Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Kaiser ChiefsHerzogThe Amazing Snakeheads, Mach One und SOHN!

 

Kaiser Chiefs – „Education, Education, Education & War“

Kaiser Chiefs

Kaiser Chiefs – Education, Education, Education & War

Label: Spv Recordings
VÖ: 4. April 2014

Genre: Indie-Rock
Klingt wie:  „Wir waren schon mal besser, aber Wayne“

Als im Herbst 2012 Schlagzeuger Nick Hodgons der Band den Rücken kehrte, ging damit auch der Hauptverantwortliche für das Songwriting. Die Band rückte näher zusammen und brachten jetzt das neue Album „Education, Education, Education & War“ heraus. Die Band selbst sagt über ihr Album: „Wir haben ein geniales Album zustande gebracht. Es ist die beste Platte, die wir je hatten.“ Das sehe ich leider nicht so. Keine Frage, ich kritisiere auf hohem Niveau. Die Band kann auch ohne Nick Hodgons was, aber ich bin unzufrieden. Für mich dudelt dieses Album einfach vor sich hin. Keine besonderen Höhepunkte, nur der Song „Coming Home“ ist so grässlich, dass ich ihn skippen musste. Immerhin etwas.

(Yanah)

6/10

 

Herzog – „Eine Drogenlose Frechheit“

Herzog

Herzog – Eine Drogenlose Frechheit

Label: Bombenprodukt
VÖ: 28. März 2014

Genre: Berliner Drogenrap
Klingt wie: nicht zur Nachahmung empfohlen (Drogen sind schlimm mkay)

Seit letztem Freitag ist das neue Bombenprodukt des Vollbluthustlers Herzog erhältlich. Es bietet dem Hörer authentischen Drogenrap für Hängengebliebene mit abgefuckt-düsterem Synthiesound und reichlich Vocalsamples. Im Vergleich zu den vorherigen Alben jedoch mit einer deutlich kritischeren Sichtweise auf das Thema Drogen. Der perfekte Soundtrack für ein Wochenende vor der Mischplatte zwischen gerollten Scheinen und komatösen Alkoholleichen. Wer also kein „Herz für Drogen“ hat, sollte besser weiterskippen.

(Fanny)

6/10

 

The Amazing Snakeheads – „Amphetamine Ballads“

The Amazing Snakeheads

The Amazing Snakeheads – Amphetamine Ballads

Label: Domino
VÖ: 11.04.2014

Genre: psychedelisch angehauchter Garagenrock
Klingt wie: Lou Reed ohne Drogen und The Jon Spencer Blues Explosion, ohne (so viel) Punk

Die Amazing Snakeheads sind drei junge lads aus Glasgow, die blueslastigen Garagenrock spielen. Wow, sowas gab’s noch nie! Ok, lassen wir das mit der Ironie und konzentrieren uns auf das musikalische Machwerk. Um in der Masse dieser Bands nicht unterzugehen, benötigt man ein Alleinstellungsmerkmal, dass die Snakeheads bislang noch nicht besitzen, auf das sie aber merklich und stetig zuarbeiten. Der Stil mischt den klassich rauen Garagensound mit einigen verschrobenen psychedelischen Tönen, rundet das Ganze mit einer Prise amerikanischem Westküsten-Twang ab und zerhackt alles mit der krächzend-lallenden Stimme des Sängers. So stolpern sie durch ihre Songs wie ein betrunkener durch die Nacht und haben durchaus Potential, wenn auch der Funke noch nicht gänzlich überspringen will.

(Fred)

5/10

 

Mach One  –  „M.A.C.H.“

Mach One

Mach One – M.A.C.H.

Label: Mach1
VÖ: 4. April 2014

Genre: Rap
Klingt wie: wenn ich das nur wüsste?

Mach One neustes Machwerk M.A.C.H. klingt gut durchproduziert und intelligent. Machen wir uns nichts vor, Mach One rappt gut. Seine Themen sind vielschichtig, abwechslungsreich und weit von Klischees entfernt. Was mich wirklich, wirklich nervt, sind diese aufdringlichen Hooks der Damen. Auch wenn man das so macht, war es nicht nötig und stört nur. Insgesamt aber ein Berliner Rapper, für den man sich nicht verstecken muss.

(Yanah)

7/10

 

SOHN – „Tremors“

SOHN

SOHN – Tremors

Label: 4AD
VÖ: 04.04.2014

Genre: Electropop
Klingt wie: „Tremors“ (Zittern) trifft es eigentlich ganz gut

Um den Künstler SOHN kursierten viele Gerüchte. Lange Zeit wusste keiner so recht, wer er war, woher diese mystische Musik mit der prägnant hohen Männerstimme kam. Nun ist sein Debüt „Tremors“ da und damit hat zwangsweise auch das Versteckspiel um seine Person ein Ende. SOHN ist Engländer. Sesshaft in Wien. Musikalisch scheint ihn Island stark beeinflusst zu haben. Nicht nur, dass die Wikinger Insel das Cover seiner Platte schmückt, auch die elf Songs klingen nach Lavalandschaft, Mystik, Menschenarmut und der Sehnsucht nach einem warmen Unterschlupf verpackt in zartem Electropop. „Tremors“ kann sich als Debüt durchaus sehen lassen. Allerdings ist es (leider) nichts, was man in letzter Zeit nicht schon des Öfteren gehört hätte. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

(Mariella)

6/10