Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Dyse, Black Lips, Foster The People und Beth Hart & Joe Bonamassa!

 

Dyse – „Das Nation“

Dyse - Das Nation

Dyse – Das Nation

Label: Cargo Records
VÖ: 21.03.2014

Genre: Experimenteller (Deutsch-)Noise-Rock
Klingt wie: zwei Verrückte, denen man Instrumente in die Hand gedrückt hat (auf eine gute Art und Weise!)

„Was hat dieser infernale Lärm zu bedeuten?!“, höre ich jetzt schon die Nachbarn empört ausrufen. Die Antwort lautet: Dyse – mit ihrem neusten Album Das Nation. Das Gerumpel der Berlin-Dresden-Connection ist gewohnt laut, schnell, treibend, rhythmisch vertrackt und diesmal sogar von ein paar Bläsern unterstützt. Gesungen wird bilingual (Deutsch und Englisch) und alles in Allem ist das ihr bislang rundestes Werk, denn auch ein Ausreißer wie „Out of Tune“ fügt sich ganz harmonisch in das Gesamtbild ein. Noise-Rock, der so viel mehr ist, als nur das. Man glaubt gar nicht, wie viel Krach und gleichzeitig melodische Töne eine Gitarre und ein Schlagzeug veranstalten können.

(Fred)

8/10

 

Black Lips – „Underneath The Rainbow“

Black Lips - Underneath der Rainbow

Black Lips – Underneath der Rainbow

Label: Vice Records
VÖ: 21.03.2014

Genre: Garage-Rock, Punk-Rock, Psychedelic-Rock
Klingt wie: An einem heißen Tag in LA Drogen nehmen und es hart genießen.

Die Jungs aus Atlanta wissenw was sie tun und sie tun es gut. Underneath The Rainbow klingt nach Surfen in den 60ern, Fahren mit offenem Verdeck und Standpartys mit viel billigem Wein. Die Popowackel-Mischung aus Rock’n’Rolligem Punk, 60ies-Strandgitarren und einer zuckersüßen Prise Psychedelic Rock lässt uns tanzen, schreien und die Shirts hinter uns werfen. Da mag man kaum glauben, dass die vier Kinder der 90er sind. Jahrzehnt verfehlt, mit dem Sound aber voll ins Schwarze getroffen.

(Kirsten)

8/10

 

Foster The People – „Supermodel“

Foster The People - Supermodel

Foster The People – Supermodel

Label: Sony Music
VÖ: 14.03.2014

Genre: Dreampop/-rock mit verlorenem Electro-Einschlag
Klingt wie: Der erste Cocktail im Spanienurlaub

Es ist schon eine Zeit her, dass Foster The People mit dem Song Pumped Up Kids die lauen Sommernächte aufmischten. Was folgte, war ein locker flockiges Debutalbum namens Torches, ein wenig Tour-Action und danach eine lange (Atem-)Pause. Eine Pause, die offensichtlich nicht nur für Entspannung, sondern auch viel Zeit für Experimente bot. Danach klingt zumindest die neue Scheibe mit dem einfallsreichen Titel Supermodel. Westafrikanische Rhytmen, eingängige Gitarenriffs, ein wenig euphorisches „Nanana“-Gesinge und alles in allem viel nachdenklichere Songtexte. Das kann Supermodel. Ist schon ok, aber irgendwie auch Nichts, was man unbedingt mal gehört haben muss.

(Mariella)

5/10

 

Beth Hart & Joe Bonamassa – “ Live In Amsterdam”

Beth Hart & Joe Bonamassa – “ Live In Amsterdam”

Beth Hart & Joe Bonamassa – “ Live In Amsterdam”

Label: Provogue / Mascot Label Group / Rough Trade
VÖ: 21.03.2014

Genre: Soul-Coverversionen
Klingt wie: ein Auflauf aus Großartigkeiten

Gitarrengenie Bonamassa und Wahnsinnsstimme Hart stehen live auf der Bühne und bieten Denkwürdiges. In 2 Stunden werden wunderschöne Lieder zu hervorragenden Coverversionen von Aretha Franklin, Etta James, Billie Holiday, Ray Charles, Donnie Hathaway, Lucinda Williams, Bill Withers, Delaney & Bonnie, Buddy Miles, Tina Turner, Slackwax, Melody Gardot und Nina Simone. Das historische Koninklijk Theater Carrés in Amsterdam bietet einen würdigen Rahmen für diese Liveperformance. Das ganze Album ist eine große Liebeserklärung an die bekannten Soulhelden. „Als angehender Musiker, waren Reaktion und Spontanität eine große Inspiration für mich.“, erklärt Bonamassa. „Genau diese Stimmung wollten wir bei diesem wieder Konzert einfangen, jenseits von modernen Geräten und Studiomanipulation. Deshalb hörst Du wirklich nur das, was in dieser Nacht gesungen und gespielt wurde.“ Ich würde gern etwas zu kritisieren finden, aber da gibt es leider nichts.

(Yanah)

9/10