Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik Schlechter als SLEAZE macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt. Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser, als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Tattarataaaaaaa…wir präsentieren euch: Schlechter als SLEAZE im Februar!

Diesmal mit Bosse, Scooter, Ross Antony und Heinz Rudolf Kunze!

Bosse – Engtanz

Schlechter als SLEAZE im Februar bosse

Bosse – Engtanz

Label: Universal Music
VÖ: 12.02.2016

Genre: Pop
Klingt wie: Als hätten Tomte, Casper und die Sportfreunde Stiller ein Verhältnis

Oh man, ich glaub ich heul gleich. Und das liegt an Bosse und seinen Heulnummern. Ja, zugegeben, das bewegt ein bisschen. Auf irgendeine seltsame Art und Weise geht mir das nahe. Dabei kann ich diese Art von Schnulzmusik, bei der man von einem Track zum anderen vom manischen Hoch ins depressive Tief stürzt, gar nicht leiden.
Aber ja, Engtanz kann man in einer gefühlsduseligen Stimmung schon mal hören. Sofern man sich auf die Mischung aus Casper Beats, Tomte Melodien und Die Sportfreunde Stiller Singgebärden einlassen will.

Bestimmt ein gutes Geschenk für die eklig romantischen Stunden am Valentinstag. Damit es noch ein bisschen ramontischer wird. Aber regt euch nicht auf, wenn Bosse euch dann die Show stiehlt. Wir haben euch gewarnt!

(Mariella)

4/10

Scooter – Ace

Scooter

Scooter – Ace

Label: SHEFFIELD TUNES
VÖ: 12.02.2016

Genre: EDM
Klingt wie: Zahnarzt, mit viel Bohrer

Während des ersten Tracks dieses neuen Albums aus der Trance-Hölle dachte ich noch, dass Scooter vielleicht gar nicht mehr so scheiße klingen, wie ich sie in Erinnerung habe. Dieses Intro ist eigentlich ganz cool, baut Spannung auf, klingt wie ein Teil eines spacigen Filmsoundtracks.
Aber spätestens ab Lied zwei und allerspätestens, wenn H.P. Baxxter sein wahrscheinlich nicht mehr ganz so blondbelocktes (werden ja alle nicht jünger, nech?) Gesicht aufmacht und die Ohren mit seinem unmelodiösen deutschen Akzent malträtiert, werde ich wieder in den schlimmen Teil der Neunziger geworfen. Schade eigentlich. Ich hatte wirklich auf eine Neuerfindung gehofft. Doch leider klingt der trancige Boomboom-Kram noch immer genauso farblos und graue Zellen zermatschend wie eh und je.

Lichtblick sind Stücke wie Encore. Versteht mich nicht falsch. Auch die sind immer noch furchtbar. Aber ob ihrer Poppigkeit und der Abwesenheit von Baxxters Gerufe, zumindest zu ertragen. Der Erfolg dieser Kombo hat und wird sich mir niemals erschließen.

(Kirsten)

1/10 (fürs Intro)

Ross Antony – Tatort Liebe

Ross Anthony - Tatort

Ross Antony – Tatort Liebe

Label: Telamo
VÖ: 12.02.16

Genre: Scheiße
Klingt wie: Der Soundtrack zu einem Scheißtag

Ach, halt doch deine Scheißfresse, Ross Antony. Kennt ihr das Gefühl, alles läuft schief und zur absoluten Krönung tretet ihr auch noch in Hundescheiße? In meinem Fall ist dieses Album das Scheißetüpfelchen  auf meinem Scheißtag.
Ross Antony klingt, als hätte man ihm die Seele ausgesaugt und dafür Vorlieben für Scheißsakkos und Scheißmusik reingeblasen. Ein typischer Schlagermusikandroid, der irgendwann nachts an euer Bett kommt und euch mit seinem Scheißgrinsen das Geld klaut.

Zur Musik kann ich nicht viel sagen. Klingt halt scheiße.

(Yanah)

0/10

Heinz Rudolf Kunze – Deutschland

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Heinz Rudolf Kunze – Deutschland

Label: RCA/Sony Music
VÖ: 12.02.2016

Genre: Schlager-Rock
Klingt wie: die Kapelle auf dem Dorffest nach dem dritten Bier

Heinz Rudolf Kunzes neues Album heißt Deutschland. Großes Thema, gerade heute. Man kann sich leicht überheben oder an gesellschaftspolitischen Zustandsbeschreibungen scheitern.
Ist ja auch ein schwieriges Thema, dieses Deutschland.
Obwohl er ’85 wie ein singender Gebrauchtwagenhändler aussah und auch sonst sehr deutsch wirkt, bekommt man keine allzu hochtrabende Heimatphilosophie geboten.
Er gibt weniger Schlager als früher zum Besten, das ist dann ein Deutschland, das nach mehr Blues, Funk und Rock klingt.

In diesem Fall natürlich aalglatt produziert und trotz swingender Rhythmen immer auch etwas versteift und zu bemüht.
Wie Deutschland eben.

(Fred)

4/10