Es ist schon Mittwoch. Wenn wir vieles nicht mehr merken, das haben wir dann mithilfe eines Kalenders und des Standes der Sonne doch noch mitbekommen. Dennoch bekommt ihr heute den Film zum Dienstag, einfach weil wir es können und alle, die ein Problem damit haben, dass auch wir ein Leben haben, uns mal können.

Da wir, wie die Füchse unter euch, sicher schon erkannt haben, mitten in unserer Halloween-Woche sind, gibt es heute ein Horrorfilmspezial. Vollkommen demokratisch und unter Beachtung all unsrer mathematischen Fähigkeiten, haben wir für euch SLEAZEs 13 (Gruselzahl und so) liebste Horrorfilme gekürt.

 

Platz 13 – Nightmare on Elm Street

freddy krueger

Ein Klassiker von 1984 mit dem bekannten Pizzagesicht Freddy Krueger. Ja, ihr verwöhnten Kids der Generation Spezial Effekt werdet jetzt meinen „Nicht gruselig!“ und „Die mit Jason sind doch viel cooler!“ Ach ja?! Dann guckt euch „Nightmare on Elm Street“ doch mal mit dreizehneinhalb und auf’m Dorf in der Nähe vom Wald an. Wir jedenfalls finden den Killer, der seine Opfer mit dem Klingenhandschuh im Traum heimsucht, äußerst gruselig. Jason finden wir übrigens doof. Neumodischer Kack!

Fun Fact: Die Rolle des Glen in Night Mare on Elm Street war Johnny Depps erste Rolle, obwohl dieser nur seinen Freund Jackie Earle Haley zum Casting begleitete. Haley bekam 84 keine Rolle, spielte aber 26 jahre später den Freddy im Remake.

 

Platz 12 – Nacht der lebenden Toten

night of the living dead

Wenn nicht die Mutter, dann doch wenigstens die Großtante der Zombiefilme ist „Die Nacht der lebenden Toten“. Die Story ist gar nicht so spektakulär: Von Untoten Verfolgte verbarrikadieren sich in einem Farmhaus. (ACHTUNG SPOILER!) Alle sterben bis auf einen, der am Ende erschossen wird, weil die Zombiebürgerwehr ihn für untot hält. Buhu! Hat auf jeden Fall seine fiesen Momente und ist durchaus halloweentauglich.

Fun Fact: Das Blut in Film ist Schokosirup und Readers Digest warnte 1968 davor, dass der Film zum Kannibalismus anstiften könnte. Alles richtig gemacht!

 

Platz 11 – Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits

jakobs ladder

Jacob ist Postbote und Vietnam Kriegsveteran und beginnt komische Dinge zu sehen. Verändern sich die Menschen wirklich oder wird er verrückt und wenn ja, wieso? Das versucht er in dem eher Thriller mit Horror-Elementen wie verstörenden Bildern oder gezieltem Zeitraffereinsatz herauszufinden und stößt dabei auf Drogenexperimente mit Vietnam-Soldaten. Das soll es aber nicht der Grund dafür sein, dass die Menschen um ihn sich verändern.

Fun Fact: Mickey Rouke lehnte die Rolle des Jacob, die von … übernommen wurde, ab. Dafür bekundeten unter anderem Dustin Hoffmann, Al Pacino und Richard Gere großes Interesse daran.

 

Platz 10 – 28 Days Later

Ein Mann wacht im Krankenhaus auf und nichts um ihn herum ist so wie es einst war. Er ist scheinbar allein und die Welt ist im Chaos versunken. Doch er ist nicht allein, denn die Stadt ist bevölkert von mit einem „Wut“-Virus Infizierten, rasend und ohne jegliche Vernunft. Jetzt geht es nur ums blanke Überleben. Danny Boyle hat mit seinem 2002er Endzeit-Horror schon jetzt ein Denkmal und Vorbild für sich (28 Weeks Later) und andere (überlegt nochmal, wie The Walking Dead beginnt) gesetzt. Ein bisschen eklig, ein bisschen gruselig und mit vielen Schreckmomenten versehen. Ein Must See der jüngeren Filmgeschichte.

28 days later

Fun Fact: Die Symptome des Filmvirus’ Rage sind denen von Ebola nachempfunden. Total fun, ey!

 

Platz 9 – Silent Hill

silent hill

Parallelwelten, ein Kind, das creepy Dinge tut, Dämonisches und Sekten. Ein Film versehen mit allem, was das Horror-Herz begehrt und das Allerkrasseste, man kann ihn auch noch spielen. Faktisch konnte man das schon, bevor der Film 2006 vom französischen Regisseur Christophe Gans geschaffen wurde, der diesen nämlich dem gleichnamigen Videospiel nachempfand. Silent Hill spielt mit Urängsten, mit der Dunkelheit und der den Körper in die Anspannung treibenden Ankündigung von Unheil (Stichwort: Sirenen). Wir jedenfalls brauchten hinterher ne neue Runde Höschen.

Fun Fact: Im Originalscript zum Film gab’s nur weibliche Charaktere. Die reine Frauenredaktion mag das.

 

Platz 8 – Conjuring – Die Heimsuchung

conjuring

Eine Familie mit fünf Töchtern zieht in ein Farmhaus. Und – wie könnte es auch anders sein – dieses Haus ist verflucht. Die engagierten Pros für paranormale Aktivitäten sind sich schnell einig. Ein Exorzismus muss her. Aber die Wege der Bürokratie sind unergründlich und so dauert die Nummer mit der Dämonenaustreibungserlaubnis ein bisschen und unterdessen spitzt sich das Heimsuchungsproblem in ein Besessenheitsproblem zu. Es geht um dunkle Keller, Mutter- und Kindergeister und eine ganze Menge Mordversuche.

Fun Fact: Auf den Philippinen wurden die Kinobesucher von einem Priester geweiht, bevor sie sich den Film ansahen, da vorherige Besucher von einer „negativen Präsenz“ nach Schauen des Film berichtet hatten.

 

Platz 7 – The Ring

Wenn einer einen Streich spielen will, kämmt er sich die langen schwarzen Haare ins Gesicht, zieht sich ein weißes, schmutziges Kleid an, kämmt sich die fettige Haarpracht ins Gesicht und linst irre hindurch. Die Figur der Samara hat sich zum Inbegriff des pulstreibenden Kindes (und damit meinen wir nicht, weil es auf die Straße rennt – das würde man dieser Gestalt fast wünschen – sondern weil es so creepy ist, dass einem die Lust auf GV aus Angst vor den möglichen Konsequenzen vergeht) gemausert. Die Story sonst ist ganz okay: ein Videoband, das alle, die es sehen innerhalb von sieben Tagen tötet. Also eigentlich nicht das Band, sondern Samara. Der eindeutige Sympathieträger des Films.

the ring

Fun Fact: In „The Ring“ wird sich eines bekannten Horrorfilmtricks bedient. In der Szene in der Samara auf die Kamera zuläuft, ist die Darstellerin tatsächlich rückwärts auf diese zugelaufen, das Material aber wird dann andersherum abgespielt. So entsteht der Effekt eines abgehackten, unmenschlichen Laufens.

 

Platz 6 – The Shining

shinging

Ach, was soll man sagen. Kubrick, die Maus, kann’s einfach! Sein Werk aus 1980 war eigentlich der redaktionsinterne Favorit für dieses Ranking, weil er einfach krass-geil ist. Aber weil wir nicht so arty erscheinen wollen und weil „The Shining“ mehr krass-geil und weniger krass-gruselig ist, haben wir uns dazu entschlossen, nochmal ein bisschen zu modifizieren. Nichtsdestotrotz ist die Story um Schriftsteller Jack Torrance und seiner Familie nicht zuletzt durch Kubricks eigentümliche aber eindrückliche Bilder von ermordeten Mädchen und Blutströmen aus Fahrstühlen ein – man kann es nicht anders sagen – Meisterwerk und Meilenstein der Filmgeschichte. Wer „The Shining“ nicht kennt, darf kein Halloween feiern. Ab vor den Bildschirm mit euch!

Fun Fact: Die Szene in der Jack Lloyd erzählt, wie Danny einst mit seinen Arbeitspapieren spielte, spiegelt eine tatsächliche Szene aus Stephen Kings Leben wieder, der das Drehbuch lieferte und deren Sohn einmal seine Notizen durcheinanderbrachte. King war schwer danach, das Kind zu erwürgen.

 

Platz 5 – Halloween

Der Horrorfilm mit der wohl eindringlichsten Musik in der Geschichte des Gruselfilms. Während andere stümperhaft auf die herzfrequenzsteigernde Wirkung von fast unhörbar tiefen Bässen setzen, tat John Carpenter gut daran auf seine eigenen kompositorischen Fähigkeiten zu vertrauen und das emotional so aufwühlende Thema zu Halloween zu kreieren. Und auch wusste Carpenter bereits 1978 um das Grauen, das von Kindern ausgeht und machte den tötenden 6-Jährigen Michael Myers, auch wenn dieser zu großen Teile als Erwachsener seinem Killerdasein nachkommt und Vorbild für viele Slasherfilm-Figuren wurde, zur Ikone für das Böse im Kind. Außerdem gibt Jamie Lee Curtis eine gute Gejagte.

halloween

Fun Fact: Während der Dreharbeiten legte Carpenter ein „fear meter“ an, um Jamie Lee Curtis damit einen Anhaltspunkt zu geben, welches Level an Terror ihre Schauspiel abzulesen sein sollte.

 

Platz 4 – V/H/S

Jugendliche sind widerlich und machen widerliche Videos (welch schöne akustische Alliteration), was aber passiert, wenn Jugendliche plötzlich in einem dunklen Haus auf widerliche Videos stoßen und diese schauen, zeigen uns gleich fünf Regisseure, die fünf kurzweilige, aber deshalb nicht minder schaurige Episoden schufen, die mindestens genauso eklig von der Rahmenhandlung um die widerlichen Jugendlichen und ihr widerliches Schicksal, inszeniert von Regisseur sechs, ummantelt werden. Ein Episoden-Horrorfilm. Mal was anderes und wir finden’s gut.

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Fun Fact: Eine der Episoden trägt den Namen „Dienstag der 17.“. Dienstag der 17. ist vier Tage nach Freitag dem 13. Die 4 gilt in Korea, Japan und China, aus denen die Vorbilder für zahlreiche Filme dieser Liste stammen als Unglückszahl.

 

Platz 3 – Mirrors

 

Kennt ihr das, wenn ihr euch nach einer netten Horrorfilmnacht nicht mehr traut in den Spiegel zu sehen, weil ihr fürchtet jemand oder etwas könnte hinter euch stehen oder aber euer Spiegelbild beginnt seltsame Dinge zu tun? Wenn ja, dann ist Mirrors euer absoluter Alptraum. Das Böse, das aus Spiegeln kommt. Die Umsetzung mag für echte Horror-Pros lachhaft und gänzlich ungruselig sein. Die Menschen mit der Spiegelproblematik aber sollten vorher nochmal die Frisur checken, denn danach sind Spiegel, Fensterscheiben und andere reflektierende Oberflächen erstmal Tabu.

Fun Fact: Die Angst vor Spiegeln und spiegelnden Flächen, insbesondere der Spiegelung des eigenen Gesichts, nennt man Spektrophobie. Hätte den Mirrors-Protagonisten vielleicht geholfen.

 

Platz 2 – The Grudge

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Der Fluch sagt ja schon einiges und abermals geht es um ein verfluchtes Haus, in dem die Geister dort auf unschöne Weise zu Tode gekommener ihr Unwesen treiben. Mit Unwesen meine ich Töten und unschön sind auch die Geister selbst, die die furchtbarsten Geräusche von sich geben. Aber hey. Immerhin gibt es eine Quotenkatze. Also liebe Internetgemeinde. Wenn ihr mitreden wollt, solltet ihr euch unsere Nummer zwei mit dem japanischen Geisterhaus und den vielen, vielen Toten anschauen.

Fun Fact: Die Figur des Toshio, Sohn der Familie, deren Tod den Fluch begründet, ist in fast jeder Szene mit seiner Katze zu sehen. Tatsächlich aber hat Darsteller Yuya Ozeki höllische Angst vor Katzen.

 

Platz 1 – Blair Witch Project

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Jeder macht Mockumentarys zu nahezu allem Mist. Warum nicht auch mal eine Horror-Mockumentary, dachten sich Daniel Myrick und Eduardo Sánchez Ende der 90er und schufen damit eine ganz neue Art Horrorfilm, der bis heute mit Filmen wie REC oder Paranormal Activity zahlreiche Nachahmer findet. Dabei braucht der (darf man es schon sagen) Kult-Streifen keine gruseligen Kinder, blutverschmierten Zombies oder entstellten Geister. Durch seine scheinbare Realität und die Macht der Andeutung stellt Blair Witch Project einem auch so die Nackenhaare auf. Wir befinden diese subtile Gruseligkeit einen ersten Platz wert und wünschen euch ein wundertolles Horror-Halloween.

Fun Fact: Die Mutter von Darstellerin Heather Donahue erhielt Karten mit Beileidsbekundungen von Menschen, die dachten, dass ihre Tochter tatsächlich tot sei.

Originally posted 2014-10-29 16:33:09.