Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik “Schlechter als SLEAZE”  macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt.
Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Tattarataaaaa…wir präsentieren euch: Schlechter als SLEAZE im Juni!

Linkin Park – The Hunting Party

Linking Park

Linking Park- The Hunting Party

Label: Warner Bros. Records
VÖ: 13.06.2014

Genre: Post-Punk-BlaBla
Klingt wie: männliche Sinnkrise jenseits der 30

Mal ganz abgesehen davon, dass Linkin Park einfach mal so gar nicht mein Ding ist, hatte die Band bisher auch für mich irgendwie ihre Daseinsberechtigung. Die Mädchen, wie jenes aus dem Numb-Video, die sich stets als Loser sehen, einfach weil Losersein in Nerdkreisen zum guten Ton gehört – buuhuu, heult doch – müssen ja schließlich auch irgendwas hören.
Aber auch eine Band wie Linkin Park möchte irgendwann mal was Neues machen, jetzt, da sie Numb-Mädchen alle aus ihren Latzhosen und Nerdbrillen rausgewachsen sind, Hausfrau und Mutter geben und glauben, dass ihr Mann sie betrügt. Neu ist aber tatsächlich in wenigen musikalische Fällen gut und führt in diesem Fall zu einem Entzug der Daseinsberechtigung. Denn leider haben die Kalifornier den letzten Schuss nicht gehört und beim Post-Punk der 90er geklaut, machen jetzt auf Schrammel und untighten Garagensound. Wirklich jetzt? Ihr seid doch alt genug! Lasst die Midlife Crisis zu Hause, betrügt eure Nerdmädchen oder kauft euch laute Motorräder. Aber bleibt doch bitte musikalisch einfach bei dem was ihr macht, das war schon ganz okay. Die Daseinsberechtigung dürft ihr mir einfach in den Briefkasten werfen. Danke.

4/10

Kirsten

 

Baptiste Giabiconi – Un Homme Libre

Baptiste Giabiconi - Un Homme Libre

Baptiste Giabiconi – Un Homme Libre

Label: Be 1st Music
VÖ: 16. Juni 2014

Genre: French Pop
Klingt wie: das Genre sagt. In leicht bis seicht. Eine Tricolore aus Stimme, Gitarre und irgendwas mit Salaaaat.

Nur, weil er gut aussieht, heißt das nicht, dass er nur gut aussieht. Der schönnamige Baptiste: Karl Lagerfelds Muse, höchstbezahltes männliches Model und zudem das erste je im Pirelli-Kalender abgelichtete. Er, der sie quasi alle haben könnte: die Zuschauer. Aber nein. der Baptiste will auch die Zuhörer. Dafür singt er. Länger schon. Seinem 2012 erschienenem Debütalbum Oxygen folgt nun mit Un Homme Libre viel la la la la laaa-haltiger Pop mit akkordreduzierter Gitarre. Klingt auf französisch gesungen aber besser als auf deutsch geschrieben. Zumal der 24jährige Franzose singen kann. Und zwar nicht nur, weil singen nicht verboten ist sondern vor allem, weil er Töne halten kann. Giabiconis Mehrkomponenten-Workout: Sit-ups und Töne halten. Geschämt werden darf sich trotzdem: für schmachtende Blicke, klebrige Posen, seichte Melodien und ganz bestimmt auch für die Texte, wer will. Sterne gibt es trotzdem. Zum einen sind aus vergangenen Schlechter-als-Sleaze-Runden noch etliche übrig und zum anderen ist er nicht untalentiert. Weder optisch noch musikalisch. Außerdem heißt er Baptiste. Und trägt Tattoos. Sogar einige geschmackvolle.

Macht alles in allem zzgl. MwSt(ern)

4,1 / 10

Anne

 

ENORM – Zur Hölle und Zurück

ENORM - Zur Hölle und Zurück

ENORM – Zur Hölle und Zurück

Label: Sunny Bastard
VÖ: 13.06.2014

Genre: Deutschrock
Klingt wie: unverständliches Geschrei

Enorm sind ein Quintett aus der Hauptstadt und sind enorm hart und laut. Diese Art der Musik muss man schon mögen. „Zur Hölle und Zurück“ ist im Grunde genommen ein 14 Titel umfassender Langspieler gespickt mit Geschrei und knüppelnden Bassdrums. Man muss schon genau hinhören, um die Textzeilen verstehen zu können – Gesetz des Falles man will das überhaupt. Der Langspieler wirkt recht eintönig. Die Songs behandeln Themen, die man unter Kategorie „Hinfallen und Aufstehen“ oder auch „Kämpfe! “ zusammenfassen kann – und das leider ausnahmslos. Die Songs bleiben nicht wirklich im Ohr. Kein Track schürt auch nur annähernd das Verlangen, ihn erneut anhören zu wollen. Die Platte führt den Hörer jedoch nicht direkt in die Hölle, dazu sind die Gitarrenriffs zu gut.

1/10

Stefan

 

Tiësto – A Town Called Paradise

Tiësto - A Town Called Paradise

Tiësto – A Town Called Paradise

Label: Polydor Island
VÖ: 13.06.2014
Genre: Dance, Trance

Klingt wie: ein und derselbe Song

Da singt zwar immer mal wieder jemand anderes, aber unterm Strich folgt jeder Song dem gleichen Prinzip. Kurzes Einstimmen und warm machen für den Break und den Drop. Alle anderen Parts scheinen nur als Lückenfüller zu fungieren, bis man „richtig abgehen kann‟. Dann ebbt die Euphorie kurz ab, weil er sich dem nächsten Höhepunkt nähert, doch dann geht’s zum Glück endlich wieder steil. Natürlich folgen die meisten populären Songs einem sehr ähnlichen Prinzip (Intro – Strophe – Refrain – Bridge usw.) aber Tiësto (Tijs Verwest chrchrchr) treibt das ganze auf die Spitze und hätte eigentlich nur ein Album aus Höhepunkten machen sollen. Kein störendes Aufbauen der Spannung, sondern dreieinhalbminuten BAMBAMBAM. Ob es dadurch besser wäre, ist fraglich, aber er sollte einfach keine klassischen Alben machen, sondern in Stadien und Mehrzweckhallen für die Bros und Chicks spielen, die diese Kunstform auch zu würdigen wissen.

1/10

Fred

 

Jennifer Lopez – „A.K.A.“

Jennifer Lopez - "A.K.A."

Jennifer Lopez – „A.K.A.“

Label: Universal Music
VÖ: 13.06.2014

Genre: Pop from se Block
Klingt wie: Hollywood

Also manchmal bin ich wirklich dankbar für diese kleine aber feine Erfindung namens Skip-Funktion. Schon eine Wohltat, wenn man dem immer gleichen „mir scheint die Sonne aus dem Arsch“-Sing-Sang der einstigen Jenny from se Block ein jähes Ende bereiten kann. Das mittlerweile vierzehnte Studioalbum der Latino-Diva mit dem höchstversicherten Allerwertesten der Welt heißt „A.K.A“ und kann genauso viel, wie der Titel wenig verspricht. Eine Ansammlung von teuer produzierten Pop-Hymnen mit Texten, die genauso einfallsreich sind, wie JELOS Hang zu jungen Model-Liebhabern. „I feel good, because I don’t feel bad.“ Ähm ja…meine Zeit kann ich auch mit Bus fahren vergeuden. Und sogar das, wäre spannender…skip!

3/10

Mariella