Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Beck, Sons Of The Sea, Hiob & Morlockk Dilemma, Blood Red Shoes, Karate Andi  und The Cadillac Three!

 

Beck – „Morning Phase“

Beck

Beck – Morning Phase

Label: Capitol Records

VÖ: 28.02.2014

Genre: Indie Singer Songwriter

Klingt wie: an einem verregneten Sonntag verträumt mit dem Auto durch die Landschaft zu fahren

Beck erfindet sich mit Morning Phase neu. Findet sich scheinbar in streichelweichen Orchesterklängen wieder. Ob das eine beginnende Midlife Crisis ist? Keine Ahnung. Jedenfalls klingt das kaum noch nach dem alten, uns bekannten Tontüftler und Singer-Songwriter. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, traut man sich kaum zu sagen. Am besten hört man es sich einfach selbst an.

(Mariella)

7/10

 

Sons of the Sea  – „ Sons Of The Sea“

Sons of the Sea

Sons of the Sea – Sons Of The Sea

Label: AVOW Records

VÖ: 28.02.2014

Genre: Rock

Klingt wie: man es auf keinen Fall machen sollte!

Brandon Boyd, du Sexgott, was habe ich bei Incubus geschmachtet. Und jetzt hast du eine neue Band und wahrscheinlich deinen Verstand verloren. Sämtliche Lieder sind also von dir geschrieben? Damit würde ich ja nicht angeben. Du jaulst und jammerst und betonst zu deutlich. Du hast es geschafft, dass ich mich kurz fremdschäme. Für dich. Für Sexgott Brandon Boyd. Die drei Punkte teilen sich auf in: 1 Punkt aus Mitleid, 1 Punkt wegen Incubus und 1 Punkt, weil die Instrumente richtig gestimmt waren.

(Yanah)

3/ 10

 

Hiob & Morlockk Dilemma – „Kapitalismus Jetzt“

Hiob & Morlockk Dilemma

Hiob & Morlockk Dilemma – Kapitalismus Jetzt

Label: Spoken View

VÖ: 28.02.2014

Genre: Rap

Klingt wie: Die hemmungslose Selbstreflexion in einem lyrischen Delirium – zwischen Kaviarschnittchen, Schampus und Orgien.

Die Apokalypse blieb aus, nun wird gefeiert – bei satten 20 Titeln bleibt da kaum noch etwas Zeit zum Innehalten, bis die Sintflut kommt. Auf dem mittlerweile dritten Kollaboalbum der beiden Ausnahmetalente Morlockk Dilemma und Hiob zelebrieren sie das spätkapitalistische Treiben und entlarven dabei die Lebenslügen der modernen Welt – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Erfreut euch an 70er Synthesizersound mit retrofuturistischer Strömung. Battlerap-Poet Morlockk und der lyrische Sprachakrobat Hiob zeichnen mit ihrer Musik eindrucksvolle Bilder und mischen dabei deren lyrisches Talent mit technischer Präzision. Beide haben relativ ähnliche Stimmeinsätze und harmonieren lyrisch sehr gut miteinander. Deren Stimmfarbe ist allerdings nicht jedermanns Sache.

(Fanny)

9/10

Blood Red Shoes – „Blood Red Shoes“

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Blood Red Shoes

Label: [PIAS] / Cooperative

VÖ: 28.02.2014

Genre: Rock

Klingt wie: Zwei rotzfreche Teenager auf ihrer ersten Klassenfahrt

Das Brit-Rock Duo Blood Red Shoes hat auf ihrem vierten Studioalbum alles richtig gemacht. Rotzfrech und kompromisslos, verzerrter und lustvoller denn je. Genau so soll Indie Rock klingen. Einfach nur geil!

(Mariella)

10/10

 

Karate Andi – „Pilsator Platin“

Karate Andi

Karate Andi – Pilsator Platin

Label: Macheete / Distributionz

VÖ: 21.2.2014

Genre: Rap

Klingt wie: Eine »druffe Alice Schwarzer mit Tourette-Syndrom« – Lautstark, rotzig und kompromisslos

Der durch „Rap am Mittwoch“ bekannt gewordene selbsternannte Boss vom Hinterhof zerstört durch unglaubliche Reimfrequenz. Sein Solodebüt bietet hohen Unterhaltungsfaktor durch billigalkoholgeschwängerten Charme mit herrlich selbstironischen Texten, Mutterpunchlines und einer großen Portion „Ich gebe keinen Fick“-Attitüde. Karate Andi vermittelt mir das Gefühl, das Leben sei wie ein Kneipentour zwischen Novoline, Drogensuff und Mütter penetrieren. Für mich ist er damit ein famoser Charles Bukowski 2.0.

(Fanny)

10/10

 

The Cadillac Three – „Tennessee Mojo“

The Cadillac Three

The Cadillac Three – Tennessee Mojo

Label: Universal Music

Vö: 28.02.2014

Genre: Country

Klingt wie:  eine Autotour auf der Pickup-Ladefläche mit viel Bier und Chicken Wings

Was für ein großartiges Album. Alles klingt genauso, wie die Jungs aussehen. Heiß, prollig, trashig, Southern Boys eben. Sie nennen ihren Stil Country Fuzz, ich nenne ihn meinen Frühlingssoundtrack. Die ganze Platte strotzt nur so vor Energie. Wer das langweilig findet, muss tot sein.

Absolute Hörempfehlung.

(Yanah)

10/10