Editor's Rating

7
Grafik
8
Sound
8
Umfang
9
Atmosphäre
9
Balance
8
Leveldesign
7
Story
8
Spielspaß

Titanfall kommt aus dem Hause Respawn Entertainment und deren Gründer haben schon etwas Erfahrung mit Multiplayer First Person Shootern, denn Jason Vest und Vince Zampella waren die kreativen Köpfe und Macher der beliebten Call of Duty Modern Warfare Serie. Sie wissen worauf es ankommt und haben ein reines Multiplayer Spiel geschaffen.

Naja, fast. Denn die eine, groß angekündigte Sache, die Titanfall so revolutionär machen soll, ist die Einbindung einer Story und Einzelspielerelementen in die Mehrspielermatches. Konkret bedeutet das, wenn man die Kampagne spielt und vor einem Match ein Intro zu sehen bekommt, das einem erklärt, warum man gegen die andere Partei kämpft und eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Die allerdings oft zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus geht, aber trotzdem erzeugt sie eine gewisse Stimmung und trägt so zur Atmosphäre des Spiels bei. Außerdem befinden sich während dem Spielen die ganze Zeit KI-Gegner auf dem Schlachtfeld, was man sonst nur aus Singleplayern kennt. Diese Feinde erzeugen das richtige Gefühl einer Schlacht. Sie sorgen zudem dafür, dass selbst wenn man gerade mal keinen anderen Spieler zu erledigen hat, keine Pause gemacht werden kann und man in einen gewissen Flow kommt. Nach den Runden gibt es immer noch einen Epilog, indem das Verliererteam versucht zu einem Schiff zu gelangen, das sie extrahiert und die Gewinner haben die Aufgabe niemanden entkommen zu lassen. Das Team das seine Aufgabe erledigt bekommt, egal ob verloren oder gewonnen, noch ein paar Bonuserfahrungspunkte.

Was Titanfall ebenfalls von anderen generischen Shootern abhebt, sind zum einen die Titanen selbst und viel wichtiger die Jump Kits. Sie sind quasi kleine Jetpacks, die jeder Pilot auf dem Rücken trägt und dem Spieler erlaubt an Wänden entlang zu rennen und Doppelsprünge zu performen. Richtig kombiniert, kann man einmal durch eine ganze Karte sprinten und fliegen, ohne den Boden zu berühren. Für Einsteiger sind die Funktionen ziemlich einfach zu nutzen, aber sie korrekt zu verknüpfen ist die Kunst dabei. Die Jump Kits machen Titanfall zu einem verdammt schnellen und erfrischenden First Person Shooter.

Wenn man aber gerade mal nicht über die halbe Map springt und alles aus der Luft heraus zerlegt, ist man in einem der namensgebenden Titanen. Diese erhält man nach Ablauf eines Timers, den man aber beschleunigen kann, indem man andere Spieler, Titanen oder Bots erledigt. Jedoch reduzieren zerstörte Titanen den Countdown am meisten, dann kommen andere Piloten und zu guter Letzt die KI-Gegner. Nach Anforderung des Titans dauert es ca. vier Sekunden bis er durch die Stratosphäre bricht und direkt vor einem auf den Boden kracht, wie ein Komet. Ist man erst mal im Exoskelett, so fällt einem auf, dass man überraschend mobil und agil für die Größe des Metallhaufens ist. Die Giganten haben nämlich Düsen an sich, die man benutzen kann, um einen Dash in eine beliebige Richtung auszuführen. Man fühlt sich dazu auch noch sehr sicher und mächtig. Doch schnell wird klar, dass das Spiel ziemlich gut ausbalanciert ist. Denn obwohl die Titanen relativ solide sind, gibt es eine Menge Bedrohungen wie Bots mit Raketenwerfern, die Anti-Titanenwaffen, die jeder Pilot bei sich trägt und die Schwachstelle am Hinterkopf der Metallmonster. Diese kann, wenn man es schafft auf einen der Roboter aufzuspringen und ihn zu reiten, geöffnet werden. Somit hat der Rodeopilot die Möglichkeit in die sensiblen Innereien der Maschine zu schießen und den Schild zu umgehen (dafür gibt es aber auch eine Abwehrmaßnahme).

Denn sowohl Piloten, als auch Titanen können angepasst und ausgerüstet werden. Das funktioniert ähnlich wie in Call of Duty. Man kann bis zu fünf anpassbare Klassen für jeweils Piloten und Titanen freischalten. Bei den Piloten hat man die Auswahl zwischen einem Potpourri aus zehn verschiedenen modifizierbaren Primärwaffen, 3 sekundär Waffen und 4 Anti-Titanwaffen. Dazu kommen verschiedene Granaten, eine aktive und zwei passive Fähigkeiten. Bei den Titanen wählt man, sobald man sie freigespielt hat, zwischen drei Chassis, Oger, Stryder und Atlas. Die Gehäuse unterscheiden sich in Sachen Panzerung, Mobilität und der Kernfähigkeit. Diese aktive Fähigkeit lädt sich im Kampf auf und je mehr man killt, beschleunigt sich dieser Vorgang. Einmal aufgeladen kann sie für eine gewisse Zeit lang aktiviert werden, um mehr auszuhalten, mehr auszuteilen oder um extrem schnell zu werden. Hat man sich hier also für einen Spielstil und damit für ein Chassis entschieden, geht es an die Waffenauswahl. Viele dicke Wummen gibt es allerdings nicht für die Kolosse. Sechs an der Zahl sind es, aber alle spielen sich sehr unterschiedlich und somit hat jede Knifte eine Daseinsberechtigung. Für jede Waffe gibt es außerdem ein paar Modifikationen, die wie Aufsätze in Call of Duty funktionieren. Ansonsten muss man sich auf eine der drei zur Verfügungstehenden aktiven, taktischen Fähigkeiten festlegen, eine auf der Schulter montierte Waffe auswählen und zwei passive Fähigkeiten bestimmen. Das bietet jede Menge Möglichkeiten Ausrüstungen zu kombinieren und sich damit perfekt auf einen gewissen Spielstil einzustellen. Dabei wirkt nichts wirklich übermächtig und erscheint fair ausbalanciert.

Das alles muss natürlich hart erspielt werden, indem man es Level für Level nach einander freischaltet. Dabei helfen einem die Herausforderungen, die man bereits aus Call of Duty kennt. Wird eine freigeschaltete Herausfoderung erledigt, erhält man dafür Bonuserfahrungspunkte. Das beschleunigt das Leveln und motiviert alles, was bereits verfügbar ist, auszuprobieren.

Die 14 Karten in Titanfall sind schön anzuschauen und sehr gut für die Gameplaykombination aus Titanen und Piloten optimiert. Anders als in anderen Spielen ist hier tatsächlich die ganze Karte zugänglich. Somit enthalten die Schlachten auf den Maps durch ihr Design und die Jump Kits eine vertikale Komponente, die es so, in diesem Maß, in anderen Spielen des Genres nicht zu sehen gibt.

Viele Modi gibt es allerdings, im Gegensatz zu Karten, nicht. Es gibt fünf verschiedene Spielmodi, die ziemlich einfach und nichts Neues sind. Im Prinzip sind es Teamdeathmatch, Herrschaft, Capture the Flag, ein Titanenspielmodus, indem man nur Titanen spielt bis ein Team keine mehr hat, und eine Variante von TDM indem nur die Pilotenabschüsse Punkte geben.

Technisch ist Titanfall einwandfrei. Waffen und Titanen klingen wuchtig und der Sound ist gut abgemischt. Die Lokalisation ist in Ordnung aber nicht herrausragend. Durch die stark veränderte Source Engine auf der das Spiel läuft sieht es nicht ganz so hübsch aus wie die Konkurrenz, läuft dafür aber schön flüssig und stabil. Und das wichtigste für einen schnellen Shooter wie Titanfall, lässt auch nichts zu meckern übrig: die Hitdetection. Nur leider ist das Matchmaking in Titanfall kaum existent und man bekommt es nicht selten zu sehen, dass ein Team aus hochrangigen Spielern gegen eine Gruppe Anfänger spielt.

Fazit: Alles in Allem ist Titanfall ein Shooter, der neuen Wind in das Genre bringt und sich etwas abhebt von Battlefield und Call of Duty. Die Mischung aus frischen Ideen und Altbewährtem funktioniert und macht Spaß. Dennoch ist Titanfall nicht die Revolution, als  die es angekündigt wurde.

 

Originally posted 2014-03-13 18:09:12.