Der SLEAZE Plattenteller im April Teil 2: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Der SLEAZE Plattenteller im April Teil 2 Nr. 53 – Musikreviews

Diesmal mit Drangsal, Cate Le Bon, Schreng Schreng & La La und Eagulls.

Drangsal – Harieschaim

Der SLEAZE Plattenteller 2016 im April Teil 2 mit Drangsal

Drangsal – Harieschaim

Label: Caroline (Universal Music)
VÖ: 22.04.2016

Genre: Pop-Rock
Klingt wie: Ein Flashback

Die Musikpresse feiert Drangsal schon jetzt als das neue große Ding aus deutschen Landen und überhäufte die Band bereits vor Erscheinen des Debütalbums mit Lobeshymnen. Ab dem 22.04. ist Harieschaim erhältlich und man muss konstatieren: Sie taten es nicht zu Unrecht.
Drangsal, das ist der mittlerweile in Berlin wohnende Max Albin Gruber. Seine Wurzeln liegen jedoch im pfälzischen Herxheim – oder eben Harieschaim, wie es mit dortigem Dialekt wohl ausgesprochen wird.
Die Ausrichtung des Langspielers wird bereits nach Erklingen der ersten Töne des Openers Allan Align deutlich: Es ist ein klarer 80iger Jahre Sound, der viel gemein mit den Klängen von The Cure und The Smiths hat. Will man aktuelle Bands als Vergleich heranziehen, so sind The Drums oder in Teilen auch I Heart Sharks Namen, die unweigerlich eine Assoziation in meinen Kopf hervorrufen.
Einflüsse aus New Wave, Elektro und wohldosiertem Punk sind auf Harieschaim unverkennbar. Sämtliche zehn Stücke des Albums transportieren diesen Sound an die Ohren des Hörers. Das ist leicht, das ist frisch und das ist gut.

(Stefan)

8/10

Cate Le Bon – Crab Day

Der SLEAZE Plattenteller 2016 im April Teil 2

Crab Le Bon – Crab Day

Label: Drag City
VÖ: 15.04.2016

Genre: Indie-Pop-Art
Klingt wie: Punk der sich am Indie-Pop versucht

Cate Le Bons Songs sind simpel. Sie wirken wie dilletantisch dahingeschrammelte Nonsens-Songs, aber recht schnell merkt man, dass das durchdachter Nonsens ist. Der „Crab Day“ ist die Antwort ihrer Nichte auf den 1. April. Sie boykottierte diesen Tag, indem sie deklarierte, stattdessen den „Crab Day“ zu zelebrieren. Was sie mit dem Zeichnen von Krustentieren auch tat.
Das musikalische Pendant dazu ist Cate Le Bons „Crab Day“ – in Albumform. Dadaistischer Art-Pop ohne all den Pomp, der da oft mit im Spiel ist. Lediglich das Gerippe steht im Raum und wird von ihrem Gesang – mal lässig, mal nervös – zusammengehalten.
Beim ersten Hören ist man überwiegend irritiert, aber je öfter sich die kindlichen Melodien mit der unsteten Instrumentierung paaren, macht das mit jedem mal mehr Spaß.

(Fred)

6/10

Schreng Schreng & La La – Echtholz Standby

Schreng Schreng & La La - Echtholz Standbye

Schreng Schreng & La La – Echtholz Standby

Label: Rookie Records
VÖ: 22.04.2061

Genre: Singer-Songwriter
Klingt wie: Love A mit gut duftendem Weichspüler

Wenn man eine Band so gerne mag und ihre Musik auch schon so viel gehört hat, dann fällt es immer schwer, die Musik, die nur ein Mitglied dieser Band in Form eines anderen Projekts macht, objektiv zu betrachten. Langer Satz, der nur Eines sagt: Ich liebe Love A und Jörkks mahnende Kratzbürsten-Stimme. Und genau das macht mir diese erste Platte von Schreng Schreng & La La auf Anhieb sehr sympathisch, im gleichen Atemzug fällt es mir aber auch schwer, diese Songs als etwas anderes zu sehen. Sofort beginnt man den Vergleich zu Love A herzustellen, der aber nicht angebracht ist. Denn Echtholz Standby ist durchaus im Stande für sich alleine zu stehen. Die Kombination aus dieser ehrlich-direkten Stimme, die dabei so verletzlich klingt, dass man Jörkk am liebsten in den Arm nehmen würde, den gewohnt kantigen Texten und diesen ruhigen Gitarrenmelodien kann was. Kann viel. Und wird daher für gut befunden. Aber wehe du hörst auf mit Love A!. Dann hauen wir dich.

9/10

(Mariella)

Eegulls – Ullages

Der SLEAZE Plattenteller im April Teil 2

Eagulls – Ullages

Label: Pias UK/Partisan (rough trade)
VÖ: 13.05.2016

Genre: Indie Rock
Klingt wie: 80er Jahre Wave Punk 2.0

Da hat wohl jemand eine Menge The Cure gehört.
Wer auf 80er Jahre Wave Punk steht, der sollte sich diese Band anhören, denn – als ich Lemontrees das erste mal im Radio hörte (ja, ich höre Radio), dachte ich nämlich es sei genau das – irgendeine ziemlich geile Band aus den frühen Achtzigern. Sofort Shazamt!
Also falls Robert Smith irgendwann mal sterben sollte, nicht so schlimm, es gibt ja Eagulls.
Eingängig, wavig, düster, schwer, aber nicht so, dass man sich von einer Klippe stürzen möchte, sondern eher so, dass man feiert, dass es solche Bands noch gibt und schwarz immer noch die geilste Nicht-Farbe ist.
Ich weiß nicht genau, warum ich nur 9 von zehn Punkten gebe… Aber ich wär sicherlich auch so eine Lehrerin, die aus Prinzip keine Einsen gibt und bei der eine 2+ das allerhöchste Lob ist.

Am 23.05.2016 spielen die Herrschaften im Badehaus – wenn es keine Vinyl gibt, weine ich!

(Lana)

9/10