Der SLEAZE Plattenteller im Oktober: Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE Plattenteller im Oktober Teil 4!

Heute mit Eat Lipstick, OMI, Cheathas, und El Vy!

Eat Lipstick – Eat Lipstick

Eat

Eat Lipstick – Eat Lipstick

Label: Eat Lipstick Records
VÖ: 30.10.2015

Genre: Berlin-Disco-Glam-Punk
Klingt wie: New Yorks Queer-Szene aussieht

Die queeren Schreckschrauben (wie sie von den Kollegen bei siegessäule.de so schön beschrieben wurden) bringen nach jahrelanger Bühnenerfahrung nun ein Debütalbum in Eigenregie heraus. Der Vorteil, wenn man sich so viel Zeit lässt, ist ja, dass sich die Erfahrung, die bei schweißtreibenden Auftritten gesammelt werden konnte, direkt aufs Vinyl pressen lässt. Trotz dieser Expertise, haftet den Aufnahmen dennoch eine raue und ungeschminkte Energie an, die Assoziationen zu einem schnapsgetränkten, verschwitzten Auftritt in einem engen und zu warmen Club weckt.
Und genau dafür ist ihre Musik geschaffen. Laut, vulgär aber mit einer großen Portion Glam und Witz. Das Produkt einer Liebschaft zwischen Peaches und Twisted Sister wären wohl Eat Lipstick.

(Fred)

7/10

OMI – Me 4 U

OMI - ME 4 U

OMI – ME 4 U

Label: Sony Music
VÖ: 16.10.2015

Genre: Urban Pop
Klingt wie: Der Soundtrack für die neue Staffel X-Diaries auf RTL2

Okay, ich oute mich. Als ich diesen Sommer zum ersten Mal Cheerleader (Felix Jaehn hatte den vier Jahre alten Song neu gemixt, in die Charts und somit auch in mein Autoradio gehievt) hörte, fand ich den fröhlichen Rhythmus schon sehr mitwippenswert. Mit dem Song vermittelt der Jamaikaner Omar Samuel Pasley alias OMI Urlaubsgefühle, fröhliche Beats und Lust auf Rohrzucker-Limetten-Getränke. Nun, vier Wochen nach Sommerschluss folgte kürzlich auch das passende Album Me 4 U. Und tatsächlich setzt die OMI-LP genau da an, wo der einstige Sommerhit aufgehört hatte: Hibbelige, computierte Drums und platte Lyrics (Hula Hula Hoop, Hula Hula Hoop, ooooh usw.) katapultierten den Großteil der Tracks an die potenzielle Germany’s-Next-Urlaubshit-am-Ballermann-Front. Da reißen auch die durchaus vorhandenen und erwähnenswerten Reggae-Ansätze (Fireworks, Standing on all Threes) und die abwechslungsreicheren Features (Busy Signal, Erik Hassle) leider nichts mehr raus. Eigentlich schade, denn mit mehr Dancehall/Reggae wäre das Album bei mir sicher besser aufgehoben, als mit der charakterlosen Clubhotel- Discomucke. Hat den Produzenten eigentlich niemand gesagt, dass wir uns jetzt auf Stille Nacht, heilige Nacht einstimmen?

(Rebecca)

3/10

Cheatahs – Mythologies

Cheathas - Mythologies

Cheathas – Mythologies

Label: Wichita Recordings
VÖ: Freitag, 30. Oktober 2015

Genre: Neo-Shoegazer-Dronepop (was auch immer das ist)
Klingt wie: Etwas was ich mir nicht noch mal anhören möchte

Nun, was soll man dazu sagen. Ich habe mir das Album angehört und konnte nichts damit anfangen. Noch mal angehört und es hat mich ein bisschen genervt. Vollkommen ratlos ein drittes Mal angehört und begonnen zu googeln. Ich las Dinge wie: „Das beste neo-shoegazer-dronepop-Album des Jahres“ – Wer oder was zur Hölle sind Shoegazer? Leute, die immer nur nach unten, auf ihre Füße schauen? Ja, so klingt das auch. Ich wette auf einem Konzert sieht man Leute in Wally’s-Kordhosen (Bootcut versteht sich), mit 90er/2000er Tocotronic Frisuren, die traurig auf ihre Sambas schauen und mitnicken.
Es tut mir wirklich leid, aber dieses Album weckt in mir keinerlei Emotionen und berührt mich null. Ein Kuddelmuddel aus seltsamen Synthie-Sounds, gepaart mit monotonem Gesang. Erinnert mich an die Zeit als ich 19 war und viel Monochrome und Elektrolochmann gehört hab. Die waren aber besser. I Don’t care, cause I don’t have to.

(Lana)

4/10

El Vy – Return to The Moon

El Vy - Return To The Moon

El Vy – Return To The Moon

Label: 4AD
VÖ: 30.10.2015

Genre: Indie, Rock
Klingt wie: The National in fröhlich(er)

Tja, wer hätte das gedacht. Ein Herr Matt Berninger kann auch anders. Anders und irgendwie erschreckend fröhlich. Mag sein, dass das an der Kombination mit Menomena Sänger und Gitarrist Brent Knopf liegt. Mag sein, dass der The National Frontman auch einfach mal keine Lust auf den altbekannten promillehaltigen Weltschmerz hatte. Klar, sind da auch Nummern drauf, die keine Freudensprünge zulassen und natürlich auch an The National erinnern. Aber hey, das Leben ist ja auch kein Ponyhof und schon gar nicht immer Friede, Freude, sowieso…Ich muss wirklich offen und ehrlich zugeben, – und das sage ich als riesen The National-Fan und bekennende Melancholikerin – dass mich Return To The Moon komplett überzeugt. Trotz oder gerade wegen der ungewohnten Freude ist diese Platte groovy, sexy und dabei in keinster Weise aufgesetzt oder peinlich. Solange Matt deshalb nicht mit The National aufhört, will ich bitte mehr davon!

(Mariella)

9/10