Der SLEAZE Plattenteller im Juli: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Der SLEAZE Plattenteller im Juli Nr. 56 – Musikreviews

Diesmal mit Roísín Murphy, Metronomy und Blink 182!

Róisín Murphy– Take Her Up To Monto

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Roísín Murphy – Take Her Up To Monto

Label: Play It Again Sam
VÖ: 08.07.2016
Genre: Electro-Pop
Klingt wie: Vertonte Bauwerke

Die Stimme von Moloko singt jetzt über Architektur und enttäuscht all jene, die sich wieder konventionelleren Pop wünschten, wie er auf ihrem Solo-Debüt stattfand. Doch schlecht ist das bei Weitem nicht, was sie hier abliefert, auch wenn alles ein wenig vertrackter und verwinkelter vonstatten geht. Architektur ist eben keine einfache Disziplin.
Doch was auf „Take Her Up To Monto“ geboten wird, ist keine Vertonung technischer Zeichnungen oder Planskizzen, sondern mehr eine musikalisch-architektonische Betrachtung ihrer Umwelt. In diesem speziellen Fall das moderne London. Mit dieser Beschreibung wird man wenig anfangen können, also versuchen wir es mal anders: Der Sound ist elektronisch, zeitweise aggressiv, aber immer auch von fragilen Zwischentönen geprägt. Die Beats klingeln, klappern, blubbern und erwachsen so zu einem spannenden Klanggebäude, über das sie ihre Stimme wie eine leuchtende Fassadenfarbe streicht.

(Fred)

6/10

Metronomy – Summer 08

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Metronomy – Summer 08

Label: Warner Music
VÖ: 01.07.2016

Genre: Elektro-Pop
Klingt wie: Sommer

Ich könnte sagen, dass dies das vierte Album von Metronomy ist. Ich könnte sagen, dass die englische Band damit zurück zu ihren Wurzeln kehrt und dass diese Scheibe klingt wie ihr Debütalbum. Könnte ich, tue ich aber nicht – weil es nicht wirklich von Belang ist. Wichtig ist jedoch, dass „Summer 08“ die perfekte Platte für einen heißen Tag im Park ist. Mit einem Glas Sekt in der einen Hand und einem frisch gegrillten Burger in der anderen Hand. Dazu passen die entspannten bis funkigen Beats. Man bekommt, was man sich von Metronomy erwartet. Nicht mehr und nicht weniger.

(Mariella)

6/10

Blink-182 – California

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Blink-182 – California

Label: BMG/Warner
VÖ: 01.07.2016

Genre: Pop-Punk
Klingt wie: Damals

Geändert hat sich nichts und das obwohl sich durchaus einiges geändert hat. Die größte Änderung ist offensichtlich: Der Ausstieg Tom DeLonges und sein Nachfolger am Mikrofon, der Alkaline Trio Frontmann Matt Skiba.
So ein Austausch eines Bandmitglieds, vor allem eines so präsenten, macht sich eigentlich immer bemerkbar. Aber wenn man es nicht wüsste, würde es nicht auffallen. Man würde meinen, dass sich die Stimme etwas anders anhört als beispielsweise noch vor 17 Jahren auf „Enema of the State“. Das wäre vermutlich der vergangenen Zeit geschuldet, aber an ihrem altbewährten Pop-Punk hat sich nichts geändert.
Dieses Album ist die einzig logische Konsequenz einer Band, die scheinbar bei ihrer Gründung beschlossen hat, sich treu zu bleiben. Lobenswerte Einstellung, doch führt sie zu einer Herangehensweise unter der Prämisse: „Was siebenmal gut funktioniert hat, kann beim achten Mal kein Fehler sein.“
Stimmt zwar, doch ob die Skaterkids heute immer noch drauf abfahren, wenn die alten Herren mit hochgezogenen Tennissocken über die selben Themen singen, bleibt abzuwarten.
Ihren Humor haben sie aber glücklicherweise nicht verloren, was zum besten Song des Albums führte und alles gar nicht so schlimm erscheinen lässt. Im 17sekündigen „Built This Pool“ wird kund getan: „I wanna see some naked dudes/ That’s why I built this pool“.

(Fred)

4/10