Als der DJ Savages 2008 sein Debütalbum „Five Finger Discount“ veröffentlichte, traf er auf Suefo. Im Nachhinein eine Schicksalsbegegnung, denn von da an arbeiteten die Musiker zusammen und machten sich auf eine Mission: die Verbreitung des Electro-Swings in Ungarn! Mit dem Release ihres ersten Albums „Worldstyle“ zeigen die Jungs, dass es nicht immer Fisch oder Fleisch sein muss. Ihre Musik ist vielmehr ein musikalischer Melting Pot. Wir trafen die Musiker zum Interview.

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Worldstyle ist euer erstes gemeinsames Album. Seit wann arbeitet ihr zusammen?

Savages: Wir trafen uns zum ersten Mal 2008, als ich mein Debütalbum Five Finger Discount herausbrachte. Suefo fand meine Musik gut und wollte mit mir arbeiten. Nach ein paar Treffen und einer Menge Brainstorming begannen wir an zwei Remixes für Danilo Venturi und !DelaDap zu arbeiten.

Suefo: Eigentlich erschien unser erstes gemeinsames Album schon letztes Jahr (Sannan Moniker). Das ist unser Chillout-/Lounge-Projekt. Das zweite Album kam letzten November raus, also im Prinzip war das alles noch vor dem ersten Savages-y-Suefo-Album.

Wieso Worldstyle? Nur irgendein Name oder hat er eine tiefere Bedeutung?

Savages y Suefo: Der Name stand bereits fest, bevor wir die Musik überhaupt produziert hatten. Das taten wir ganz bewusst, weil wir Musik machen wollen, die eben gerade nicht in irgendein Genre eingeordnet werden kann. „Worldstyle“ bedeutet eben genau das. Das Album ist eine Art musikalischer Melting Pot, in dem sich Genres wie Funk, Downtempo, Breaks, Jazz, Hip Hop, Dub, Electro-Swing, Folk und viele mehr finden.

Was bedeutet euch dieses Album?

Savages y Suefo: Es bedeutet zwei Jahre verdammt harte Arbeit (lacht)…nein, wir sind unglaublich glücklich und stolz, dass wir das durchgezogen haben und dass es jetzt fertig ist. Außerdem erscheint es bei Agogo Records, einem renommierten deutschen Label (lacht).

Habt ihr einen Lieblingstrack?

Savages: Puh, es ist ganz schön hart, nur einen einzigen Track auszuwählen, wenn man sich zwei Jahre lang so intensiv mit dem Album beschäftigt hat. Aber wenn ich einen wählen müsste, wäre es wohl „Ballroom Breakers“.

Suefo: Mein Lieblingstrack ist „Our World Our Style“, den spiele ich auch am Häufigsten in meinen DJ-Sets.

Als ich euer Album das erste Mal angehört habe, konnte ich es nicht wirklich irgendwo einordnen. Was sagt ihr dazu?

Savages y Suefo: Dass wir genau das erreicht haben, was wir wollten (lachen). Klassifikation ist genau das, was wir vermeiden wollten.

Wer oder was beeinflusst(e) euch?

Savages: Eigentlich alles, was wir bis jetzt gehört haben.

Suefo: Um ein paar Namen zu nennen: Up, Bustle & Out, Karminsky Experience, United Future Organization und Thievery Corporation.

https://soundcloud.com/savages/savages-y-suefo-baby-gone

Ihr arbeitet ja beide als DJs…wart ihr immer schon in dieser Szene oder woher kommt ihr musikalisch?

Savages: Ich habe erst kurz bevor Savages y Fuego gegründet wurde damit begonnen. Aber Suefo ist ein DJ-Urgestein und hat deswegen auch schon den nötigen Bekanntheitsgrad erlangt.

Suefo: Ja das stimmt. Ich habe bereits 1997 begonnen und es macht mir immer noch riesigen Spaß. Ich war immer schon ein Vinyl-Junkie. Am Anfang war das alles aber immer nur ein Hobby. Seit ich meinen letzten Job als Berater und Verkäufer bei einem Record Store beendet habe, mache ich nur noch das. Das ist mittlerweile acht Jahre her.

Wolltet ihr immer schon Musiker werden?

Savages: Nein. Wir lieben Musik über alles und das ist auch der Hauptgrund, weshalb wir das alles machen. Als Kind lernte ich Klavier und Trompete. Aber als Kind war Musiker sicher das Letzte, was ich werden wollte. Mein Traum war es, Astronaut oder Erfinder zu werden.

Suefo: Als Teenager spielte ich Bass und Schlagzeug in einer Experimental- und Punkband. Aber wir waren nie wirklich gut und es war nur ein Hobby und nie für die Öffentlichkeit gedacht.

Wollt ihr in Budapest bleiben oder ist ein Umzug in eine größere Metropole geplant?

Savages: Budapest ist eine echt tolle Stadt, aber die Leute sind momentan alle ziemlich frustriert. Wenn ich könnte, würde ich sofort in irgendeine kleine Stadt oder ein Dorf auf dem Land ziehen. Ich liebe das Landleben.

Suefo: Ich ziehe in den nächsten Tagen von Pest nach Buda. Ich hoffe, dass mein Leben dort ein wenig entspannter ist, gleich neben dem Schloss. Ich mag das Nachtleben in Pest, aber manchmal ist das einfach zu krass für mich. Meine Nachbarn kommen aus England. Ziemlich verrückt, diese Typen (lacht).

Das Einzige, was wir tun können, ist ihre Musik ganz laut zu spielen.

Seht ihr euch beide als Missionare, die den Electro-Swing populär machen wollen?

Savages: Electro-Swing ist eigentlich in ganz Europa recht populär, nur eben nicht in Ungarn. Glücklicherweise haben wir ein paar DJ-Freunde, die unsere Begeisterung für diese Musik teilen und uns bei der Verbreitung unterstützen. Ich denke jeder, der schon mal in einem Club war, kennt „We No Speak Americano“ von Yolanda Be Cool oder Parov Stelar, aber das ist ja noch lange nicht alles, was diese Szene zu bieten hat. Es sind so viele gute Musiker und Produzenten da draußen. Das Einzige, was wir tun können, ist ihre Musik ganz laut zu spielen.

Suefo: Wir haben eine wöchentliche Clubnacht, die wir „Swingalong“ nennen. Da spielen wir dann hauptsächlich Electro-Swing und laden auch international Gäste, wie [dunkelbunt], Waldeck oder Renegades Of Jazz ein. Wir haben auch begonnen eine Art monatlichen Tanzkurs zu machen. Das ganze heißt „Egy, Két, Há’… Swing!“ („1, 2, 3… Swing!“). Da haben wir zwei tolle Tanzlehrer und nach dem Kurs gibt es dann noch eine Swing-Party.

Savages 2

Spielen Drogen eine Rolle?

Savages: Ist diese Frage entstanden, als du unsere Musik gehört hast? (lacht) Wie auch immer…ich trinke ein, zwei Bier vor einem Gig, aber unter der Woche trinke ich eigentlich nie. Ich rauche und trinke nicht.

Suefo: Drogen waren mal gute Freunde von mir. Aber diese Zeit ist vorbei. Damals probierte ich fast alles aus und ich genoss diese Erfahrungen sehr. Aber vor ein paar Jahren verlor ich das Interesse daran. Ich hörte dieses Jahr auch auf zu rauchen. Trinken tu ich aber immer noch gerne von Zeit zu Zeit.

Bier oder Schnaps?

Savages: Wenn ich wählen müsste, würde ich Bier sagen.

Suefo: Bier. Vor allem Zlaty Bazant, oder Staropramen! Ich bin aber auch kein Schnaps-Verächter (lacht).

Ungarn ist ja auch für seine Vampir-Geschichte bekannt. Jemals einen Vampir gesehen? Glaubt ihr an so was?

Savages: Graf Dracula kommt doch aus Transsylvanien? Aber das ist eine andere Geschichte. Ich glaube eigentlich nicht an so was.

Suefo: Ja, die leben in Transsylvanien. Wir haben nur Zombies. Da, wo ich lebe (im 7.Bezirk) gleich bei der Zughaltestelle (Keleti) lebt eine Gruppe von Zombies (lacht).

Habt ihr schon Pläne für die nächste Zeit? Kommt ein zweites Album?

Savages y Suefo: Wir planen eine zweite EP des Worldstyle-Albums mit Remixen in Zusammenarbeit mit bekannten Musikern. Hoffentlich können wir diesen Plan im nächsten Jahr in die Tat umsetzen. Außerdem wollen wir an einem zweiten Album arbeiten, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zuerst gehen wir mal mit unsrem ersten Album auf Tour.

Mariella

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Originally posted 2013-01-24 10:59:33.