Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik Schlechter als SLEAZE macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt. Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser, als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Tattarataaaaaaa…wir präsentieren euch: Schlechter als SLEAZE im November!

Diesmal mit Jörg Busch, Robbie Williams, Xavier Naidoo und Bon Jovi!

Jörg Bausch – Gentleman

Schlechter als SLEAZE im November

Jörg Bausch – Gentleman

Label: Hitpop Music
VÖ: 28.10.2016

Genre: Popschlager
Klingt wie: Überlagerte Pansen vermutlich riechen

Ein weiterer Name, der hoffentlich unmittelbar nach Fertigstellung dieser unvoreingenommen angewiderten Rezension vergessen sein wird. Besser vorher noch.

2011 mit dem Ballermann-Award in der Kategorie „Bester Pop-Schlager“ prämiert (heißt das bei einem Ballermann-Award tatsächlich auch prämiert?), hätte das doch ein schöner Schlusspunkt seiner musikalischen Karriere sein können, die angeblich vorher schon begonnen hatte. Aber nein, der Jörg Bausch will hör- und sichtbar launig bleiben, popschlagert und produziert fleißig weiter, absolviert die längste Autogrammstunde der Welt und findet ganz nebenbei noch die Zeit, Hüte zu tragen.

Das würde doch reichen, Hüte tragen. Sieht der Essener leider anders und geißelt Mensch (mich) und Maschine (Rechner & Boxen) mit Gentleman, seinem vielzuvielten Album, für das er sich, laut Produktbeschreibung, mehr Zeit und auch mehr künstlerische Freiheit nahm. Weiß man jetzt nicht, inwiefern sich das bezahlt gemacht hat. Herausgekommen sind angeblich im Sound hörbar facettenreichere Songs – „aber keine Angst (sic): auch die bewährten Tanzflächenfüller mit den typischen Bausch-Beats und markanten Synthesizern sind wieder vertreten.“ Ich fasse mal kurz zusammen, was ich gehört habe: weg – ich habe weggehört. So schnell es nach den ersten Lähmungserscheinungen eben ging. Das war ungefähr bei der Hörprobe zu „Ich kann nicht lachen wenn Du weinst“. Und ich kann nicht freundlich bleiben, wenn er singt. Der Jörg der Gentleman der Bausch.

(Anne)

nix von irgendwas

Robbie Williams – The Heavy Entertainment Show

Label: Sony Music
VÖ: 11.11.2016

Genre: Pop
Klingt wie: Der Versuch, wie Justin Bieber zu klingen

Ach Robbie, manchmal machst du es einem nicht leicht, deine Musik zu mögen. Vor allem dann, wenn es plötzlich den Anschein macht, als wollten deine Songschreiber, dass du so klingst wie Teenieschwarm Justin Bieber. Und diesen Eindruck vermitteln die Songs der Heavy Entertainment Show leider nicht nur einmal. Zwischendrin flammen sie zwar auf, die typischen, schmissigen Robbie Stadionhits oder auch die schnulzigen Balladen, die wir nur allzu gerne im Silvestersuff mitgrölen. Doch so ganz will sich das Ohr noch nicht an den glatt gebügelten Sound gewöhnen. Liegt vermutlich aber nur daran, dass die Songs noch nicht überall rauf und runter gespielt werden.

Kurzum – eine Platte wie Escapology ist das nicht. Trotzdem muss sich Robbie dafür nicht in die Ecke stellen.

(Mariella)

6/10

Xavier Naidoo – Nicht von dieser Welt 2 (Allein mit Flügel – Live @ Neil’s House)

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Xavier Naidoo – Nicht Von Dieser Welt 2

Label: Naidoo Records GmbH
VÖ: 28.10.2016

Genre: Pop-Soul-Live
Klingt wie: Das perfekte Weihnachtsgeschenk für meine Frau Mama

Um es gleich zu sagen, ich wollte das Album schlecht finden. Ich mag Xavier Naidoos Auftreten und seine Aussagen nicht. Aber leider… ist dieser Mann wirklich talentiert. Die musiktheoretische Elite würde das natürlich nicht zugeben. Mit der „richtigen“ Musik kann man seiner/ihrer Profilneurose schließlich genug Grip verleihen.
Nicht von dieser Welt 2 (Allein am Flügel) ist nicht ganz so allein, wie der Albumtitel es verspricht. Am Flügel sitzt der talentierte Neil Palmer, der alles richtig macht.

Ein wenig klingt das Album wie ein vertontes Tagebuch. Was der Xavier abends in sein Büchlein schreibt („die Kinder waren gemein zu mir und haben mit nicht mitspielen lassen…“), wird am nächten Morgen einfach gesungen. Denn einige Wörter sind sehr sperrig und klingen gesungen ziemlich …nun sagen wir… unglücklich. Wer es schafft in einer Ballade „Perspektive“ richtig zu reimen und „summa summarum“ ohne Ecken und Kanten in einem Text unterzubringen, muss gut sein. So gut ist Xavier Naidoo leider nicht. Er wiederholt auch bis zum Erbrechen diverse Botschaften. Nach dem zehnten Mal „Ich bin frei“ kann man doch meinen, dass die Botschaft ankam. Er ist frei! Leider nicht, es wird einfach noch x-mal gesuchen.

Und plötzlich, eine Stimme aus meiner Teeniezeit. Moses Pelham rappt. Komplett und völlig unpassend zum gesamten Album, der Stimmung und des guten Geschmacks. Manche Dinge sollten einfach in den 90ern bleiben. Das „Rödelheim Hartreim Projekt“ gehört dazu.

Zusammenfassend muss ich gestehen, dass dieses Album funktioniert. Flügel, Stimme, Stimmung… alles passt. Es ist mir peinlich, aber er bekommt 8 von 10 Punkten von mir. Jetzt höre ich erst mal zwei Stunden Freejazz, damit ich mich wieder schlau und elitär fühle.

(Yanah)

8/10

Bon Jovi – This House Is Not For Sale

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Bon Jovi – This House Is Not For Sale

Label: Universal Music
VÖ: 11.11.2016

Genre: Stadion-Rock
Klingt wie: Malen nach Zahlen

Bon Jovi Fans  wissen ganz genau, was sie erwarten. Jon Bon Jovi und seine Mitmusikanten wissen genau, was seine Fans hören wollen. So fügt sich eins zum anderen und This House Is Not For Sale bietet keine Überraschung, aber auch keine Enttäuschungen. Jedenfalls keine Enttäuschungen für den geneigten Bon Jovi Hörer. Malen oder Musizieren nach Zahlen, die ein oder andere Powerballade, Gitarrenriffs, in denen man weiterhin Richie Sambora erkennt, auch wenn der längst nicht mehr dabei ist.
Wer’s mag, wird’s mögen, alle anderen werden dieses Album mit einem Schulterzucken quittieren, da mitreißende Nummern aus ihren Glanztagen fehlen.

(Fred)

2/10

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