Der SLEAZE Plattenteller im März: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Der SLEAZE Plattenteller 2016 im März Nr. 50 – Musikreviews

Diesmal mit Nada Surf, Spongebob, Megaloh, Fleur East und Royal Republic!

Nada Surf – You Know Who You Are

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Nada Surf – You Know Who You Are

Label: City Slang (Universal)
VÖ: 04.03.2016

Genre: Indie-Pop
Klingt wie: Frühling

Kaum zu glauben, aber es ist mittlerweile bereits 20 Jahre her, dass die Mannen von Nada Surf ihr Debütalbum High/Low veröffentlichten. Im Zuge dieser zwei Dekaden machten Veränderungen natürlich auch vor dieser Band keinen Halt. So gehört nun Doug Gillard fest zum Ensemble. You Know Who You Are zeigt jedoch, dass es auch Beständigkeit in der Welt geben kann –  und zwar in Form der unverwechselbaren Stimme Matthew Caws‘.
Diese klingt nämlich wie eh und je und bietet dem Hörer einen leichten Zugang zum mittlerweile siebten Studioalbum. Der gesamte Sound des Langspielers erinnert mehr an eine junge, frische Horde Collge-Typen, die sie vor jenen 20 Jahren waren und nicht an Männer mittleren Alters. Neuerungen und Überraschungsmomente sucht man jedoch vergeblich. Aber braucht es die überhaupt? Ich finde nicht – getreu dem Motto: „Never change a winning team.“
You Know Who You Are – Nada Surf wissen eben, wer sie sind und was sie können. Und das sind indielastige Sounds, eine unverwechselbare Stimme und die Schaffung einer guten Laune. Der Opener Cold To See Clear steht hierfür stellvertretend.

(Stefan)

7,5/10

SpongeBob – das Schwammose Album

SpongeBob - Das schwammose Album

SpongeBob – Das schwammose Album

Label: Sme Media
VÖ: 26.02.2016

Genre: Schwammmusik
Kling wie: Ein singender Schwamm, der Party macht

SpongeBob hat sich Popsongs zur Schwammbrust genommen und mit neuen Texten eingesungen. Aus Revolverhelds romantischer Ballade „Ich lass für dich das Licht an“ macht SpongeBob seine eigene bessere Version daraus: ICH BRAT FÜR SIE DEN FISCH AN (ich lachte sehr).
Voller Begeisterung denke ich noch an SpongeBobs ersten Hit „Taubes Nüsschen“ und vermute, dieses Album wird auch die Charts stürmen. Letzte Woche musste ich leider Stereo Total hören und habe immer noch Ohrenschmerzen davon. Spongebob ist besser. Ganz ehrlich. Zwei bis acht Weinschorlen, ein paar Heliumballons (ok, ich mag die echt) und der Abend ist gerettet.
Anspieltipp: König Neptuns Schloss (auch für Berghaingänger machbar)

(Yanah)

7/ 10

Fleur East – Love, Sex and Flashbacks (Deluxe)

Der SLEAZE Plattenteller im März

Fleur East – Love, Sex and Flashbacks (Deluxe)

Label: Sony Music
VÖ: 18.03.2016

Genre: Funk, Hip Hop
Klingt wie: Eine Tasse sehr starker Kaffee

Hmm…das hat so gut begonnen. Der erste Track Sax haut richtig rein. Macht Bock auf mehr, auf Party, auf Wochenende, kurze Röcke und einen Sektschwips. Nicht umsonst hat sich der Song wohl von selbst auf Platz 3 der englischen Single-Albumcharts katapultiert. Doch dann, nach den vollgepowerten 4 Minuten mischt sich dieser langweilige Popscheiß dazu. Und das klingt wie Kesha, die zu viel mit den Spice Girls und Lady Gaga abhängt. Nach ein zwei Nummern, die so dahin dröhnen, kommen dann aber wieder diese funkigen Momente und Rapeinlagen, bei denen Fleur East plötzlich sehr an Missy Elliott erinnert. Genau das wäre für meinen Geschmack die Mischung, die dem ganzen Album gut täte, aber leider nicht durchgezogen wird. Irgendwie schade um die tolle Stimme und das Potenzial weniger Kommerz und mehr Anders als alle anderen zu sein. Aber hey, es ist das erste Album, vielleicht kann man ihr den Radio-Pop noch austreiben.

(Mariella)

6/10

Megaloh – Regenmacher

Megaloh - Regenmacher

Megaloh – Regenmacher

Label: Universal/Nesola
VÖ: 04.03.2016

Genre: Deutschrap
Klingt wie: Ein Newcomer mit jahrelanger Erfahrung

Der Moabiter Junge Megaloh ist mittlerweile auch schon etwas älter und seit einiger Zeit dabei, was man ihm auch anhören kann und dennoch klingt er frischer und hungriger als jemals zuvor.
„Regenmacher“ ist noch reifer als das Vorgängeralbum „Endlich Unendlich“ und bedient sich in der Bildsprache bei Megalohs afrikanischen Wurzeln. Auch viele Beats strahlen mit Bläsereinsatz und organischer instrumentierung eine Wärme aus, die afrikanischer Musik eigen ist.
Die Banger, wie die Kollaboration mit Sachsens Dancehall-Urgestein Ronny Trettmann beispielsweise, gibt es aber trotzdem und gerade im Hinblick auf die Live-Auftritte werden sie dort ihre volle Wirkung entfalten können.
Insgesamt ist „Regenmacher“ eine äußerst runde Angelegenheit und es wird Zeit, dass Megaloh dafür der Erfolg zuteil wird, der ihm für diese Leistung zusteht und er sich das frühmorgendliche Kistenschleppen endlich auch mal sparen kann.

(Fred)

8/10

P.S.: Wir haben uns mit dem Rapper kürzlich über sein neues Album, Beleidigungen als Stilmittel und das Aufgeben unterhalten.

Royal Republic – Weekend Man

Royal Republic - Weekend Man

Royal Republic – Weekend Man

Label: Vertigo Berlin (Universal Music)
Vö: 26.02.2016

Genre: Rock
Klingt wie: Musikalisches Fastfood

Das Album startet mit nem Tritt in den Arsch und geht auch so weiter , mit einigen wenigen ruhigeren Unterbrechungen. Die Schweden melden sich mit ihrem dritten Album mit einer fetten Tüte Party, Spaß und Rock’n’Roll zurück.
Selbstverständlich sind die gewohnten „i can see your underwear“ Klänge mit im Gepäck und zeitweise klingt es, als hätten sie Danko Jones mit einer Prise Mando Diao auf Hives Toast zum Frühstück verspeist.
Eine saubere, solide Mischung aus Neuem und Altem – dem gewohnten Arsch-Rock wird selbstverständlich treu geblieben. Die ruhigen Songs sind auch ganz geil, aber meiner Meinung nach sollte der Sängerknabe einfach viel, viel mehr schreien.
Ich denke für die Festival Saison sind die Herren Schweden bestens ausgerüstet. Gut so. Weiter so.

(Lana)

7,5/10