspannenden Momenten, einem Soundtrack, der auch heute noch ein bisschen Gänsehaut hervorruft und einem Plot, den es sich bei außerordentlich vielen Spielenachmittag nachzuspielen lohnte (Team Amber hier), hat sich The Tribe bei meinen liebsten Serien aus der Kindheit einen Platz ganz oben gesichert.

(Rebecca)

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