Der SLEAZE Plattenteller im Februar: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Der SLEAZE Plattenteller 2016 im Februar Nr. 49 – Musikreviews

Diesmal mit Isolation Berlin, Stereo Total, Motorpsycho und MecsTreem!

Stereo Total – Les Hormones

Stereo Total - Les Hormones

Stereo Total – Les Hormones

Label: Staatsakt
VÖ: 26.02.2016

Genre: Trashpop
Klingt wie: Zahnschmerzen in Frankreich

Ich mag Trash. Ich habe SLEAZE gegründet. SLEAZE ist Trash. Meine Wohnung sieht aus wie ein rosa Flohmarkt, aber ohne den Straßenbelag. Wenn ich mich entspannen will, schaue ich Sharknado Teil 3 oder Zombieber. Manchmal kaufe ich meiner dickeren Katze einen Bikini, einfach, weil ich darüber 1-2 Stunden lachen kann. Auch gern mal alleine. Am Wochenende gehe ich grundsätzlich im Schlafanzug einkaufen. Aus diesen und anderen Gründen bin ich wirklich open-minded, was Trash und seltsames Verhalten betrifft. Dieses Album ist aber kein Trash und auch nicht lustig, sondern einfach nur nervig. Nach dem Hören von „Les Hormones“  wurde das Album gelöscht und ich hatte schlechte Laune. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Blöde Scheiße!

(Yanah)

1 / 10

Isolation Berlin – Und aus den Wolken tropft die Zeit

Isolation Berlin -

Isolation Berlin – Und aus den Wolken tropft die Zeit

Label: Staatsakt/Caroline International
VÖ: 19.02.2016

Genre: Post-Punk
Klingt wie: Ein Platte aus längst vergangener Zeit

Ich habe ein Problem mit Hypes. Egal ob Hypemusik, Hypeklamotten oder eben Hypebands. Aus irgendeinem Grund lehne ich Dinge (meistens) ab, die nur deshalb angesagt sind, weil es eben gerade so ist. Und das galt Anfangs auch für diese Herren aus Berlin. Doch ich wurde eines Besseren belehrt und überdenke hiermit meine Hypephobie. Denn in meinen Augen haben sich die Jungs von Isolation Berlin, hat sich dieses erste Album diesen Hype absolut verdient. Was es genau ist, was mich an diesen zwölf Tracks so fasziniert, kann ich gar nicht so genau beschreiben. Es ist, als würden sich Tocotronic, die Ramones, Joy Division und alle, die man sonst so liebt, an einen Tisch setzen und beschließen Musik zu machen. Einfach. Rau. Zärtlich. Anders. Und für mich damit Pflichtprogramm für alle, die etwas Neues, unfassbar Großes entdecken wollen.

(Mariella)

9/10

Motorpsycho – Here Be Monsters

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Motorpsycho – Here Be Monsters

Label: Stickman/Soulfood Distribution
VÖ: 19.02.2016

Genre: Alternative Psychedelic Rock
Klingt wie: Jahrelange Erfahrung

Nach längerer Wartezeit, einigen Aktivitäten auf verschiedenen Nebenschauplätzen wie einer Ausstellung im „National Museum of Rock“ in Trondheim und Bandprojekten wie Spidergawd oder Monolithic haben sich Motorpsycho wieder zusammengefunden, um Here Be Monsters nachzuschieben.
Das Album klingt, wie man es von der Band erwartet und dennoch schaffen sie es zu überraschen. Vorrangig durch leichtere Momente, die auf früheren Alben noch rar gesät waren. „Big Black Dog“ beispielsweise ist lang, lässt sich Zeit und verführt uns anfangs mit Akustikgitarren und Fender Rhodes …und wenn man sich treiben lässt und nicht aufpasst, hat ein zirkulierendes Riff dich am Kragen gepackt und zieht einen tief ins Motorpsycho-Universum: Laut, leise, lauter.
Sie greifen insgesamt etwas weiter zurück und bedienen sich an Psychedelica der 60er Jahre, aber bleiben weiterhin ihren hohen Standards treu.

(Fred)

7/10

MecsTreem – Works

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MecsTreem – Works

Label: hhv.de
VÖ:  11.03.2016

Genre: Instrumental / Hip Hop
Klingt wie: Ein herrliches Potpourri aus Samples und Emotionen

In den letzten Jahren arbeitete MecsTreem u.a. mit den Hip Hop-Größen Karate Andi, MC Bomber, Morlockk Dilemma oder Audio88 zusammen. Die Prunkstücke dieser Kollaborationen sind auch auf seinem neusten Instrumentalwerk „Works“ gelandet. Die solide, 15 Tracks starke Platte, bietet euch klassische, wie gewohnt raffiniert samplelastige, Golden Era Boom Bap Beats. Für mich die feinste Auslese an Beatjuwelen, die MecsTreem bisher geschaffen hat. Seine ausgefeilten Sample-Cuts und Scratches sorgen genau in den richtigen Momenten für Entspannung sowie ausgelassene Heiterkeit.

(Fanny)

10/10