Der SLEAZE Plattenteller im August: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE Plattenteller im August!

Heute mit The Maccabees, Mac DeMarco, Gloria, Frank Turner und Tiny Fingers.

The Maccabees – Marks To Prove ItDer Sleaze Plattenteller im August

Label: Caroline (Universal Music)
VÖ: 31.07.2015

Genre:Indie, Rock
Klingt wie: Etwas Großes

Auf der Insel sind sie schon lange eine große Nummer. Mit ihrem vierten Album Marks To Prove It wollen die fünf Londoner der Maccabees nun auch in unseren Gefilden endlich den verdienten Indie-Thron erklimmen. Schon beim Vorgänger-Album dachte man, dass die Maccabees endlich angekommen seien und ihren eigenen Sound gefunden hätten. Rückblickend muss man nun sagen, dass Given To The Wild, so der Name des Vorgängers, nicht das Ende der Fahnenstange war. Der neue Langspieler markiert definitiv eine Entwicklung und ist erneut ein Schritt nach vorne. Marks To Prove It ist in einem perfekten Gleichgewicht. Sämtliche Titel wirken harmonisch und bis ins Kleinste  durchdacht. Dabei kommt die musikalische Vielfalt jedoch keineswegs abhanden: Flirrende Gitarren, tobender Schlagzeug-Sound und große Refrains schwingen sich zu enthusiastischen Höhepunkten.

(Stefan)

8/10

Mac DeMarco – Another One

Mac DeMarco - Another One

Mac DeMarco – Another One

Label: Captured Tracks
VÖ: 08.08.2015

Genre: Weirdo-Indie-Pop
Klingt wie: Sir Paul McCartney singt Bob Dylan

Nach dem Überraschungserfolg seines dritten Albums „Salad Days“ schiebt der kanadische Querkopf einfach/noch/eben mal Another One hinterher. Was unmittelbar ins Auge beziehungsweise ins Ohr sticht sind diese herrlich herumeiernden Gitarren, die ebenso verschroben daherkommen, wie das äußere Erscheinungsbild der gesamten Mac DeMarco-Kapelle. Das musikalische Pendant zur Latzhose quasi. Geboten wird gewohnt leichte Kost, die das Mad-Magazin auf zwei Beinen in ernsthafterem Ton vorträgt, als noch bei seinen Vorgängerwerken, denen aber nichts von dem jugendlichen Leichtsinn, exzessivem Pitch Control Gebrauch und Viceroy Zigarettenqualm abhanden gekommen ist. Gut so, denn das macht den Slacker aus Leidenschaft ja aus.

(Fred)

8/10

Gloria – „Geister“

Der Sleaze Plattenteller im August

Gloria – Geister

Label: Grönland Records
VÖ: 07.08.2015

Genre: Deutsch-Indiepop
Klingt wie: Das erste Album

Ach man! Ja, ich weiß! Ich mag Gloria halt. Lasst mich. Ja, zugegeben, so wahnsinnig variabel sind die Songs und Klaas Heufer-Umlaufs Stimme nicht. Und ja, musikalisch hervorstechen ist anders. Aber dennoch: Gloria treffen auch mit Album zwei bei mir einen Nerv und liefern meinen Soundtrack für lange, beschwingt-melancholisches aus dem Fenster Starren auf langen Busfahrten. Kitschig, I know. Sorry. Aber ich finds leider ein bisschen geil.

(Kirsten)

7/10

Frank Turner – Positive Songs for Negative People

Frank Turner - Positive Songs For Negative People

Frank Turner – Positive Songs For Negative People

Label: Vertigo Berlin
VÖ: 07.08.2015

Genre: Folk-Rock-Punk-Singer-Songwriter (lasst mich doch in Ruhe)
Klingt wie: Bruce Springsteen NICHT!

Schöner Albumtitel. Perfekt für mich. Frank Turner bezeichnet dieses Album als die Zusammenfassung der letzten zehn Jahre. Und die waren anscheinend nicht sehr leicht. „So schwer das Leben auch sein kann, du musst kämpfen anstatt dich heulend auf den Boden zu legen“, sagt Herr Turner über die Platte. Anscheinend wird der gute Mann zur Zeit von der Presse als der neue Bruce Springsteen hochstilisiert. Ich finde davon nicht viel, ehrlich gesagt, gar nichts in diesem Album. Es ist mir zu krachig geworden und die leisen Frank-Turner-Melodien fehlen. Der fancy Albumtitel verspricht mehr als das Album halten kann.

(Yanah)

6/10

 

Tiny Fingers – The Fall

Tiny Fingers - The Fall

Tiny Fingers – The Fall

Label: Anova Music
VÖ: 24.07.2015

Genre: Psychedelic Rock, Post Rock
Klingt wie: Ein Filmsoundtrack eines gruseligen Films

In sieben Jahren Psychedelic Rock und vier Studioalben haben sich Tiny Fingers immer als etwas anders, etwas eigensinniger erwiesen. Das vierte Werk der mittlerweile fünfköpfigen israelischen Band macht da keine Ausnahme. Gleich der erste Track zieht einen in seinen düsteren und überaus sphärischen Bann. Am liebsten würde man nicht hinhören, weil das Gehörte einen aufwühlt, beschäftigt und dermaßen für sich beansprucht. Doch hat man keine Wahl. Zu intensiv ist der Beat, zu eingängig die Melodien. Wer Psychedelic Rock seine Musik nennt, wird dieses Album nicht so schnell von seinem Plattenspieler entfernen können.

(Mariella)

8/10