Denke ich an Brandenburg denke ich an viel, aber nicht an geile Musik. Das mag daran liegen, das die Hauptstadt so nah und so voll mit gutem Programm ist, dass das Berliner Hinterland Brandenburg schnell aus dem Blick gerät. Allerdings befürchte ich, mit meiner Einschätzung der hiesigen Musikszene ziemlich daneben zu liegen. Sind gute Musik und Brandenburg wirklich so ein Gegensatz? Um mit meinen eigenen Vorurteilen oder blinden Flecken aufzuräumen oder sie bestätigen zu lassen (eher unwahrscheinlich) werde ich am 22. Und 23. März zum POPUP Kongress nach Potsdam fahren.

 

In Brandenburg geht einiges, man muss nur hinhören

Die VeranstalterInnen des POPUP-Kongress sind sich sicher: Die Brandenburger Popularmusikszene (kurzes Klugscheißen: Popular ist alles, was nicht Klassik ist, also von Pop über Rock bis Elektro und Jazz)  ist am Start, aber sie braucht bessere Rahmenbedingungen. Und daran wollen sie zusammen mit MusikerInnen, ExpertInnen und Interessierten arbeiten. In Workshops und Gesprächsrunden kommen verschiedenste AkteurInnen der Brandenburger Musikszene mit dem Ziel zusammen, sich auszutauschen und die Bedingungen der Brandenburger Musiklandschaft nachhaltig zu verbessern. Wer sich also, so wie ich, schon einmal gefragt hat, was musikmäßig in Brandenburg eigentlich so abgeht, der bekommt hier mehr als nur eine Antwort. Wer schon weiß, was so los ist, der kriegt wiederum die Möglichkeit, sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen. Oder aber die Chance mit wichtigen EntscheidungsträgerInnen aus der Politik in Dialog zu treten. Der Eintritt ist frei, die Plätze aber nicht unbegrenzt. Das ganze findet auf dem Campus der FH Potsdam statt.

 

Mellow Mark kommt auch zum POPUP Kongress

Und was wäre ein Musik-Kongress ohne Musik? Nüscht natürlich. Deshalb gibt es am Abend nach all den Workshops und Talks die Möglichkeit bei den POPUP Night-Konzerten in den Brandenburger Musikkosmos einzutauchen. Am Donnerstag spielt MELLOW MARK. Kommt dir bekannt vor? Dann bist du entweder so alt wie ich, oder hast letztes Jahr The Voice of Germany geschaut. Ist dir vollkommen unbekannt? Auch in Ordnung, denn am 22. kannst du ihn dir ja anschauen. Und wenn du dir ganz unsicher bist, vorab mal in sein neues Album NOMADE reinhören.

Am Freitag geht es dann gleich mit mehreren Brandenburger Acts zur Sache. Die Elektro-Rock’n Roll Combo IM MODUS eröffnet das Ganze und lädt mit einem musikalischen Feuerwerk zum Tanzen, Mitsingen und Ausrasten ein. Im Anschluss gibt es das Kollektiv WANUBALÉ zu hören. Aus der Zusammenarbeit von neun Musikern ist eine explosive Mischung aus Funk, Jazz, Dub und elektronischer Musik entstanden, die dem Publikum noch weiter einheizen wird. Zum Abschluss gibt es selbstverständlich eine ordentliche Portion Techno, und zwar live! Das Trio ACREPEARLS macht spielt Techno mit Schlagzeug, Analogsynthezisern und Saxophonloops. Ich fürchte spätestens hier sind auch meine Füße nicht mehr ruhig zu kriegen, aber warum sollten sie das auch? Und bevor es ins Bett geht bereitet DJANE GALAXAURA allen eine intergalaktisch gute Nacht mit einer Kombi aus Elektro, Breakbeat und Cosmic-House. Und weil die MacherInnen wissen, dass man kein Geld haben muss, um guten Musikgeschmack zu haben bekommt ihr die Wahl fünf oder zehn Euro Eintritt zu zahlen.

Weitere Infos finden sich unter: www.popup-brandenburg.de/kongress