Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik “Schlechter als SLEAZE” macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt.
Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Tattarataaaaaa…wir präsentieren euch: Schlechter als SLEAZE im Januar!

Ardian Bujupi – „Ardicted“

Adrian Bujupi - Ardicted

Adrian Bujupi – Ardicted

Label: Trust No One Records
VÖ: 09.1.2015

Genre: Kuddelmuddel
Klingt wie: Nichts Halbes und nichts Ganzes

Ardian wer? Sicher stellt sich vielen von euch die gleiche Frage. Eine intensive Google-Recherche ergab, dass Ardian ein Emporkömmling einer der zahllosen Deutschland sucht den Superstar-Staffeln ist. Die genaue Staffel und die Platzierung spielen dabei keine Rolle – die Reise aller Teilnehmer nimmt nämlich meist einen identischen Verlauf: Zunächst macht sie einen kurzen Zwischenstopp im Dschungel-Camp und endet schließlich im Endbahnhof „totale Bedeutungslosigkeit“. Anstelle des Superstars sollte Deutschland mal Hirn für seine Bürger suchen, damit das Wort Fremdenfeindlichkeit aus den Köpfen und damit dem Vokabular gestrichen werden kann.
Aber zurück zu Ardian Bujupi. Hat er noch mehr als einen putzigen Nachnamen zu bieten? Das erste Hören des Albums sagt: Nein! Ein zweiter Durchlauf sagt: Oh Gott, NEIN, nun wirklich nicht! Ein drittes Anhören wird es für mich definitiv nicht geben. Ardicted will irgendwie alles sein: Electro, R’n’B, Rap, Dance und das ganze angereichert mit englischen und deutschen Texten. Dieses Kuddelmuddel durchzieht jedoch ein roter Faden: Totale Scheiße!

(Stefan)

0/10

Knasterbart – „Sauf mich schön“

Knasterbart - Sauf Mich Schön

Knasterbart – Sauf Mich Schön

Label: Fuego (Indigo)
VÖ: 09.01.2015

Gerne: deutschsprachiger Trinker-Folk
Klingt wie: Ein Bastard der Ärzte, der Hosen und einer bärtign Wikingerfrau

Dicke bärtige Männer mit billigem Fusel auf Mittelaltermärkten. Das ist die zarte Zielgruppe der selbsternannten Folkrocker-Band Kansterbart. Zugegeben: Die Texte bergen gerade für so Beleidigungsfetischisten wie uns ein paar Leckereien à la “Putz meine Stiefel. Mit deinem Gesicht!”. Dennoch bleiben sowohl Lyrics, als auch die Musik dazu auf einem seltsamen, immer gleich bleibenden Niveau. Eine Mischung aus Ärzte-Witz (den schlechten davon), Hosen-Pathos (dem nervigen davon) und Mittelalterband-Pseudo-Coolness. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Jedem der Sound, der ihm beliebt. Ich kann aber sehr gut verzichten.

(Kirsten)

3/10

Papa Roach – „F.E.A.R.“

Papa Roach - F.E.A.R.

Papa Roach – F.E.A.R.

Label: Eleven Seven Music (Warner Music)
VÖ: 23.01.2015

Genre: Nu Metal, Crossover
Klingt wie: Kurz nach der Jahrtausendwende

Papa Roach veröffentlichen ein neues Album und dafür, dass der Durchschnitt-Musikhörer vermutlich die ersten drei Zeilen von „Last Resort“ mitsingen, sonst aber keinen Song beim Namen nennen kann (ich übrigens auch nicht), weiß man nicht so recht, was man erwarten soll. Wäre ich ein US-Amerikanischer High School Schüler in einer pubertätsbedingten Rebellenphase, wäre dieses Album wohl der Soundtrack des ersten Schulhalbjahres. Bin ich aber nicht. Deshalb befinde ich F.E.A.R. zwar als solide, aber mit dem ziemlich überholten Gitarrensound und der Mischung aus Poprock mit stadiontauglichen Refrains, Synthies und harten Riffs wird das Album wohl mein Soundtrack zu gar nichts.

(Fred)

4/10

Frank Lukas – „Intensiv“

Frank Lukas - Intensiv

Frank Lukas – Intensiv

Label: Monopol
VÖ: 23.01.2015

Genre: Hass-Hardcore Schlager
Klingt wie: Oma aufm Dorffest

Schon beim ersten sanften utzen stellen sich mir die Nackenhaare auf und ich bin froh, dass ich nichts gegessen habe, sonst hätte ich mich jetzt wohl auf meine Tastatur erbrechen müssen. Meine Wände kommen irgendwie immer näher und ich werde in die Zeltfest Zeit meiner Jugend zurückversetzt – als nächstes müsste der DJ Karl Heinz eigentlich Onkels auflegen. Zu meinem Leid muss ich, dank der Bauarbeiten die „Musik“ lauter machen. Wenn ich jetzt ein Selfie machen würde, würde mein angewiderter Gesichtsausdruck sicherlich dem, was ich mir gerade antun muss, am aller besten Ausdruck verleihen. Jeder zweite Song eine Liebeserklärung an irgendwen – wenn mir jemals jemand so etwas Grauenhaftes antun würde, ich glaube ich würde mir freiwillig Q-Tipps zu tief ins Ohr schieben. Oh Gott, jetzt auch noch ein Song an seine Tochter „Daddy, er hat Schluss gemacht“ – tiefgründige Tipps an die traurige Teenager-Tochter. Fazit: Für jede alternde halbtaube Elektro-Omi ein Ohrenschmaus. Für jeden anderen halbwegs normalen Menschen: Folter. Genug jetzt…

(Lana)

0,66/10

Meghan Trainor – „Title“

Meghan Tailor - Title

Meghan Tailor – Title

Label:Epic
VÖ: 9.01.2015

Genre: Pop
Klingt wie: Mit Sekt in der Küche

Meghan Trainor ist das neue Popsternchen. Spätestens seit ihrer ersten Single „All About That Bass“ kam man nicht um sie herum. Sie singt über Frauen mit Kurven, Männer die lieber was zum anfassen haben und über ihren zukünftigen Ehemann. Das ist nicht sonderlich spannend und auch nicht großartig innovativ, dafür aber (scheinbar) genau das, was Frau 2015 hören will. Immerhin, das Ganze ist gut produziert und in annehmbare Popsounds eingebettet. Harmloser Schwiegermutter-Pop, der mit viel Sekt und den besten Freundinnen ab und zu auch mal Spaß machen kann. Prost!

(Mariella)

5/10