Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik Schlechter als SLEAZE macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt. Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser, als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Tattarataaaaaaa…wir präsentieren euch: Schlechter als SLEAZE im September!

Diesmal mit DJ Bobo, Sportfreunde Stiller, Feuerherz und Ufo361

DJ Bobo – Mystorial

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DJ Bobo – Mystorial

Label: Yes Music
VÖ: 23.09.2016

Genre: Eurodance, Pop
Klingt wie: Eine durchschnittliche Großraumdisco

„Guck an, den gibt’s ja auch noch“, war die erste Reaktion, als DJ Bobos Mystorial auf meinem Tisch landete. Eine kurze Recherche ergab dann auch, dass er tatsächlich nie aufgehört hat, Musik zu machen. Darauf aufbauende und tiefergehende Recherchen konnten jedoch keinen Song zutage fördern, den ich (noch) kannte. Dass er nationaler Botschafter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen ist, war mir ebenso gänzlich unbekannt.

Doch nun zur Musik. Die klingt sehr nach den 90ern und ruft Erinnerungen an eine Zeit wach, in der Hard-Techno radio- und massentauglich war, solange irgendjemand einen nichtssagenden Text darüber sang.
Sein aktuelles Album hat sich stilistisch etwas vom Eurodance entfernt, kann diese Grundstimmung jedoch nie ganz abschütteln.
Das größte musikalische Exportprodukt der Schweiz seit Yello steht aber den ganzen jungen Leuten, die derzeit die Charts bevölkern in nichts nach. Es ist zwar insgesamt etwas dünner produziert und der übermäßige Einsatz der  four-on-the-floor Bassline fehlt, doch insgesamt ist er nicht weit weg von dem, was in der „Berlin – Tag & Nacht“ WG so gehört wird. Ob das jetzt gut, oder schlecht ist, sei mal dahingestellt.
Ich werde mir voraussichtlich keinen dieser Songs in Erinnerung behalten können, habe mir das zugegebenermaßen aber deutlich schlimmer vorgestellt.

(Fred)

2/10

Sportfreunde Stiller – Sturm & Stille

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Sportfreunde Stiller – Sturm & Stille

Label: Universal Music
VÖ: 07.10.2016

Genre: Deutschrock
Klingt wie: nichts Neues

Bei den Sportis scheiden sich schon immer die Geister – zumindest meine. Songs wie „Ein Kompliment“ kann wohl jeder besoffen mitgrölen. Das kennt man, das mag man, das macht das Leben zumindest für ein paar Minuten richtig schön. Vieles, was danach kam, war dann eher so semigut. Man nahm es hin, das tat nicht weh – immerhin waren es die Sportis und es lief im Radio. Und auch die neue Platte geht in diese Richtung. Bedeutungsschwangere, lebensbejahende Texte, simple Melodien, vorgetragen von dieser allzu bekannten Stimme – dem Erfolgskonzept wird auch hier vertraut. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Eines darf man aber definitiv nicht mögen – dieses peinliche Gerappe am Anfang von „Das Geschenk“. Man sollte Dinge, die man nicht kann, nicht erzwingen und sie denjenigen überlassen, die sie drauf haben – aber hey, ist ja nur unsere Meinung.

(Mariella)

6/10

Ufo361 – Ich bin 2 Berliner

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Ufo361 – Ich bin 2 Berliner

Label: Ufo361
VÖ: 30.09.2016

Genre: Deutschtrap
Klingt wie: Jemand der den Hustensaft mit Energydrink verwechselt hat

Berlin hat sich in den letzten Jahren als Raphochburg wieder erfolgreich auf die Karte gepackt. Ein Berliner Original will auch mitmischen und legt nach seinem Debüt-Mixtape „Ich bin ein Berliner“ nun unmittelbar nach. Scheinbar hat Herr Ufo festgestellt, dass er eigentlich sogar zwei Berliner ist.
Was er darauf anstellt, klingt ziemlich nach der Cloudrap-Fraktion … nur auf Speed. Die gleiche Ästhetik, überstrapazierter Autotune und ähnliche Textinhalte, alles aber viel schneller und hektischer vorgetragen. Das ist zwar eine nette Abwechslung zu den ansonsten völlig trantütigen Boys, kann aber auch nur maximal drei Minuten überzeugen.
Klar sind Trap und Codeinduziertes Gelalle mittlerweile zu einem respektablen und eigenständigen Genre gereift, aber man muss es schon gut machen. Wer sonst nichts anderes hört, könnte aber durchaus Spaß mit diesem Album haben.

Alle anderen fragen sich, was ist das nur für 1 Berliner?

(Fred)

3/10

Feuerherz – Genau Wie Du

Feuerherz - Genau Wie Du

Feuerherz – Genau Wie Du

Label: Electrola (Universal Music)
VÖ: 16.09.2016

Genre: Deutsch Pop
Klingt wie: Genau wie etwas, das du niemals hören willst.

Liebes ominöses Du,

ich habe schon viel von dir gehört. Zu viel, wenn du mich fragst. Denn wenn du wirklich genauso klingst, wie das hier, dann möchte ich dich (bitte) niemals kennen lernen.
Nichts für ungut, aber ich fürchte, aus uns beiden wird nichts. Wer kann es mir verübeln. Du stinkst nach Schmalz und billigem Haarspray. Du hast kaum etwas zu sagen. Und wenn, dann klingt es so engelsgleich, dass ich dir vor lauter Scheinheiligkeit am liebsten die Augen auskratzen würde.

Es tut mir leid, wir sind nicht kompatibel. Bitte akzeptiere meine Entscheidung und lass meine Gehörgänge in Frieden. Es liegt nicht an dir. Na gut, das war gelogen.

(Mariella)

-3/10