Der SLEAZE Plattenteller im Juni: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE Plattenteller im Juni Teil 2!

Heute mit Friska Viljor, Marsimoto, Son Lux, Wolf Alice und Tess Parks & Anton Newcomb!

 

Friska Viljor – My name is Friska Viljor

Friska Viljor - My name ist Friska Viljor

Friska Viljor – My name ist Friska Viljor

Label: Crying Bob (Cargo Records)
VÖ: 26.06.2015

Genre: Indie, Rock, Pop
Klingt wie: Friska Viljor, Bitches! Unvergleichlich!

Die beiden Herren aus Schweden werden nach eigenen Angaben mit dem Alter und dem Vatersein reifer. Mag sein. Aber ich liebe sie so, wie sie sind und musikalisch sind sie noch immer die, die sie von jeher waren: Mitreißender Indie-Rock/Pop. Wobei sie mit ihrer neusten Platte so poppig sind, wie nie zuvor, aber dabei (zum Glück) immer noch so Friska. Und wer die Freude am Leben durch Friska Viljor nicht spürt, dem gebührt mein herzlichstes Beileid.

(Kirsten)

10/10

Marsimoto – Ring der Nebelungen

Marsimoto - Der Ring der Nebelungen

Marsimoto – Der Ring der Nebelungen

Label: Four Music
VÖ: 12. Juni 2015

Genre: Hip Hop
Klingt wie: Alle andren sagen Hip Hop!

Alarm, Alarm, Hip Hop ist wirklich nicht mein Genre. Ich wollte mit 13 Jahren Eddie Vedder heiraten und das hat sich bis heute nicht verändert. Aber Marsimoto trifft einen Nerv, von dem ich gar nicht wusste, dass ich ihn besitze. Dementsprechend gespannt war ich auf Ring der Nebelungen. Und ich bin enttäuscht. Aber nur ein kleines bisschen. Das ganze Album ist absolut stimmig, Marsimoto übertrifft sich mit Wortspielen und ich bekomme einen akustischen Ständer ob seiner Intelligenz. Trotzdem fehlen mir die Höhepunkte, damit meine Erektion auch etwas zu tun hat. Bei „Grüner Samt“ konnte ich auch ejakulieren, bei diesem Album gibt es für mich leider kein Happy End.

(Yanah)

7/10

Son Lux – Bones

Son Lux - Bones

Son Lux – Bones

Label: Glassnote Records
VÖ: 19.06.2015

Genre: Electro Pop
Klingt wie: Ein letzter Drink am Tor zur Hölle

Son Lux war schon 2013 mit seinem ersten Album Lanterns der Prophet des musikalischen Weltuntergangs. Glücklicherweise ist die damals aber noch nicht untergegangen. Sonst hätten wir die Nachfolgealben der New Yorker Band rund um Mastermind Ryan Lott nie zu Gehör bekommen. Und das wäre doch mehr als schade gewesen. Auch das vierte Album verbreitet Endzeitstimmung und mutet mehr als düster an. Wie schon auf den Alben zuvor vereint die Band viele verschiedene Stilelemente und Genre, die es schier unmöglich machen das Ganze bei einem bestimmten Namen zu nennen. Im Vordergrund stehen wie immer imposante Beats, radikal-düstere Texte und Lotts Stimme, die mit ihrer sanften zugleich aber auch sehr harten Stimmfarbe sich mitten in den Gehörgang fräst. Neu ist das Label und die Entscheidung, die Band in der Dreierbesetzung mit Gitarrist Rafiq Bhatia und Schlagzeuger Ian Changnun endgültig zu einer fixen Band zusammenzuschweißen. Bones ist voller musikalischer Experimente. Extrem aufregend, aber dadurch auch eine Platte, die sich einem nicht beim ersten Mal hören voll und ganz erschließt.

(Mariella)

9/10

Wolf Alice – My Love Is Cool

Wolf Alice - My Love Is Cool

Wolf Alice – My Love Is Cool

Label: Universal
VÖ: 19.06.2015

Genre: Alternative Grunge Rock
Klingt wie: Ein Vergleich zu Elastica oder Hole, der etwas hinkt

Unter Musikbloggern ist Wolf Alice schon seit fast fünf Jahren im Gespräch und was die „Blogsphäre“ als den neuen heißen Scheiß handelt, muss schließlich voll undergroundig und das nächste große Ding sein. Die Rechnung geht aber nicht ganz auf, denn auf ihrem Debütalbum liefern Wolf Alice neben Grunge und leichtem Lo-Fi Garagenrock, eine ganze Menge Alternative, der für Festivals und große Stadion-Bühnen bestens geeignet ist. Darin liegt aber auch die Chance, denn es stellt sich heraus, dass sie trotz all des Lärms auch wunderbare Popsongs schreiben können.

(Fred)

7/10

Tess Parks & Anton Newcomb – I Declare Nothing

Tess Parks & Anton Newcomb - I Declare Nothing

Tess Parks & Anton Newcomb – I Declare Nothing

Label: A Records
VÖ: 24.06.2015

Genre: Psychedelic Rock
Klingt wie: Ein Sonntag nach der Feierei

So unbedingt wie die Kanadierin Tess Parks mit der rotzigen Rockstimme Musik machen musste, so musste diese Stimme irgendwann auch auf den genialen Musiker und Produzenten von The Brian Jonestown Massacre treffen und gemeinsam mit ihm eine Platte aufnehmen. Nennt mich esoterisch, mir egal. Aber das war Bestimmung. Da führte einfach kein Weg dran vorbei. Die beiden passen musikalisch so gut zusammen wie es selten zuvor eine Faust und ein blaues Auge getan haben. Auch wenn sich Anton Newcomb stimmlich sehr gentlemanlike im Hintergrund hält (zu hören ist er erst und neben dem neunten nur auf dem fünften Song der Platte) und der schönen Tess Parks ihren großen Auftritt lässt, ist seine unverkennbare Hand im musikalischen Spiel nicht zu überhören. Fokus der Platte ist eindeutig die krasse, einzigartige Stimme. Eingebettet wird das geile Gekrächze, das nach viel zu vielen starken Zigaretten klingt, von sphärischen Melodien, die so eingängig sind, dass man sich ihrer kaum verwehren kann. Geiles Ding, bitte mehr davon!

(Mariella)

10/10