Der SLEAZE Plattenteller im Juli Nr. 57: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Der SLEAZE Plattenteller im Juli Nr. 57 – Musikreviews

Diesmal mit Michael Kiwanuka, Honne und Bear’s Den.

Michael Kiwanuka – Love & Hate

Der SLEAZE Plattenteller im Juli Nr. 57

Michael Kiwanuka – Love & Hate

Label: Polydor (Universal Music)
VÖ: 15.07.2016

Genre: Soul
Klingt wie: Der erste Kuss in einer versifften Bar

Ja, schon klar, dieses Album ist schon eine Woche draußen und daher nicht mehr brandaktuell. Dennoch finden wir, dass Herr Kiwanuka und vor allem sein zweites Album Love & Hate einer Erwähnung absolut würdig ist. Denn: Dieses Album ist mehr als großartig! Und der Titel vom ersten bis zum letzten Song Programm.
Die zehn Songs leben von dieser warmen, wohligen Soul-Stimme, bei der man sofort das Gefühl bekommt, dass man die ganze Welt umarmen möchte und im gleichen Moment losheulen muss. Dabei entsteht auch das nötige Spannungsfeld zwischen Stimme, Text und Melodie, die das Ganze nicht langweilig oder vorhersehbar machen, sondern eher zu einem musikalischen Ritt durch Höhen und Tiefen, Leid und Freude – Liebe und Hass werden lässt. Ein durch und durch ehrliches (zweites) Album, das einen sofort in seinen Bann zieht und unsrer Meinung nach in jede gut sortierte Plattensammlung gehört!

(Mariella)

10/10

HONNE – Warm On A Cold Night

HONNE - Warm On A Cold Night

HONNE – Warm On A Cold Night

Label: Warner Music
VÖ: 22.07.2016

Genre: Electro-Soul
Klingt wie: Langeweile in Soul-Form

Von den Londoner Herren Honne hat man in den letzten Jahren ja schon hier und da den ein oder anderen Song gehört und gemocht. Gestern veröffentlichten Honne endlich ihr Debutalbum und es ist… also… wie sagen wir das am besten…langweilig.
Ja, die Stimme ist super smooth, wie auch auf den EPs. Und der Sound klingt wunderbar soulig und warm, wie auch auf den EPs und trotzdem fehlt der Soul.
Die Songs sind auch musikalisch nicht schlecht oder sollen wir besser sagen der Song ist nicht schlecht. Denn wenn man sich das Album anhört, klingt es wie 16 mal der gleiche Track – ist ein schöner Song, ja wirklich, nur leider ein bisschen langweilig. Macht sich bestimmt gut in einem Werbespot für Wolldecken.

(Lana)

5,5/10

Bear’s Den – Red Earth An Pouring Rain

Der SLEAZE Plattenteller im Juli Nr. 57

Bear’s Den – Red Earth An Pouring Rain

Label: Communion Group Ltd.
VÖ: 22.07.2016

Genre: 80s Folk
Klingt wie: Als hätte Bruce Springsteen versucht Folk zu spielen

Das Problem bei Shootingstars, egal welchen Genres, ist, dass sie immer an ihrem Beitrag zur jeweiligen Musikrichtung gemessen werden. Bei Bear’s Den hat das nun zur Folge, dass man bemerkt:“Hm, ein bisschen wenig Folk.“
Sie scheinen sich auf ihrem neuen Album nämlich bei neuen Inspirationsquellen bedient zu haben und stellen nun ihren folkigen Sound stark in den Hintergrund. Vorhanden ist der natürlich immer noch, doch wird er oft versteckt und zugestellt. Was sich nämlich dazu gesellt, sind reichlich Verweise auf die Dire Straits, die Eagles und sehr massiv Bruce Springsteen.
Generell hat man sich bei sanftem Rock der 80er bedient, was sich nicht nur in der Produktion des Albums, sondern auch im Cover-Artwork wiederspiegelt.
Das funktioniert bei einer Autofahrt durch die Großstadt an einem verregneten Abend sicher sehr gut. Wenn sich die Lichter auf dem nassen Asphalt spiegeln und man mit gemäßigtem Tempo durch die Gegend rollt, doch insgesamt betrachtet, fehlt leider ein wenig der Drive.

(Fred)

5/10