Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Heisskalt, Grieves, 3Plusss, Brody Dalle und Mac DeMarco!

Heisskalt  –  „Vom Stehen und Fallen“

Heisskalt

Heisskalt – Vom Stehen und Fallen

Label: Chimperator
VÖ: 21.03.2014

Genre: Scremo-Rock
Klingt wie: als wäre es für mich gemacht

Das Album landete nur durch Zufall in meinen Ohren. Heisskalt sind also ein Lückenfüller. Und diese Lücke füllen sie komplett aus. Was für ein großartiges Album. Gleich beim ersten Song wurde ich von der Stimme des Sängers Mathias Bloech gefangen genommen. Wahrscheinlich lehne ich mich weit aus dem Fenster, aber ich muss dabei manchmal an Hard Core Scremo  denken. Naja und Frau Potz. Einige wenige Lieder z. B. „Nicht gewinnen“ klingen mir zu softpoppig. Der Großteil von „Stehen und Fallen“ sind aber kleine poetische Wutanfälle mit Melodien. Ich hoffe, die Band lässt sich nicht von der Jute-Generation verwursten und tritt nie bei Stefan Raab auf.

Ansonsten, weitermachen!

(Yanah)

7/10

Grieves – „Winter & the Wolves“

Grieves - Winter & the Wolves

Grieves – Winter & the Wolves

Label: Rhymesayers Entertainemt
VÖ: 28.03.2014

Genre: Indie Hip Hop
Klingt wie: Macklemore auf massig Valium

Dass Grieves nicht erst seit gestern rappt, hört man recht schnell. Zwar gibt es weder Doubletime, krasse Reimketten und sonstige Extravaganz, dafür sehr entspanntes Storytelling. Über moderne Beats flowt er sicher und entspannt, immer die Leichtigkeit in Reichweite, auch wenn die Themen gerade mal etwas düster werden. Auf Albumlänge fehlt etwas Abwechslung und was die Hooks anbelangt, muss er noch ein wenig nachlegen, aber dennoch lässt sich die Scheibe gut durchhören. Laid-back, trotzdem mit Druck – bisschen kitschig und trotzdem nicht peinlich.

(Fred)

6/10

3Plusss – „Mehr“

3 Pluss

3 Pluss – Mehr

Label: Four Artists
VÖ: 21. März 2014

Genre: „Mehr“ mit Substanz
Klingt wie: Ein sympathischer „Kindskopf“-Charakter mit MEHR Eiern

Das 90er-Kid 3 Plusss ist zwar der Meinung, Hip Hop nicht ganz verstanden zu haben, er überzeugt jedoch auf seiner zweiten LP mit Unterstützung bewährter Produzenten wie Dead Rabbit, Dexter und Mortis, vom Gegenteil. Dank seiner battlerap-erprobten Technik, der unverwechselbaren (Mager)Qua(r)ck-Stimme und jeder Menge Selbstironie und Klischeereiterei können wir ihm Track für Track beim Wachsen zuhören, ohne dabei erwachsen zu werden, wobei die wunderschönen Übergänge den MEHRwert des Albums steigern.

(Fanny)

8/10

Brody Dalle –„Diploid Love“

Brody Dalle

Brody Dalle – Diploid Love

Label: Caroline international / Universal
VÖ: 25.04.2014

Genre: Rock
Klingt wie: Kastrierte Distillers mit Garbage Sauce

Es ist ein bischn wie Sex mit dem Ex … an was man sich noch erinnert von der vergangen Beziehung war unglaublich großartig, intensiv und echt und man denkt, man will es unbedingt wieder haben. Dann steht The Ex reumütig vor der Tür, man stürzt sich drauf und … naja … Nach Distillers wurde es bei Spinnerette ja schon seichter und jetzt könnte man es schon fast Indie Rock schimpfen – mir persönlich ist es zu clean. Die Stimme ist und bleibt geil, musikalisch ist das Ganze allerdings zu nett. Für die nächste Platte bitte wieder mehr aufrecht an der Wand, in einer dunklen Ecke und weniger Blümchen. Es fehlen der Dreck und Rotz, das Prickeln und das Feuer. Aber ist nicht so schlimm, ich liebe dich trotzdem … wir kriegen das schon irgendwie wieder hin.

(Lana)

7/10

Mac DeMarco – „Salad Days“

Mac DeMarco - Salad Days

Mac DeMarco – Salad Days

Label: Captured Tracks / Cargo Records
VÖ: 28.03.2014

Genre: Würde es ein eigenes Mac DeMarco feat. Kurt Vile Genre geben, wäre es das!
Klingt wie: Kurt Vile und Mac DeMarco beim Candle Light Dinner auf Hawaii

Ich weiß ja nicht, was der verrückte Knabe gegen Salat hat, aber wenn er bei ihm diese von heiter bis tagträumerisch-melancholischen Melodien hervorbringt, dann soll er bitte nie aufhören mit dem Grünzeug. „Salad Days“ ist ein verregneter Sommertag, der erste Schneefall im Herbst, ein gemütlicher Sonntag auf der Couch oder die bittersüße Sehnsucht nach der fernen Heimat. Ich mach das jetzt aus, sonst fang ich noch an zu weinen! Sehr schönes Album Mr. DeMarco! Bitte mehr davon!

(Mariella)

9/10