Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik Schlechter als SLEAZE macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt. Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser, als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Tattarataaaaaaa…wir präsentieren euch: Schlechter als SLEAZE im August!

Diesmal mit Britney Spears, Die Lochis,

Britney Spears – Glory

Schlechter als SLEAZE im August

Britney Spears – Glory

Label: Rca. Int (Sony Music)
VÖ: 26.08.2016

Genre: Pop
Klingt wie: Das Cover aussieht

Ooops, she did it again…Britney ist wieder einmal wieder da. Und das mit einer neuen Platte und neu gestrafftem Gesicht. Quasi…Baby one more time. Tja, leider ist diese musikalische Zugabe alles andere als prickelnd. Was verheißungsvoll als Glory bezeichnet wird, ist ein weiteres, trauriges Beispiel für den immer tieferen Fall eines ehemaligen Kinderstars.
Vermutlich würde Britney Bitch gerne an die guten alten Zeiten anschließen. Würde uns immer noch mit toxisch-erotischen Posen ihren straffen Popo entgegenstrecken, der damals über so viel hinwegtröstete. Leider ist das Leben (auch das von Hollywood-Sternchen) kein Ponyhof und die Musikszene keine Bravohits Vol. 10.
Ohne Höhen und Tiefen plätschern diese 17 Tracks vor sich hin – große Hits, die sich ungefragt via unaufhörlicher Radiorotation in unsere Gehörgänge einbrennen, sind hier nicht zu finden. Britneys Stimme erinnert mehr denn ja an Schlumpfine, was dem ganzen plattgewälzten Gedudel nur noch mehr Belanglosigkeit zuschanzt. Sometimes sollte man einfach erkennen, wann genug ist und man seine Zuhörer nicht mehr Crazy drivet, wenn ihr versteht, was ich meine.

(Mariella)

1/10

Die Lochis – #Zwilling

Unknown

Die Lochis – #Zwilling

Label: Department Musik
VÖ: 26.08.2016

Genre: Youtube-Pop
Klingt wie: Cros kleine Brüder

Für seinen Nachnamen kann man nichts und wenn man nunmal Lochmann heißt, ist das eben so. Sich dann als Brüderpaar den Künstlernamen Die Lochis zu verpassen, ist vielleicht unklug, schadet aber wenn dann nur den beiden selbst.
Zur Erklärung: Die Lochis sind Zwillinge, die durch Youtubevideos bekannt wurden, die sie offensichtlich für eine Generation ohne Aufmerksamkeitsspanne produzieren.
Indem jeder dritte Satz mit einem eingeblendeten Schlagwort unterstützt wird, kann man ihren krassen Pranks und deluxigen Comedyeinlagen auch wirklich gut folgen. So sind sie also zu Ruhm gelangt – zumindest zu so viel, dass ihnen die Bravo eine Doppelseite widmet, um herauzufinden: „Wer ist der bessere Lochi?“
Und was tut man bekanntlich, wenn man irgendwie, aber nicht als Musiker, berühmt wurde? Genau, sich als Musiker versuchen.
Daher haben die beiden Lochis jetzt ihr erstes Album aufgenommen, mit 13 Songs drauf und Hashtag im Titel. Bisher also alles richtig gemacht, hören wir mal rein.

Nach den ersten Minuten habe ich meine Fenster geschlossen. Ganz egal, ob der Wetterfrosch sagt, dass heute der heißeste Tag des Jahres sei. Da ist mir deutlich wichtiger, was meine Nachbarn und Passanten auf der Straße von mir denken … und das ist es sonst eigentlich nie.
Sehr schnell fällt auf, dass mindestens einer der beiden klingt wie dieser Teenieschwarm, der die Melange aus Rap und Pop in den Mainstream trug und gleich auch noch ein Wort dafür erfand. Vielleicht tun sie es auch beide, das ist bei Zwillingen immer schwer zu sagen.
Man mag von dem Kerl mit der Pandamaske halten, was man will, muss aber anerkennen, dass er ein Gespür für Melodien hat. Wer auch immer für das Songwiriting der beiden Lochis verantwortlich ist, hat das nicht.

Insgesamt handelt es sich um ein Destilat der aktuellen Top 50 Singlecharts, auf ein Album zusammenkomprimiert und an den Ecken glatt gebüglet, damit alles einigermaßen zusammenhält.
Das gibt einen Schulterklopfer fürs Produktmanagement, doch nun genug der Häme

Inhaltlich ist das nämlich gehaltvoller, als ursprünglich angenommen. Die Songs drehen sich zwar ausschließlich um austauschbare Gassenhauer-Themen, doch sind Dinge wie Freundschaft, Familie, Respekt et cetera nie verkehrt. Gerade in Anbetracht der Zielgruppe, die mitunter auch oft schon zum Cash machen und Bitches bangen angehalten wird.
Mir persönlich wäre es lieber, wenn sich meine Kids dann sowas anhören, als zuzuschauen, wie sich eine übersexualisierte 16 Jährige versucht zehn Bockwürste in den Rachen zu schieben.

2 Punkte

Fred

Celine Dion – Encore un soir

Celine-Dion Schlechter als SLEAZE im August cd

Celine Dion – Encore un soir

Label: Columbia
VÖ: 26.08. 2016

Genre: Pop
Klingt wie: Tinnitus

Eigentlich will ich lieber das Katzenklo saubermachen als Celine Dions neues Album hören. Aber Pflicht ist Pflicht. Und da wären wir schon beim Thema.
Dinge, die besser sind als dieses Album:

Ich könnte mich zu den verschwitzten Typen im Unterhemd am Späti stellen und aus deren Bierdose trinken.
Ich könnte versuchen, meinem Kater eine Wimpernwelle zu verpassen.
Ich würde auch viel lieber nochmal meine Steuererklärung mit der linken Hand ausfüllen.
Ein Diavortrag über Darmkrankheiten hat genau jetzt seinen Schrecken verloren und wirkt verlockend.
Ich würde sogar viel lieber im Hausflur stehenbleiben und über das Wetter reden (wer mich kennt, weiß wie ich zu Smalltalk stehe).
Und eigentlich waren meine zwei verstauchten Knöchel gar nicht sooo schlimm. Jedenfalls im Vergleich zu diesem Album.
Celine Dion bekommt trotzdem einen Punkt. Und zwar für „My Heart will go on“. Großartiger Karaokesong … vor allen Dingen, wenn man nicht singen kann. Danke dafür.

(Yanah)

1/10