Da wir die Rubrik ModeR (noch) nicht eingeführt haben, gibt es nachfolgenden Text eben unter der (zumindest buchstäblich) naheliegenden Rubrik Mode. Necropants. Ja. Das ist genauso igittigittigitt, wie der Name vermuten lässt. Eigentlich ist es noch igittigittigitter: Zumindest für jene, die sich nicht ohnehin schon für irgendwas mit geschlossener Verwahrung und/oder Plastination qualifiziert haben. Hannibal Lecter oder Gunther von Hagens oder so.

Glücklicherweise hat gegenwärtige Skinny-Mode mit der Necropants aus dem 17. Jahrhundert nichts gemein. Vom Haut(eng)-Faktor und daraus resultierender Konsequenz, dass sie nicht jeder tragen sollte, mal abgesehen. Die Necropants hingegen konnte schon mal gar nicht jeder tragen. Dies war nämlich jenen vorbehalten, die sich vorab beim potentiellen Pants-Spender eine Erlaubnis einholten, ihn posthum abziehen (lassen) zu dürfen. Von der Hüfte abwärts. Mit allem (!), was hüftabwärts eben so dran ist.

Der Legende nach versprachen sich Zauberer vom Tragen jener Haut(e)-Couture Reichtum und Glück. Aha. Das nekrotische Brauchtum verlangte es, hierfür von einer armen Witwe eine Münze zu stehlen und diese zusammen mit einer „magischen Notiz“ im Skrotum zu verstauen. Natürlich nicht im eigenen. Danach war einfach in die Necropants zu schlüpfen, auszusehen und abzu(w)arten. Es wäre, dessen war man überzeugt, sogar möglich die Profitabilität der Hose ewig zu erhalten. Dafür mussten lediglich stets würdige (und ekelbefreite) Nachfolger gefunden werden, die (Bein für Bein) in die Pants steigen, sobald der Vorgänger sich dieser entledigte. Bestenfalls wären Vorgänger, wie auch Nachfolger männlichen Geschlechts, denn dass es derartige Beinkleider auch für Frauen gibt, ist nicht überliefert.

Die letzte Necropants gibt es übrigens im Museum of Icelandic Sorcery & Witchcraft in Hólmavík zu bestaunen. Zwar nur als Replik, aber die reicht fürs Ekeln allemal! Wenn nicht: Überprüfe dich!

 

Originally posted 2014-01-22 12:01:07.