Der Sleaze-Plattenteller im März: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller im März!

Heute mit Modest MouseTubbe,  :Aexattack und Audio 88 & Yassin!

Modest MouseStrangers to Ourselves

Modest Mouse - Strangers To Ouerselves plattenteller im märz

Modest Mouse – Strangers To Ouerselves

Label: Epic
VÖ: 13.03.2015

Genre: Indie-Rock
Klingt wie: eh und je

„Gut Ding will Weile haben“ lautet ja bekanntlich ein Sprichwort. Acht Jahre Wartezeit für ein neues Modest Mouse Album sind jedoch definitiv zu viel. Der langersehnte neue Langspieler hört auf den Namen Strangers To Ourselves. Bei dieser Namensgebung kann schon leicht die Vermutung aufkommen, dass sich die Band im Laufe der Jahre musikalisch von ihrem Sound entfernte. Dem ist zum Glück nicht so: Modest Mouse verbreiten weiterhin ihren typischen und einzigartigen Sound – diesmal nur etwas verrückter, farbenfroher und aufrührerischer. Thematisch dreht es sich um soziale Ausgrenzung und Identitätsfindung. Im völligen Kontrast dazu steht das Cover, das eine gleichförmige und perfekt geplante Wohnsiedlung zeigt. Sämtliche Songs des Albums legen einen gewissen Grad an Ellenbogenmentalität an den Tag: Sie besitzen Ecken und Kanten, sind rastlos und voller Aufregung. Der Zugang zu ihnen fällt zwar nicht immer leicht, lohnt sich aber ungemein!

(Stefan)

8/10

 

TubbeKeine Arbeit Lieber Tanzen

Tubbe - Keine Arbeit Lieber Tanzen plattenteller im märz

Tubbe – Keine Arbeit Lieber Tanzen

Label: Audiolith (Broken Silence)
VÖ: 13.03.2015

Genre: Electropop
Klingt wie: Ein Mix aus Bonaparte und Blitzkids!

Ich gebe zu, ich mag keinen Elektropop. Ich habe noch nie verstanden, wieso man Texte auf Tetris-Musik packt und das dann für hörbar erklärt. Aber gut. Ich will nicht unfair sein. Man muss allem und jedem eine Chance geben. Also höre ich das zweite Album von Tubbe und stelle fest, dass Elektropop doch auch aushaltbar sein kann. Das machen wohl die gelungenen und mit erhobenem Zeigefinger formulierten Texte in Kombination mit den interessanten Stimmen. Kurz um: Eine Platte, die Fans dieser Musikrichtung bestimmt mitreißt. Und das mit dem Tanzen statt Arbeiten sollte (damit) auch kein Problem sein.

(Mariella)

5/10

 

:AexattackStay Young

:Aexattack - Stay Young plattenteller im märz

:Aexattack – Stay Young

Label: Sissi Records
VÖ: 20.03.2015

Genre: Rock, Indie, Alternative
Klingt wie: 2004 bis 2008

Bei dem ganzen Elektro-Pop-Geschwurbel dieser Tage hatte ich fast ganz vergessen, wie eigentlich der gute alte Alternative-Rock klingt. Und gerade in diesem Moment kommen die drei Österreicher von Aexattack um die Ecke und liefern ein äußerst umfangreiches Album ab, das mich zwar auf sanfte Art und Weise, aber ohne Umschweife in eine Zeit zurückkatapultiert, in der ich das erste mal bewusst wahrnahm, dass das hier nun meine Jugend ist, die man ja bekanntermaßen wild und frei verschwenden soll. Habe ich getan und begleitet haben mich eben solche Songs wie die des Debütalbums dieser Wiener-Newcomer – ein bisschen roh, ein bisschen hypnotisierend, in genau dem richtigen Maße unbeholfen geblieben und vor allem treibend und mitreißend. Ich sehe mich wieder mit einer Flasche Sternburger in der Hand und geschlossenen Augen tanzen bis ich schwitze. „Stay Young“ macht seinem Namen alle Ehre. Und allen jungen und junggebliebenen ist die Platte wärmstens ans Herz zu legen.

(Kirsten)

8/10

 

Audio88 & YassinNormaler Samt

Audio 88 & Yassin - Normaler Samt plattenteller im märz

Audio 88 & Yassin – Normaler Samt

Label: Heart Working Class (Groove Attack)
VÖ: 13.03.2015

Genre: Deutschrap, Hip Hop
Klingt wie: Ganz normaler Rap

Der „Möchtegern-Kanake und die Glatze mit der Zahl‟ bringen ihr drittes Album an den Start und sehen sich mit einer äußerst hohen Erwartungshaltung konfrontiert. Die kommt aber nicht von ungefähr, sondern wurde hart erarbeitet, weshalb ihre Erfüllung wiederum ein ganz normaler Move ist. Doch genug davon, denn unabhängig von irgendwelchen Erwartungen und Prophezeiungen haben wir es hier mit einem sehr ausgereiften Album zu tun, auf dem textlich alles außeinandergenommen wird, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Mit Alltagsbeobachtungen, popkulturellen Referenzen und abgedroschenen Vokabeln persiflieren sie den deutschen Bildungsbürgeralltag und andersherum, wodurch nicht nur die gewählten Themen ad absurdum geführt werden. Ansonsten gibt’s von Audio88 weiterhin keine Reime, dafür massig Featuregäste und Beats zwischen Boom-Bap und Avantgarde-Rap.

(Fred)

8/10