Vergesst Dunks, AF1s, Jordans und die unsäglichen Air Max. Hier kommt ein Retro der Extraklasse.

Endlich. Sie sind zurück. Alle möglichen Retros kamen über die Jahre raus. Die Flights waren – zumindest in Deutschland – davon stets ausgenommen. Als einer der wenigen konnte ich mich nie mit den Nike-Cash-Cows wie den Air Force Ones oder den Air Jordans anfreunden.

schuhe

 

Trotzdem nimmt Nike meiner Meinung auch weiterhin eine Vorreiterrolle bei den coolsten Sneakers ein. Verblüffend, wie sie es immer wieder schaffen, Sneaker-Silhouetten oder auch Farbkombinationen herauszubringen, die so cool sind – und gleichzeitig in der Karstadt-Ramschabteilung an den Mainstream die hässlichsten Schuhe ever zu verkaufen.

Ein schönes Beispiel gefällig? Dann nehmen wir den Air Max 90. (Für den Nicht-Insider: Die „90“ markiert die Sichtbarkeit des Luftkissens. Auch wenn man beim 90 nicht unbedingt 90 Grad des Luftkissens sieht, hat Nike in Folge über den 180 bis zum 360 immer mehr „Luft“ sehen lassen. Ich muss nicht erwähnen, dass die Sneaker immer hässlicher wurden, denn so ein Luftkissen ist nun mal nicht so hübsch. Das schafft selbst Nike nicht.)

nike-air-flight-89-fireberry-306252-400-000

Egal, ob rechte Atze, Mitteschnitte oder linker Cordsakko-Styler – alle lieben ihre Air Max in den verschiedenen Colorways. Ähnlich erfolgreich durch alle Gesellschaftsschichten waren wohl in den letzten Jahren nur die furchtbaren (aber sooo praktischen) Schlüsselbänder. Lustig, dass die Praktikabilität inzwischen abgenommen zu haben scheint. Man sieht diese Schlüsselbundvergrößer jedenfalls nicht mehr so selbstverständlich.

Gleiches kann ich leider von den Air Max nicht behaupten.

schuhe 2

Prepare for landing.

Doch zurück zu den sexy 89er Flights. Schon, als ich sie Anfang der 90er rumlaufen sah, war ich verliebt. Der kurze Swoosh, der gesamte Aufbau – voll geiheil. Alle haben mich mit Jordans vollgequatscht, so dass ich allein schon durch diesen Mainstream-Andrang keinen Bock auf die Dinger hatte. Da waren mir die klobigen Ewings lieber. Inzwischen finde ich den Vierer-Jordan ok, aber hey – Flights sind weiterhin meine erste Wahl.

Rund um das Jahr 2000 kamen die Flight-Retros dann in den USA raus in zig Farbvarianten. So wie es sich gehört, alle möglichen Farbmixe nur in bestimmten Regionen erhältlich. „Ist das nicht ein Cali-Colorway, mit dem der Typ durch Harlem humpelt?“ So konnte man schon früher seine Vielreiserei subtil raushängen lassen.

Ich lief zu der Zeit jeden Tag in Harlem an einem Sneaker-Laden vorbei, der den Flight in einer Traumfarbe hatte: Grau mit Babyblau-Akzenten. (Und wenn jetzt jemand das Gefühl bekommt, das klinge oberflächlich: JA MAAAN!!!! Es geht um Mode, die ist immer oberflächlich. Ich hatte kaum Geld für Essen, aber ich musste diese Sneaker haben. Hatte ich zum Glück nicht oft, diese dummen Anfälle. Erfreuen tun mich die grauen 89er aber noch heute, auch wenn inzwischen die Sohle recht doll krümelt.)

nike_air_flight_89_21

Problem bei den Retros war, dass die Farben irgendwie nur aufgesprüht waren. Nach einer Weile Benutzung brach die Farbe und das weiße Gummi kam durch. Nicht so schick.

Nun teste ich also die neuen Retros und hoffe, dass sie das Farb-Gummi-Problem gelöst haben – und noch ein paar spannende Farbkombis wie den pinken für die Damen mit Stil auch für die Jungs mit Stil bringen.

In der Zwischenzeit warte ich weiterhin noch auf ein Revival der Escapes.

 

danilo

Originally posted 2013-06-24 21:47:05.