Der SLEAZE Plattenteller im Mai: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE Plattenteller im Mai Teil 2!

Heute mit Leftfield, Brandon Flowers, The Tallest Man On Earth

Leftfield – Alternative Light Source

Leftfield - Alternative Light Source

Leftfield – Alternative Light Source

Label: Infectious / [PIAS] Cooperative
VÖ: 05.06.2015

Genre: Electro/Techno
Klingt wie: Wenn Electro böse wird

Vorweg: Ich habe null Ahnung von Elektro oder Techno oder wie dieser neumodische Kram heißt. Vor meinem ersten Justice Konzert hatte ich sogar eine gehörige Portion Angst, da ich zuvor die Doku gesehen hatte. Sachen, die ich Techno nenne, sind meistens Elektro oder umgekehrt. Aber Scheiße von Gold zu unterscheiden, das krieg‘ ich hin (siehe David Guetta Review). Wie auch immer: Dieses Album ist grandios! Bei dem Track „Storms End“ habe ich das dringende Bedürfnis mir dicke Goldketten zu kaufen und mit Dollar-Scheinen zu wedeln. Bei einigen anderen Tracks sehe ich weite, orangene Hosen, Crop-Tops und Sonnenblumen im Haar vor meinem inneren Auge. Egal von welcher Seite man es betrachtet, dieses Album ist eine großartige Mischung aus 90er und heute, düster und Love Parade, Open Air und Rave. Sogar für Non-Electro-Menschen, wie mich, sehr zu empfehlen.

(Lana)

9/10

 

Brandon Flowers – The Desired Effect

Brandon Flowers

Brandon Flowers- The Desire Effect

Label: Island / Universal
VÖ: 15.05.2015

Genre: Pop
Klingt wie: Ein musikalischer Flashback in die 80er

Brandon Flowers ist nicht nur Frontmann der Killers, sondern zugleich auch das Aushängeschild dieser Indie/Rock-Band. Während man in der Wohlfühlzone einer Band die Verantwortung für musikalische Fehltritte noch auf mehrere Schultern verteilen kann, ist dies bei Anwandlungen einer Solokarriere nicht mehr möglich. Mit The Desired Effect veröffentlicht Mr. Flowers nun sein zweites Eigenprojekt. Eines lässt sich sofort sagen: Die restlichen Mitglieder der Killers müssen sich hinsichtlich eines kometenhaften Solo-Aufstieges ihres Frontmannes keine Sorgen machen. The Desired Effect verströmt mit jeder Zeile und jedem Klang poppigen 80er Jahre-Sound (leider nicht den schönen Sound von The Cure oder The Smiths, sondern den ganz schlimmen). Alle Stücke sind maßlos over the top. Als bestes Beispiel hierfür lässt sich der Titel „I Can Change“ anführen. Dieser basiert auf „Smalltown Boy“ von Bronski Beat und könnte die Hymne der 80er sein. Wem diese musikalische Richtung so gar nicht zusagt, der wird auch definitiv keinen Gefallen an dem Album finden.

(Stefan)

3,5/10

 

The Tallest Man On Earth – Dark Bird Is Home

The Tallest Man On Earth - Dark Bird Is Home

The Tallest Man On Earth – Dark Bird Is Home

Label: Dead Oceans / Cargo Records
VÖ: 08.05.2015

Genre: Singersongwriter
Klingt wie: Eine Roadtrip für Verliebte

The Tallest Man On Earth ist für mich einer der besten, musikalischen Reisebegleiter, die ich je hatte. Seine Musik war der Soundtrack für ein paar der schönsten Momente auf einem traumhaften Roadtrip durch Irland. Klingt kitschig, ist es vermutlich auch. Auf seinem neuen Album setzt der kleine, charmante Schwede das fort, womit er sich auf seinen bisherigen Alben so bravourös einen Namen gemacht und seinen eigenen Stil geschaffen hat. Natürlich immer mit dabei: diese unfassbar große, ungewöhnliche und unverkennbare Stimme. Alles in allem ein schönes, sphärisches Album. Fans werden es mögen!

(Mariella)

7/10

 

Unknown Mortal Orchestra – Multi-Love

Unknown Mortal Orchestra - Multi-Love

Unknown Mortal Orchestra – Multi-Love

Label: Jagjaguwar/Cargo Records
VÖ: 22.05.2015

Genre: Indie-Soul
Klingt wie: Prince ohne den Pomp

Ruban Nielson ist nicht nur Multiinstrumentalist, sondern auch treibende Kraft hinter dem Unknown Mortal Orchestra. Sie kredenzen auf ihrem dritten Album eine Soul- und Indierock-Melange mit ordentlich psychedelischem Funk. Klingt erstmal wenig greifbar und irgendwie zusammengewürfelt – die Beschreibung genauso, wie die Musik. Aber man kommt schnell dahinter. Die Synthesizer und der blubbernde Bass runden die Ecken des psychedelisch angehauchten Indierocks weitestgehend ab und Prince tanzt vor dem geistigen Auge umher, wird aber immer mal wieder aus dem Blickfeld gedrängt – von eigenständigen Melodien und Hot Chip Verweisen, die vermutlich nie als Verweise gedacht waren.

(Fred)

7/10