Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller! 

Heute mit Alpa Gun, Olson, Massiv und Teesy!

 

Alpa Gun – „Geboren um zu Sterben“

Alpa Gun

Alpa Gun – „Geboren um zu Sterben“

Label: Major Movez (Soulfood)
VÖ: 29.08.2014

Genre: Hip Hop, Deutschrap
Klingt wie: Ein ganz harter Mann, ganz weich

Schon das Intro verrät worum es geht: Pathos, Tod, Hass, Drogen, Sido und was das Gangster Leben eines deutsch-türkischen Rappers eben noch so mit sich bringt. Ich gebe zu, ich habe von Alpa Gun noch nie zuvor gehört. Ein großer Fehler, wenn man den Unterhaltungswert dieser Platte betrachtet. Ein bisschen „Isch“, ein wenig Sido-Diss (was geht denn da ab zwischen den beiden?) und noch viel mehr Aufstieg des Phönix aus der Asche und dein Tag kann nicht mehr besser werden. Bei den 19 Tracks ist alles mit dabei: Ein Kinder Chor, die obligatorische „Ich liebe meinen Vater“-Ballade, tiefsinnig-melancholische „wie scheiße das Leben nicht ist“ – Texte und schmachtende Frauenstimmen. Was will man mehr? Ich bin überrascht. Ob positiv oder negativ, weiß ich noch nichts so genau. Aber ich – als bekennendes Rock-Girl und Nullnummer in Sachen Hip Hop und Deutschrap –  muss ganz ehrlich zugeben, dass man das schon hören kann. Mit der Hand zu einem „Yo“ erhoben und einem kleinen Schmunzeln im Gesicht.

(Mariella)

5/10

Olson – „Ballonherz“

Olson

Olson – „Ballonherz“

Label: Universal Music
VÖ: 29.08.2014

Genre: Hip Hop, Deutschrap
Klingt wie: Gut, dass Olson seinen Künstler-(Nach)namen modifiziert hat

Wirklich rough ist das nämlich nicht, was der Düsseldorfer auf seinem neusten Album abliefert. Macht aber nichts, denn deutscher Hip Hop ist nämlich wieder auf Sinnsuche, genau wie seine Protagonisten. Die Themen erstrecken sich weit über den „Straßenhintergrund‟ der ersten Veröffentlichungen und spiegeln die Lebensumstände, Träume, Sorgen und auch sonst alles mögliche wieder, worüber die Twentysomethings momentan eben so nachdenken. Manchmal erinnert er etwas an Tua, gerade wenn die Beats mit getragener Leichtigkeit die melancholisch-nachdenklichen Songs untermalen. Ein Vergleich mit Tua muss natürlich nichts schlechtes sein, es sei denn der junge Mann hat es auf etwas anderes angelegt. Dazu fehlen aber die dicken Karren, das Koks und die Nutten. Und das ist irgendwie auch ganz gut so.

(Fred)

6/10

Massiv – „M10“

Massiv

Massiv – „M10“

Label: Al Massiva (Soulfood)
VÖ: 29.08.2014

Genre: Rap
Klingt wie: jemand, der sich jeden Morgen vor dem Spiegel sagt, dass er ein krasser Typ ist

„Yanah, du schreibst eine Rezension über Massivs neues Album“
„WAS? Ich hab nicht die geringste Ahnung von Hip Hop!“
„Ja, genau!“

Ok, ich musste über das Cover lachen. Das kann er nur ironisch meinen. Oder? ODER? Nachdem ich mich durch sämtliche Grammatikfehler, die verstörend hohe Stimme (in Kombination mit diesem Cover absolut unpassend) und mich an die „Isch“s und „Disch“s gewöhnt habe, muss ich feststellen … so schlimm ist das alles gar nicht. Man kann es tatsächlich hören. Ich stell mir grad meine Mädelsgang, eine Menge Sekt und einen Autoausflug vor. In diesem Kontext hat Massiv sein Album wahrscheinlich nicht gesehen. Mich würde übrigens interessieren, ob sein Penis wirklich so groß ist, wie er es ununterbrochen behauptet. Nach seinen diversen Anabolikakuren bezweifle ich das.

(Yanah)

5 / 10

Teesy – „Glücksrezepte”

Teesy

Teesy – „Glücksrezepte”

Label: Chimperator
VÖ: 29.08.2014

Genre: R’n’B
Klingt wie: Der deutsche Sohn von Justin Timberlake und Drake

Hier beglückt uns neben einem guten Nachwuchsrapper auch ein übertalentierter Sänger, welcher uns eine zeitgemäße sowie völlig eigene Interpretation von deutschem R&B bietet. Seine Songs sind smoove & ergreifend, schnulzig wie rosig und sehr persönlich. Glücksrezepte überzeugt vor allem im kleinen Ambiente bei Kerzenschein und lässt einen weich werden wie Butter. Musikalisch einzuordnen als ein Mix aus Frank Ocean und Drake auf Deutsch, natürlich ohne dabei zu kopieren oder peinlich zu klingen. Inhaltlich zeigt sich ein Leben im stätigen Umbruch mit Sehnsüchten und Zweifeln. Es beschreibt einen langen Weg zwischen Sinn-Suche, Liebessüchten und aufkommenden Facebook-Profilneurosen.

(Fanny)

8/10