Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik Schlechter als SLEAZE macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt. Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser, als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Tattarataaaaaaa…wir präsentieren euch: Schlechter als SLEAZE im Mai!

Diesmal mit Meghan Trainor, Drake, Angelo Kelly und Mario & Christoph!

Meghan Trainor – Thank You

Schlechter als SLEAZE im Mai

Meghan Trainor – Thank You

Label: Sony Music
VÖ: 13.05.2016

Genre: Pop
Klingt wie: Geöltes Getwerke

Nachdem Meghan Trainor schon radioweit von ihren Rundungen und ihrem zukünftigen Traumehemann  gesungen hat, bedankt sie sich jetzt einen Langspieler lang bei…ja, bei wem eigentlich? Vermutlich bei sich selbst. Zumindest lassen das Songtitel wie „Watch Me Do“, „I love me“ und „No“ vermuten. Doch auch, wenn sie sich immer als starke, unabhängige Frau präsentiert, klingt das für mich eher nach viel öligem, pseude-emanzipierten Twerken vor einer Horde gaffender Männer in einem amerikanischen Club. Vierzehn Songs darüber zu schreiben, wie gut man sich selbst findet und wie furchtbar die Männer da draußen sind, ist zwar eine schöne Selbsttherapie, allerdings wird das mit R’n’B Beats unterlegte Gejammer dann auch sehr schnell langweilig. Die (Radio-)Hörer tun mir jetzt schon leid.

(Mariella)

4/10

Drake – Views

Schlechter als SLEAZE im Mai

Drake – View

Label: Young Money Entertainment
VÖ: 13.05.2015

Genre: Hip-Hop/ R’n’B
Klingt wie: Ein Konzeptalbum ohne Konzept

Drake ist ein Künstler, der vor lauter Ambivalenz zu Zerreißen droht.
Rapper und gleichzeitig lupenreiner R’n’B-Künstler sein? Drake kann das und hat damit Leute wie The Weekend erst möglich gemacht.
Einerseits ist er der König, der über allem thront – in diesem Fall seiner Heimatstadt Toronto – andererseits dreht er ganz unbefangen sein Innerstes nach außen und jammert ganz schön viel rum. Das ist auch nichts schlimmes, denn textlich ist er doch oft nah dran, an den Lebenswelten seiner Hörer. Doch gleichzeitig, und hier kommt wieder die erwähnte Ambivalenz ins Spiel, ist er als Person ganz weit entfernt.
Als lebendes Meme sind viele seiner Schritte reines Kalkül. Was beim Video zu Hotline Bling seinen Höhepunkt fand, wird auch hier wieder konsequent weiter getrieben. Auf seiner Website können Fans ein beliebiges Foto hochladen und den kleinen Drake, der auf dem Cover dieses Albums auf Torontos Wahrzeichen sitzt, an beliebiger Stelle platzieren.

Das Album selbst enthält 20 Songs und dabei zeigt sich, dass Quantität allein nicht ausreicht, um automatisch Qualität zu erzeugen. Das plätschert alles recht monoton dahin, wird Drake und seinem Ruhm aber nicht schaden. Vermutlich eher das Gegenteil bewirken.

(Fred)

5/10

Angelo Kelly – 10 Years

Label: Flowfish Records
VÖ: 06.05.2016

Genre: Folk
Klingt wie: Acht Bier sind kein Alkohol

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(Yanah)

Punkte: Lasst mich bloß in Ruhe! Drei CDs … dafür sollte ich Punkte bekommen!

Mario & Christoph – Frauen

Schlechter als SLEAZE im Mai

Mario & Christoph – Frauen

Label: Chorus Pro.Media (Bogner Records)
VÖ: 13.05.2016

Genre: Amazon sagt: Alternative & Indie. Amazon scherzt.
Klingt wie: Ein Auffahrunfall mit einem Gülle-Laster

Das Internet behauptet, Mario & Christoph seien eine Musikgruppe – unterstellt ihnen teilweise sogar, Künstler zu sein. Wenn das Internet da mal nicht wegen Verleumdung vor den Kadi kommt. Und dann wird es knüppelschwer zu beweisen, dass was dran ist am Vorwurf künstlerischen Schaffens; Mario & Christoph also nicht einfach nur tagein, tagaus Odelauto fahren wie du und ich.
Zur Verteidigung könnte das Netz vorbringen, dass „Frauen“ immerhin bereits das fünfte Album des österreichischen Duos ist. Und dass die beiden vorher zu zwei Dritteln das Alpentrio Tirol ausmachten, das, so geht die Mär, eine der erfolgreichsten Musikgruppen und so weiter und so fort. Trotzdem kein Grund, Mario & Christoph kackdreist als Künstler hinzustellen. Wirklich absolut kein Grund. So höre man sich in irgendeinen der 14 Titel des aktuellen (oder egal welchen) Albums ein und komme nicht umhin, die beiden vom Vorwurf künstlerischen Schaffens freizusprechen.

(Anne)

0/ von egal wie vielen Sternen

Annett Louisan – Berlin, Kapstadt, Prag

Annette Louisan - Berlin - Kapstadt, Prag

Annett Louisan – Berlin – Kapstadt – Prag

Label: Columbia
VÖ: 13.05.2016

Genre: Pop
Klingt wie: Aufgewärmter Spinat – sollte man nicht machen

Was macht man, wenn man keine eigenen Songideen hat? Entweder beauftragt man einen Songwriter oder bringt einen Langspieler voller Coverversionen auf den Markt. Annett Louisan entschied sich für letztere Variante und versucht, sich mit fremden Federn zu schmücken. Am Ende sieht die gute Annett jedoch aus wie ein gerupftes Huhn.
Sie vergreift sich an Künstlern wie Rammstein, Wanda, Tokio Hotel, David Bowie (!) und Marteria – „ […] ein Album […], mit dem ich mich gegenüber meinen Lieblingsplatten verneige.“ Alles klar, diese Art Musik hört sie also. Das kauft man der guten Annett doch sofort ab. Und Frauke Petry baut morgen ein Flüchtlingsheim.
Das ganze Album wirkt gekünstelt und aufgesetzt. Kurzum: Es passt hier einfach nichts zusammen. Ganz schlimm sind die Versionen „Helden“ von David Bowie und „OMG!“ von Marteria. David Bowie wird sich ganz sicher im Grab umdrehen. Läge Marteria im jenem, so würde er sich nicht nur umdrehen, er würde sich gern einen Erdkern buddeln, um den Klängen auszuweichen. Wir wollen an dieser Stelle zwar keine Petzen sein, aber wissen die gecoverten Künstler eigentlich, was ihren Originalversionen angetan wurde? Falls nicht, wir kennen da einen guten Anwalt. Dagegen muss rechtlich nämlich vorgegangen werden.

(Stefan)

0/10