„Weil sowas halt von sowas kommt“, mögen sich Tierfreunde bei der neuen TV-Serie Zoo vielleicht denken. Warum sollte nur der Mensch Arschloch sein und Tiere wildern? Warum nicht auch einmal umgekehrt? Weil ja, wie gesagt, sowas halt von sowas kommt.

Was wäre also, hätten sich sämtliche Säugetiere gegen die Menschheit verschworen? Genau das nämlich befürchtet Protagonist Jackson Oz, nachdem Tierangriffe auf die Menschheit immer mehr zugenommen haben. Selbe Vermutung hatte zuvor schon Oz‘ Vater, dem jedoch niemand glauben wollte. Nicht mal Sohn Jackson.

Das alte Problem: Leute lachen. Und dann sind sie tot.

Tut ihm jetzt natürlich leid, dem Jackson. Nachdem er, der in einem botswanischen Safari-Camp lebende Biologe, mit Freund und Kollege Abraham Kenyatta einen von Löwen überfallenen Jeep mit einer Überlebenden findet, hat er schon so eine Ahnung. Diese wird umso mehr zur Gewissheit, als sich die untypisch wahllosen Tierattacken auf Menschen häufen. Und da steht er dann da. Der Jackson Oz. Versucht, wie einst sein Vater, die Menschheit zu warnen. Ist der Menschheit natürlich erstmal egal.

Von den Vorfällen in Afrika nichts wissend, vermutet die in Los Angeles lebende Journalistin Jamie Campbell zeitgleich, dass der Biotech- und Tierfutterkonzern Reiden Global irgendwas ins Futter mischt, das Tieren nicht so gut bekommt. Beziehungsweise den Menschen nicht, auf die zwei aus dem Zoo entflohene Löwen Jagd machen, nachdem sie dort mit Reiden-Global-Produkten verköstigt wurden.
Zusammen mit Tierforscher Mitch Morgan macht sich die Journalistin und Bloggerin auf die Suche nach den Raubkatzen. Interessiert natürlich erstmal ebenfalls niemanden, was die zwei da so vermuten.

TV-Serie Zoo Rezension Erfahrung Bewertung

TV-Serie Zoo Review Rezension

Review zur TV-Serie Zoo: Arschlochtum hat keine Rasse

Nur Löwen als willkürlich tötende Arschlochtiere zu denken, wäre zu einseitig. Arschlochtum hat nun mal keine Rasse. Während es in Botswana Löwen sind, sind es in Slovenien Hunde, die scheinbar alles jagen, was bei drei kein beziehungsweise nicht auf dem Baum ist. Ob das wohl auch irgendwas mit Reiding GLOBAL zu tun haben könnte?

Wer es schafft, die CBS-Produktion Zoo bis zu Ende zu gucken, also alle 13 Episoden, wird es wissen. Und obendrein 13 mal 45 Minuten Zeit verschwendet haben. Denn Zeitverschwendung ist das primäre Gefühl, das die TV-Serie hinterlässt. Wildern ist indiskutabel. Für Mensch wie Tier gilt: Was Du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch niemand andern zu. Selbstredend. Dafür braucht es die Serie wirklich nicht.

Lange Schnittpausen, die genutzt werden wollen. Fürs Abschalten beispielsweise.

Und wer jetzt mit Unterhaltung und so kommt: Nö. Ist nicht. Wirklich nicht. Der Cast spielt seine Rollen farblos runter. TV-Serie ZooDialoge gibt es vermutlich nur, weil Stummfilm noch weniger zieht und die Tiere wurden total plump in die jeweiligen Szenerien reingeschnitten. Was umso schlimmer ist, als hierfür auch noch Echt-Tiere (aus)genutzt wurden.

Witzig ist die TV-Serie Zoo auch nicht. Es kann schon mal geschmunzelt werden – aber halt nur, wenn grad wirklich nichts Wichtigeres ansteht. Abschalten beispielsweise und die Zeit mit etwas verschwenden, das es lohnt. Etwas, wobei sich Zeitverschwendung nicht so anfühlt, wie bei der auf dem gleichnamigen Roman von James Patterson und Michael Ledwidge basierenden Serie. Für die sich in Deutschland übrigens ProSieben schon mal die Rechte gesichert hat. Vielleicht um die GNTM-Wertschätzung wieder  zu steigern. Indem man zeigt, dass es noch schlechter geht. Sollte gelingen.

 

Originally posted 2015-08-13 13:05:49.