Editor's Rating

Gute Grundidee, gute Ästhetik, gute Schauspieler, guter Witz - aber leider nicht konsequent genug.

8
Ästhetik
8
Story
6
Ausführung der Story
3
ausgeschöpftes Potential

Irgendwas mit Medien. Das ist nicht nur das Motto einiger Berufseinsteiger, nein, es ist auch das zentrale Thema unserer neuen Rubrik. Sie hört auf den schnuckeligen Namen „Läuft bei uns“. Hier wollen wir uns allem widmen, was mit Film, TV oder sonstigen Medien zu tun hat. Läuft sagt ihr? Läuft bei uns sagen wir. Und damit Film ab…

Hail, Caesar! Filmkritik: Spätrömische Dekadenz in Hollywood

Diesmal läuft bei uns: Hail, Cesar! Ethan und Joel Coen selbst waren zwar nicht anwesend, dafür aber ihr neuster Streich Hail, Caesar! Der Film ist ein wahrer Star-Auflauf und spielt auch genau dort, wo sich die Filmstars in der Regel so herumtreiben – in Hollywood.

Heute, am 18.02 läuft er deutschlandweit in den Kinos an und wir verraten euch, ob sich ein Kinobesuch lohnt.

Im Hollywood der 50er Jahre ging es zu wie im alten Rom. Vor allem am Set des neusten Bibel-Films von Baird Whitlock (George Clooney), der als Prestigeprojekt für das Filmstudio höchste Priorität hat. Umso schlimmer also, dass der Hauptdarstellers plötzlich spurlos verschwindet. Es handelt sich zu allem Übel nämlich nicht um die altbekannten Possen und Allüren des Schauspielers, der sich in einem Liebesnest verkrochen oder sich auf eine spontane Sauftour begeben hat, sondern um eine handfeste Entführung.

Diese Entwicklung bringt Eddie Mannix (Josh Brolin) arg in Bedrängnis, der für das saubere Image der Schauspieler verantwortlich ist. Kein Skandal, keine moralischen Fehltritte dürfen an die Presse und damit an die Öffentlichkeit gelangen. In der Regel handelt es sich um vergleichsweise lapidare Angelegenheiten, wie die Schwangerschaft einer unverheirateten Dame oder eine durchzechte Nacht. Aber nicht in diesem Fall.

Mannix ist ein gottesfürchtiger Mann, der jesusgleich die Sünden seiner Mitmenschen und Schützlinge auf sich nimmt, um sie mit reiner Weste dastehen zu lassen.
So schließt sich dann thematisch der Kreis.

Hail, Caesar! Filmkritik

Ansonsten bekommen wir es mit einer kommunistischen Verschwörung, grotesken Getalten des Filmgeschäfts und einem tanzenden Burt Gurney (Channing Tatum) im Matrosenanzug zu tun.

An der Seite von Brolin und Clooney sind unter anderem Scarlett Johansson, Channing Tatum und Alden Ehrenreich als Schauspieler, Tilda Swinton gleich zweimal und Jonah Hill als professionelle Person zu sehen. Alle beteiligten Schauspieler machen ihre Sache wirklich sehr gut.

Das Brüder-Paar Coen hatte schon immer eine Vorliebe und glücklicherweise auch ein Gespür für absurde Dialoge und leicht verschrobene Szenen. Von diesem Stil haben sie sich auch in Hail, Caesar nicht abgewendet, was viel dazu beiträgt, dass der Film durchwegs unterhaltsam ist.
Dennoch zündet der Plot nie so richtig. Er streift den Höhepunkt immer mal wieder, biegt jedoch konsequent in eine andere Richtung ab, bevor es so weit ist. Dadurch kommt nicht so viel Spannung auf, wie man womöglich erwartet hätte.

Es sind einige wirklich gute Ideen enthalten, aber keine wirkt so richtig zu Ende gedacht. Zumindest bekommen wir davon nichts zu sehen und so verweben die Regisseure zwar einige Abzweigungen im Handlungsstrang, der aber leider insgesamt etwas ausfranst und nicht genau zu wissen scheint, wo die Reise eigentlich hingeht.
Wer Kultfilme und Klassiker gedreht hat, muss sich eben immer an seinen früheren Werken messen lassen.

Dennoch bekommt Hail Caesar! das Prädikat Sehenswert, weil er genug richtig macht, um kein langweiliger oder schlechter Film zu sein.