Bevor das letzte Jahr zuende ging haben wir uns noch schnell mit der dänischen Sängerin Ida Gard zusammengesetzt und ein paar Worte, kurz vor ihrem Konzert im Berliner Crystal Club, gewechselt.
Wer jetzt weder weiß, wer Ida Gard ist oder was im dänischen Pop momentan so abgeht: Ida geht ab und warum, lest ihr hier.

 

In Dänemark bist du bereits sehr bekannt, in Deutschland hat man noch nicht so viel von dir gehört. Stelle dich doch bitte einmal kurz vor.

Ich bin Ida Gard, eine dänische Singer/Songwriterin und arbeite schon eine ganze Weile an dem Projekt. Jetzt bin ich zur Zeit wieder in Deutschland, auf einer kleinen Tour und versuche mir auch hier einen Namen zu machen. Das scheint irgendwie auch ein bisschen zu funktionieren (lacht), weil es immer mehr Leute bei den Konzerten werden.

Der Live-Sound ist viel minimalistischer als auf der Platte. Warum hast du nur eine Schlagzeugerin und keine komplette Band mit auf die Reise genommen?

Das hat als erstes einen rein praktischen Grund. Es ist einfacher mit weniger Leuten und entsprechend weniger Equipment auf Tour zu gehen, als noch einen Tonmann, eine großen Van und all das andere Zeug mitzunehmen. Außerdem hat sich herausgestellt, dass wir als Duo ziemlich gut funktionieren. Nachdem wir zum ersten Mal zu zweit ein Konzert gespielt haben und die Leute uns lange Zeit danach noch darauf ansprachen, hat das die Entscheidung erleichtert, auf eine komplette Liveband zu verzichten.

Ida Gard

Erzählst du eigene Geschichten in den Songs?

Ich denke, man erzählt immer eigene Geschichten. Wenn man einen Song schreibt, ist es deine Geschichte, weil du entschieden hast, was du erzählst und was nicht.

Kannst du uns etwas über Dänemarks Musikszene erzählen?

Es gibt dermaßen viele gute Künstler in Dänemark, dass es fast schon zu viele sind. Ich weiß nicht was es ist, aber jeder scheint Musik zu machen – zumindest jeden den ich kenne (lacht).

Ich war zum Beispel in New York um am „Doors‟ Album zu arbeiten und ich hätte erwartet, dass ich von dem ganzen Talent, dass sich in der Stadt versammelt umgehauen werde. Das hat man immer so vor Augen, wenn man sich Amerika oder speziell New York vorstellt. Aber ehrlichgesagt war das Level gar nicht sehr hoch.
In Dänemark gibt es kostenlosen Musikunterricht und viele kulturelle Angebote, die das vom Kindesalter an fördern, was das Musizieren einfach macht und es daher entsprechend viele gute Musiker gibt. Sie machen aber kaum Geld, weil es einfach zu viele davon gibt. Das ist in etwa die Dänische Musikszene (lacht).

Hat New York als Stadt das aktuelle Album und die Musik beeinflusst?

Ich war überrascht, dass der Einfluss nicht stärker war. Die Meiste Zeit habe ich allein mit meiner Gitarre herumgesessen, weil ich keinen normalen Alltag hatte, als ich dort war und auch kaum jemanden kannte. So musste ich mich um nichts kümmern und konnte mich ganz auf das Schreiben konzentrieren. Das hätte ich aber auch an jedem anderen Ort auf der Welt tun können, aber von der Produktion her klingt es aber schon amerikanisch.

Ida Gard

Hast du schon mal eine Platte gekauft, für die du dich heute schämst?

Ich besitze zwar einige schlechte Alben, aber ich würde nicht sagen, dass ich mich dafür schäme. Ich bin stolz drauf (lacht).
Ich identifiziere mich auch nicht so mit der Musik, dass ich genau definieren könnte, dieses und jenes ist cool und das nicht. Meine ersten Alben waren eine Hardrock Scheibe, ein Kinderalbum der Schlümpfe und irgendein schlechter Pop aus Dänemark

Welchen Song hättest du gerne selbst geschrieben?

DEN einen Song könnte ich da nicht herauspicken. Ich würde mich lieber in die Liga der ganz Großen einreihen können, mit meinem Song. Auf dem Niveau wie Joni Mitchell oder Bob Dylan einen Song zu schreiben, wäre schon großartig, aber ich habe nicht einen perfekten Song, den ich selbst gerne geschrieben hätte. Es ist eher deren Kunstfertigkeit an sich.

Vielen Dank für deine Zeit

Wer sie sich mal auf der Bühne anschauen möchte, hat in den folgenden Städten die Chance dazu.

13.02.15 – Bad Homburg – Speicher
14.02.15 – Ravensburg – Studio 104
17.02.15 – Braunschweig – Kaufbar
19.02.15 – Bielefeld – Bunker Ulmenwall
20.02.15 – Göttingen – Nörgelbuff (Zusatzshow)
21.02.15 – Essen – Grend
24.02.15 – Münster – Hot Jazz Club
25.02.15 – Unna – Kühlschiff
26.02.15 – Hannover – Lux
27.02.15 – Greifswald – Sòtano
28.02.15 – Flensburg – Volksbad

Originally posted 2015-01-19 16:26:46.