Der SLEAZE Plattenteller im November: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE Plattenteller im November Teil 1!

Heute mit Laloki, Mizgebonez, Fatoni

LALOKI – Lost Places

Laloki - Lost Places

Laloki – Lost Places

Label:Lalokimusic (Hoanzl)
VÖ: 6.07.2015

Genre: Pop, Folk
Klingt wie: Die musikalische Version von Milan Kunderas Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Wenn ich eine Platte nennen müsste, zu der ich aus tiefstem Weltschmerz weinen könnte, zu der ich tanzen und singen will, so als ob mich keiner sieht und hört und zu der ich vor Freude schreien möchte, dann wäre es wohl diese. Keine Ahnung an welchen Schrauben in meinem Gehirn die Schwedin Laloki mit ihrer Musik dreht, aber Fakt ist, hier ist sehr viel Gefühl im Spiel.
So als hätte man gerade einen dieser schönen Träume aus Kindertagen gehabt, in denen man fliegen konnte, legt sich diese seltsam anmutige Stimme über einen und lässt einen nicht mehr los. Großartig unaufgeregt, dabei aber voller Aufrichtigkeit und Tiefgang. Einfach. Schön.

(Mariella)

10/10

Mizgebonez – Inserat

Mizgebonez - Inserat

Mizgebonez – Inserat

Label:Irievibrations
VÖ: 25.09.2015

Genre:Raop
Klingt wie: Die österreichischen Deichkind abzüglich Remmidemmi

Mizgebonez wollen nach eigener Aussage vor allem tanzbare deutsche Musik machen. Die gibt es nicht allzu oft … und dann meist auch nur instrumental. Mizgebonez wagen dennoch den Versuch und siehe da es funktioniert – stellenweise.
Der Sound ist breit, üppig produziert und die Tracks sind mit Spaß an der Sache entstanden, das hört man. Die Vergleiche die sich während des Hörens, mal aufdrängen und mal nur kurz den Kopf in die Tür stecken und von weitem winken ergeben ein breites Bild von musikalischen Artverwandten.
Wie Culcha Candela, nur weniger peinlich; wie NeonSchwarz, nur weniger politisch und wie die 275ers, mit fast genauso viel Humor. Da kommt also einiges zusammen und ich gebe es ja zu, ich habe diesen grausigen Neologismus „Raop“ benutzt, um das unter einem Genrebregiff unterbringen zu können. Doch diese Mischung wird im Radio ebenso gut funktionieren, wie auf Festivalbühnen oder dem Club. Das liegt auch an der Bandbreite der einzelnen Tracks, die verschiedenste Stimmungen anpeilen und nahtlos von Entspannung in den Partymodus übergehen.

(Fred)

6/10

 

Fatoni & Dexter  – Yo, Picasso

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Fatoni & Dexter – Yo, Picasso

Label: WSP Records Chapter ONE / Universal Music
VÖ: 6.11.2015

Genre: Rap & Hip Hop
Klingt wie: Fast so gut wie Mike Skinner

Fatoni hat gemeinsam mit dem Stuttgarter Hitproduzenten Dexter das Kollabo-Album Yo, Picasso gezaubert. Dieses kleine Meisterwerk steckt voller beißenden Zynismus und misanthropisch substanzvollen Texten welche die wahren Probleme der Gesellschaft mit musikalischer Sorgfaltspflicht auf den Punkt bringen. Der Benjamin Button des deutschen Raps scheint gerade in der Blüte seines Lebens. Abgefuckt aber cool zeigt er uns auf, dass alles Pech der Welt immer noch besser sei als Hodenkrebs. Exzellentes Storytelling mit erheiternden Gemeinheiten als auch Lebensweisheiten wird zu klassischen Dexter-Beats gereimt – ein musikalischer Hochgenuss.

(Fanny)

9/10

 

Adele – 25

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Adele – 25

Label: XL Recordings
VÖ: 20.11.2015

Genre: Pop
Klingt wie: Eine sterbender Schwan

Es war lange still um Adele. Und dann taucht sie wie aus dem Nichts wieder auf, diese große pathosgetränkte Stimme. So als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt, veröffentlicht die Britin vor kurzem eine Single, die natürlich gleich auf Platz 1 der Charts steigt. Nun folgt das Album und, nun ja, es ist eben wie immer: Voller schöner, unaufgeregter Pop-Schmacht-Balladen, die hauptsächlich von dieser mächtigen Stimme getragen werden. Alles gut gemacht und hörbar. Die großen Hits wie „Rolling in the Deep“ sucht man hier allerdings vergeblich. 11 Tracks die eben so dahinplätschern ohne dabei großartig aufzufallen oder zu stören. Einige Tracks könnten wunderbare Filmmusik sein. Das wars aber auch schon. Ein bisschen mehr hätte es schon sein können.

(Mariella)

6/10