Nach einem Zitat, in dem sich der Vizepräsident für Trump ausspricht, hat New Balance ein Problem. Jetzt wollen Neonazis den Schuh in ihre „Uniform“ einbinden. 

Keine 24 Stunden, nachdem Donald Trump letzte Woche als überraschender Sieger aus den US-Wahlen hervorging, erstaunte Wall Street Journal Journalistin Sara Germano auf ihrem Twitter-Account mit einem pro-trumpistischen Zitat des New Balance Vizepräsident Matthew Lebretton viele Sneakers-Tragende. Germano also so: „LeBretton so: „Obamas Verwaltung hat uns ein taubes Ohr gezeigt und ganz im Ernst, mit Trump, dem Präsidenten in Spe, fühlen wir, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen.“.“

Schnell griffen Sneakerblogs und Social Media Menschen besagten Tweet auf und vervollständigten ihn mit der Aussage, New Balance sei das erste Sportswear-Unternehmen, das Trump öffentlich unterstütze. Und so nahm die missliche Lage, in denen sich New Balance heute trotz Widerrufen und Protesten (Aus dem Kontext gerissen! Wir sind einfach nur gegen TPP!!) befindet, seinen Lauf.
Der Tsunami an wütenden Tweets, Nachrichten und Videos, in denen (ehemalige) Käufer und Käuferinnen ihre New Balance Sneakers verbrennen oder anderweitig entsorgen, dürfte dem Image des Labels einen seriösen Schaden zugefügt haben. Doch schlimmer geht immer: Als wären brennende Turnschuhe und öffentliche Trump-Liebe nicht unvorteilhaft genug, mischt sich nun auch noch ein weiterer Akteur in dieses Drama ein.

neonazis claimen turnschuhe

Neonazis für Trump. Und New Balance.

Neonazis loben New Balance für ihr Engagement und fordern ihre Anhänger und Anhängerinnen dazu auf, die Schuhe in ihre „Uniform“ im Kampf für „Weiße Herrschaft“ aufzunehmen.
Auf seiner Website Daily Stormer schreibt Neonazi-Blogger Andrew Anglin:

„Ich bin ein Nike-Mensch. Oder ich war einer. Es ist Zeit, mit New Balance mitzugehen. Ihr [New Balances] mutiges Handeln hat sie gerade zur offiziellen Marke der Trump Revolution gemacht“

Interessant ist dabei, dass auch Anglin von einer Verwendung des Zitats ausser Kontext spricht. So fordert er zur bewussten Dekontextualisierung der Aussage auf und befürwortet eine Aneignung des Labels durch Menschen mit ähnlichen Kack-Ansichten.„Es wird fantastisch, wir werden uns an unserer Kleidung erkennen.“

Das fand New Balance dann irgendwie auch nicht so toll. Und distanzierte sich prompt, aber mit einem durchaus fragwürdigen Schlusssatz auf seinen Social Media Kanälen: „Wir unterstützen keinen Hass. […] Wir haben Angestellte aller Hautfarben, Sexueller Orientierungen und Geschlechter. […] Wir haben und werden uns immer für eine Herstellung in den Vereinigten Staaten einsetzen.“

 

Deutsche Neonazis claimen New Balance seit Jahren

Das Neonazi Problem ist für das US-Label übrigens kein Neues. In Deutschland gelten die Sneakers neben anderen Marken seit Jahren als einschlägiger Modetipp der rechten Szene. Grund dafür ist das „N“, das Neonazis unter ihresgleichen erkennbar machen soll. Als Neonazis natürlich. Vielleicht steht es dann aber auch einfach für No Brain. Wer weiss das schon.

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Originally posted 2016-11-17 14:00:48.