Hamburgs Superbude lud am Samstag, den 23.02., zum Kaffeeklatsch auf St. Pauli. Bei Kaffee und Kuchen konnte man zwei deutschen, jungen und frischen Bands lauschen. Wer diese Bands sind, was sie ansonsten so machen, wenn sie nicht gerade im Frühstücksraum eines Hostels Gigs spielen und wie es ihnen gefallen hat, erzählen euch „Domi, bade! und „Aeroclub am besten selbst:

domi_bade

Erzähl mal was über eure Geschichte. Wie bist du zum Musikmachen gekommen und wie habt ihr dann als Band zusammengefunden?

Dominik: Ich habe nach der Schule einfach eine Beschäftigung gebraucht und die alte Gitarre meiner Mutter gefunden und mir dann mit einem alten Notenbuch die Grundlagen beigebracht – ohne Lehrer und alles. Ich hatte dann so viel Spaß daran, dass ich irgendwann angefangen habe, auch Lieder zu schreiben. Das ist jetzt auch garnicht so lange her. Als dann die ersten Auftritte kamen, habe ich schnell gemerkt, dass ich ohne Band aber garnicht so weit komme und dann habe ich mir ein paar Freunde geschnappt. Eigentlich sind wir eine Singer-Songwriter-Band mit Akustikgitarren, haben jetzt aber noch Bass, Schlagzeug und E-Gitarre dabei. Wir sind alle ein Freundeskreis und kommen alle aus der gleichen Gegend

Was hat es denn mit dem Bandnamen auf sich?

Dominik: Das ist im Prinzip einfach mein Name. Ich heiße ja Dominik Bade – kurz Domi Bade und so wurde ich auch immer vorgestellt und dann habe ich mich damit arrangiert und mir gedacht:Gut, machst einen Imperativ draus und jetzt lasse ich einen Dominik baden gehen. Aber eigentlich ist es nur mein Name, der geschrieben mit dem Komma und dem Ausrufezeichen eben abgewandelt ist. Aber ich schreibe den auch mal so und mal so, es ist also nicht sehr konsistent.

Spielt ihr oft deutschlandweit Konzerte oder überwiegend in Hessen?

Dominik: Momentan sind wir noch überwiegend in Hessen unterwegs, haben uns aber vorgenommen, im Laufe des Jahres ein bisschen rauszukommen. Hamburg war da der erste Schritt und demnächst steht noch Berlin an, es sieht also ganz gut aus.

Speziell Raum Frankfurt – gibt es eine Musikszene bzw. wie empfindet ihr das musikalische Angebot? Vielleicht auch im Vergleich zu anderen Städten.

Dominik: Für die ganze Singer-SongwriterSache ist Frankfurt nicht so optimal. Mein Traum ist es, mit der Band nach Hamburg zu gehen, weil dort die ganze deutschsprachige und Akustikgitarrenmusik sehr viel präsenter ist. In Frankfurt ist Elektro sehr stark vertreten und es gibt noch ein paar Popbands, aber es gibt keine alternative Szene.

 

 

aeroclub_foto_1_web_580

Euer neues Album heißt „Soul Beat Bastard – warum?

Aeroclub: Weil dieser Titel ganz gut beschreibt, was man auf der Platte hört.

Wie würdet ihr eure musikalische Entwicklung vom ersten Album bis heute beschreiben?

Aeroclub: Snare lauter, weniger Chöre, dafür mehr Leute im Publikum. Mehr Bier davor, weniger Petting danach.

Auf eurer Facebook-Seite habt ihr als Wohnort Berlin und Hildesheim angegeben. Wie muss man sich das vorstellen und wo genau ist euer Hauptquatier?

Aeroclub: In Hildesheim wird geprobt – in Berlin werden die Gigs gespielt. Hauptquartier demnach die A2.

Was sind eure Erfahrungen mit Bandcamp oder auch Soundcloud, da man ja eure Musik dort kostenlos streamen kann. Wird trotzdem noch gekauft?

Aeroclub: Man muss halt heutzutage einen guten Mittelweg finden: seine Musik zugänglich machen, aber auch nicht verschenken. Und dafür sind diese Plattformen natürlich sehr hilfreich. Echte Musikliebhaber hören dann nicht nur die freien Streams, sondern kaufen sich auch die Songs.

 

 

So unterschiedlich die Stile der beiden Bands auch sein mögen, so einig waren sie sich über das Event.

Wie lief der Gig in der Superbude?

Aeroclub: Ganz schön früh so am Nachmittag, aber mit einer schönen Tasse Bohnenkaffee kann man uns natürlich aus unserem Keller locken. Und so gut besucht wie die Bude war, andere Leute wohl auch. Schönes Konzept ist es, dieses Soundkuchen 😉

Dominik: Megagut! Das Konzert an sich war sehr gemütlich, es waren ungefähr 40-60 Leute da, alle Sitzplätze waren belegt und ein paar haben gestanden. Hat echt viel Spaß gemacht, weil es auch mal was Ungewöhnliches war, so mit dem KaffeeundKuchenFlair. Wir konnten auch ein paar Kontakte knüpfen und bekommen sogar ein Zimmer in der Superbude. Ich weiß nicht, ob du davon was weißt, aber es gibt diese Bandpatenschaften, das heißt, wenn wir in der Stadt sind, haben wir ein Dach über dem Kopf. Es ist auch ein Songzitat von uns an die Wand gekommen. Das Konzert an sich war super, weil es Soundtechnisch auch echt gut gelöst und die Stimmung einfach gut war.
Hat sich gelohnt
, hochzufahren!

Wart ihr vorher schonmal da und habt auch schon übernachtet?

Aeroclub: Jaa, aber da hieß es noch Hilton und war in Paris … Nee, im Ernst – schon zweimal, leider aber noch nie in der Rockstar-Suite, dafür hat’s noch nicht gereicht.

Dominik:
Nein, es war das erste Mal für uns. Ich wusste auch bis dahin garnicht, dass die Superbude existiert. Es gibt hier in Frankfurt ein Hostel, das ist glaube ich sogar eine Kette, das 25Hours Hostel. Und die arbeiten scheinbar in Kooperation mit der Superbude, was ich auch erst erfahren habe, als wir dann da waren und lustigerweise haben wir unseren Proberaum im 25Hours. Die machen auch Konzerte und es ist alles ziemlich ähnlich vom Konzept und wir proben bei denen im Keller.


Was haltet ihr von dem Konzept nachmittags, bei Kaffee und Kuchen Musik zu machen und nicht so Rock’n’Rollmäßig bei Bier und zu später Stunde?

Dominik: Das Rock’n’RollZeug will ich nicht missen, aber so als Abwechslung fand ich das echt gut.

Aeroclub: Das finden wir gut – so haben wir uns Omas Geburtstag immer gewünscht. Aber Oma ist tot – lang lebe die Superbude!

Fred

 

Originally posted 2013-03-06 11:13:42.