Sex in Videospielen ist so alt, wie das Medium selbst. Lara Croft war bereits jahrelang feuchter und digitaler Traum vieler Gamer, lange bevor ihr Brüste überhaupt rund wurden.

Wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass Sex ein fester Bestandteil der Videospiele-Welt ist. Das geht weit über schlichtes Charakterdesign hinaus, bei dem kriegerische Damen mit so wenig Rüstung wie irgend möglich ausgestattet werden. Es geht richtig zur Sache, allerdings nicht immer ohne Irritationen hervorzurufen.

Seltsame Sexszenen in Videospielen, die uns anekeln und verstören

 

5. Alpha Protocol – Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Alpha Protocol versucht den Spagat zwischen Action- und Rollenspiel, weshalb nicht nur geschossen, sondern auch geredet wird. Während der Dialoge kann man aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen, seine Persönlichkeit einbringen und somit das Spielgeschehen aktiv beeinflussen beziehungsweise in andere Bahnen leiten.
Das funktioniert jedoch nur bedingt, wenn man an einem Tisch festgebunden ist.

In dieser Situation wird der Held des Spiels, der so etwas wie eine Mischung aus James Bond und Jason Bourne ist, mit einer deutschen Bösewichtin konfrontiert.
Die hat nicht nur relativ wenig an, sondern auch mehr im Sinn, als ein reines Verhör und unser Held spielt, ganz im Sinne der Mission brav mit. Hat er eine andere Wahl?
Nicht wirklich, aber man scheint sich weniger Gedanken darüber zu machen, wenn ein Mann von einer Frau bedrängt wird, als andersherum. Stellt euch diese Szene mit gefesselter Agentin und einem unsympathischen, russischen Gangster vor … da wäre das Geschrei unter den Moralaposteln groß.

4. Shadow of the Damned – Garcia Hotspur in der Hölle

Um einen Eindruck von diesem Horror-Comedy-Shooter zu bekommen, muss man sich nur ein paar Namen anschauen. Der Titelheld heißt Garcia Hotspur und begibt sich auf eine Odyssee in die Unterwelt um seine Freundin Paula (einziger normaler Name) aus den Fängen des Dämons Fleming zu befreien. Eine seiner Waffen, die ihm dabei zu behilflich sein sollen, hat er The Big Boner genannt.

Im Verlauf der Spiels begegnet man Paulas Doppelgängerin, die vom Dämon eingesetzt wird, um Garcia Hotspur in die Irre zu führen. Das geht so weit, dass man sie irgendwann als Brücke nutzen muss, um weiter zu kommen und so findet man sich auf einer riesigen leichtbekleideten Dame wieder, die unentwegt stöhnt und sich lasziv auf dem Höllenboden räkelt.

Funfact zwischendurch : Prince of Persia – Warrior Within

Beim ersten Auftritt der Gegenspielerin fragt man sich, ob sie zuerst im Kampf getötet wird, oder kurz darauf an einer Lungenentzündung sterben wird. Bei ihrer Rüstung ist es nämlich für den Gegner deutlich schwieriger diese zu treffen, als ungeschützte Haut, allerdings steht sie mit fast nichts am Leib auf hoher See im strömenden Regen.
Dabei wird recht ausgiebig „ihr Charakter vorgestellt“.

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3. Paper Mario – Androiden träumen nicht nur von elektrischen Schafen …

In der harmlosen und knallbunten Welt von Super Mario geht es eigentlich sehr friedlich zu. Auch wenn sich der kleine Klempner regelmäßig Pilze einwirft, Schildkröten durch die Gegend kickt und im Zehnminutentakt seine Prinzessin retten muss.
Sex ist dabei eigentlich kein Thema, doch jüngst wurde Peach Opfer eines Spanners.

Die Prinzessin befindet sich – mal wieder – in Gefangenschaft und erkundet ihre Umgebung. Dabei stößt sie auf ein gut ausgestattetes Badezimmer und nimmt eine Dusche. Die intelligente Computereinheit der Raumstation (fragt nicht, die gesamte Story zu erklären, würde viel zu lange dauern), ähnlich des HAL 9000 in 2001: A Space Odyssee scheint gefallen an ihr gefunden zu haben.

seltsame Sexszenen in Videospielen

Dabei scheint der Computer auf den Geschmack gekommen zu sein und bringt Peach immer wieder in pikante Situationen, um sich seinen Harddrive zu füllen.
Der Umstand, dass das alles im freundlichen Marioland stattfindet, macht die Sache nur noch unangenehmer.

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Komisch ist es schon, dass alle (wirklich alle) anderen Tränke im Mario-Univerum auch die Kleidung beeinflussen.

 

 

2. Duke Nukem – Alien Rape Cave

Duke Nukem selbst ist eine Parodie auf alle Testosterongeladenen Actionhelden der 80er Jahre und der Authentizität wegen, lässt er zusätzlich zu seinem klischeehaften Aussehen in periodischen Abständen schlüpfrig plumpe One-Liner vom Stapel.
Hin und wieder kommt er mit Zwillingen in Schulmädchenuniform in Kontakt, die sich primär über Macarena und Bob Dole unterhalten, ab und an aber ebenso sexistisch angehauchte Kommentare über Duke Nukems Männlichkeit und die eigene „Unschuld“ ablassen. Das mag diskussionswürdig sein, ist aber im Rahmen der Persiflage noch innerhalb des Toleranzbereichs.

Grenzwertig wird es, wenn Herr Nukem ein verlassenes Raumschiff untersucht,in dem sich eine Horde Aliens eingenistet hat. Die Außerirdischen haben das Schiff in eine Art schleimige Sexkammer umfunktioniert, weshalb reihenweise kaum bekleidete Frauen an Wand und Decke hängen. Wie sich herausstellt auch unsere beiden Zwillinge, die in kompromittierender Pose von tentakelartigen Dingen fixiert wurden. Doch sie werden nicht nur festgehalten …
„Looks like you’re fucked“, stellt Duke Nukem ganz charmant fest, woraufhin sich die Zwillinge entschuldigen und versprechen, ihr Schwangerschaftsgewicht wieder verlieren zu wollen.
Was sie dann auch tun, indem sie sehr explosiv Alienbabies zur Welt bringen.

Chauvinistische Klischees als Parodie sind eine Sache, aber Frauen sich dafür entschuldigen zu lassen, dass sie nach einer Alienvergewaltigung und ungewollter Schwangerschaft nicht mehr attraktiv genug für den Kerl sind, ist schon was ganz anderes.

1. The House of the Dead: Overkill – Der Bösewicht is a bad motherfucker

Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Um es kurz zu machen:
Man mäht sich mit Maschinengewehren durch Horden von Zombies, die  – wie sich herausstellt – lediglich das Ergebnis fehlgeschlagener Experimente eines verrückten Professors sind. Sein Ziel ist jedoch nicht die Weltherschafft, sondern die Rettung seiner altersschwachen Mutter.
Der Plan gipfelt im Versuch das Gehirn der alten Dame in den Kopf einer jungen Stripperin zu verpflanzen, dass sie wieder ihre besten Jahre vor sich hat … und der Professor seine Beziehung zu ihr „vertiefen“ kann. Irghs.

Das klappt nicht so ganz und nachdem Mutter und Stripperin zu einem riesigen Monster verschmelzen, das Zombies gebärt, hat sich ein Endgegner gefunden. Ist dieser besiegt, sieht auch der verrückte Wissenschaftler seine Niederlage ein und kriecht dorthin zurück, wo er hergekommen ist. In seines Mutters Unterleib … und dahin führt nur ein Weg.

Originally posted 2015-11-26 17:25:50.