Das Leben ist nicht fair und wir SLEAZELs sind es erst recht nicht. Unsere Rubrik “Schlechter als SLEAZE” macht euch mit den schlechtesten Veröffentlichungen der kommenden Tage bekannt.
Da wir aber keine kompletten Arschlöcher sind, versuchen wir wenigstens ehrlich zu sein. Ist eine VÖ überraschenderweise doch besser als wir vermutet haben, dann stehen wir auch dazu. In diesem Fall gibt es eine gute Bewertung und einen imaginären Blumentopf für den/die Künstler/in.

Nena – „Oldschool“

Nena - Oldschool

Nena – Oldschool

Label: The Laugh & Peas Company
VÖ: 27.Febraur 2015

Genre: Pop, New Wave
Klingt wie: Nena 4.0

Nena lebt und ist mit einem neuen Album zurück. So ganz taufrisch ist die Gute allerdings nicht mehr. Sich dessen bewusst, singt sie völlig fern jeglichen Realitätsverlustes: „Mein erstes Album ist seit 34 Jahren draußen, es ist so alt, man kann’s nicht einmal mehr im Laden kaufen“. Da ist es nur konsequent, den neuen Langspieler Oldschool zu taufen. Das Feuer für die Musik – und vermutlich auch die kleine Taschenlampe – brennt in ihr aber auch noch nach über 30 Jahren. Oldschool ist Nena 2.0, ach was 4.0 – altbekannt, jedoch mit aufgepepptem Sound. Sämtliche Songs werden regelrecht dazu geprügelt, hip zu wirken. Mag sein, dass Nena irgendeine Daseinsberechtigung besitzt, Oldschool kommt jedoch zu gezwungen und gekünstelt daher. Vermutlich wird Nena aber auch noch in ferner Zukunft auf den Bühnen des Landes stehen – irgendwie, irgendwo, irgendwann.

(Stefan)

2/10

Ricky Martin – “A Quien Quiera Escuchar”

Ricky Martin - A Quien Quiera Escuchar

Ricky Martin – A Quien Quiera Escuchar

Label: Sony Music Latin
VÖ: 13. Februar 2015

Genre: Latin Pop
Klingt wie: Ricky Martin vor 20 Jahren

Ricky Martin steht für Clubhotel-Urlaub und Zumba und alle anderen schrecklichen Dinge der Welt, die man mit Latin Pop verbindet. Mit „A Quien Quiera Escuchar“ (zu Deutsch: Für denjenigen, der es hören möchte – wir übrigens nicht!) macht er aber zumindest das, was er eigentlich schon immer tut: Latin Pop in all seinen Facetten. Wirklich überzeugen kann uns Hüftschwinger Ricky Martin aber weder mit seichten Salsarhythmen und explosionsartigen Samba-Rasselorgien, noch mit sexuell-aufgeladenen Französisch-Einlagen: Voulez-vous coucher mon amour? Mit wenig Innovation und wenig einprägsamen Refrains führt Señor Martin durch sein zehntes Album. Die Platte bleibt ein Fall für den Sommerurlaub im Süden – und für Schlechter als SLEAZE. No bueno!

(Rebecca)
2/10

Kid Rock – „First Kiss“

Kid Rock - First Kiss

Kid Rock – First Kiss

Label: Warner Music
VÖ: 20. Februar 2015

Genre: Country, Pop
Klingt wie: Ein Ritt durch die musikalische Prärie

Yeeehaaa, Kid Rock is back! Und wir alle so: Yay, darauf haben wir alle gewartet! Dazu muss man eigentlich gar nicht viel sagen. Klingt alles wie immer, nur irgendwie noch öder. Whiskey, Cowboyhut und der berühmte American Dream auf dem Rücksitz einer Harley Davidson. Und das alles zu musikalischer Mettwurst verwurstet. Nur ohne Geschmack. Dafür mit mehr Verstärker. Kid Rock hat seine Nische gefunden. Immerhin. Gut für ihn. Schlecht für unsre Ohren!

(Mariella)

1/10

Scorpions – „Return To Forever“

Scorpions - Return To Forever

Scorpions – Return To Forever

Label: RCA
VÖ: 20.02.2015

Genre: Classic Rock
Klingt wie: Damals, als die Mauer noch stand

Gepfiffen wird zum Glück nicht, allerdings könnte „Return To Forever“ aus genau dieser Ära stammen. Zugegebenermaßen wurde auch mit älterem Material gearbeitet, was diesen in der Zeit stehen gebliebenen Sound erklärt. Die obligatorischen (Rock-)Balladen finden wie immer ausreichend Platz und ergeben in Verbindung mit den klassischen Rocknummern ein Album wie nach Classic-Rock Blaupause. Wer das Klassische in Classic Rock oder gar die Scorpions schätzt, wird mit diesem Album seinen Spaß haben. Allen anderen sei zumindest damit die Frage beantwortet: “Was, die gibt’s immer noch?!“

(Fred)

3/10