Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Tori AmosThe Black Keys, Blue Angel Lounge, Susanne Blech, Kollegah und Atmosphere!

 

Tori Amos – „Unrepentant Geraldines“

Tori Amos

Tori Amos – Unrepentant Geraldines

Label: Mercury
VÖ: 09.05.2014

Genre: Singer/Songwriter
Klingt wie: Märchengesänge

Tori Amos kann man nicht in jeder Situation hören. Ihre Alben und besonderes dieses klingen träumerisch und verzaubert. Sie sieht aus wie eine Fee und genauso hört sie sich auch an. Ich höre nicht wirklich Neues auf „Unrepentant Geraldine“ aber das stört nicht. Stellt euch die Küsten Irlands vor, raues Wetter und neben euch eine sympathische Schafsherde. Die Wellen schlagen an die Steilküste, Tori Amos sitzt an ihrem Bösendorfer-Flügel, die roten Feenhaare wehen im Wind und dann beginnt sie zu singen. Aus irgendwelchen Gründen gibt es an den irischen Steilkünsten auch Strom, deshalb ist ihre Stimme lauter als das Meer. Und genau dann fängt ihr Album an zu wirken.

(Yanah)

7 /10

 

The Black Keys – „Turn Blue“

The Black Keys

The Black Keys – Turn Blue

Label: Nonesuch Records Inc.
VÖ: 09.05.2014

Genre: Bluesrock
Klingt wie: Was ganz Entspanntes

Wer hätte gedacht, dass es die Black Keys mit ihrem Rumpelblues mal so weit bringen werden. Zugegebenermaßen haben sie sich bereits auf den letzten beiden Veröffentlichungen etwas von ihren Ursprüngen entfernt und machen auch auf „Turn Blue“ damit weiter. Gerade „alten‟ Fans wird das nicht unbedingt gut gefallen und ich kann jetzt schon die Beschwerden hören. Dennoch werden sie ihre Anhängerschaft mit dem neuen Werk erweitern können, denn es ist ein sehr zugängliches Album geworden. Die beiden muten fast schon handzahm an, liefern trotzdem energiegeladene Songs ab, die ihren energetischen Schwerpunkt nur an anderer Stelle haben. Weniger Blues, mehr Soul, Glam und trotz der getragenen Stimmung, ordentlich Groove.

(Fred)

8/10

 

The Blue Angel Lounge – „A Sea Of Trees“

The Blue Angel Lounge

The Blue Angel Lounge – A Sea Of Trees

Label: A Recordings Ltd.
VÖ: 09.05.2014

Genre: Psychedelic Rock
Klingt wie: Ein sterbender Phönix oder eine Zeremonie zur Opferung einer Jungfrau

Auf diese Platte habe ich mich eigentlich total gefreut. Obwohl das schon die dritte Platte der Band ist, kannte ich The Blue Angel Lounge zugegebenermaßen noch nicht. Was ich Vorab über die Band gelesen hatte, klang aber vielversprechend: Psychedelic Rock, von der großen Nico (Nico and the Velvet Underground) inspiriert, seit kurzem bei Anton Newcomb’s Label (The Brian Jonestown Massacre) und dann haben die auch schon mal am Austin Psych Fest gespielt. Was will man mehr? Nun ja … In diesem Fall vermutlich eine Stimme, die nicht nervt. Was das Instrumentale betrifft, kann man nix sagen. Das ist gut, da habe ich nichts dagegen. Aber der Gesang ist echt gewöhnungsbedürftig bzw. sicher nicht jedermanns Sache, klingt Sänger Nils „O“ Ottensmeyer doch sehr nach einem Hohepriester auf Pilzen, der gerade eine Jungfrau opfert. Das muss man wirklich mögen, sonst hält man diese elf Gothic-, Dark Waver- Tracks schlecht aus. Aber hey, hübsches Cover! Immerhin.

(Mariella)

4/10 (mit Gesang)

6/10 (ohne Gesang)

 

 

Susanne Blech – „Welt Verhindern“

Susanne Blech

Susanne Blech – Welt Verhindern

Label: Cat in the Box
VÖ: 09.05.2014

Genre: Electro-Punk-Dance-Pop
Klingt wie: Eine großartige Überraschung oder wie Deichkind nie klingen werden

Eigentlich habe ich für den aktuellen Plattenteller schon meine Rezension geschrieben und nur aus Neugier in Susanne Blech reingehört. Ich kannte die Jungs vorher noch nicht. Das Album hatte mich schon bei den ersten Tönen. Wie absolut großartig. Kleine Ohrwurmmelodien treffen auf absurde Weisheiten treffen auf Snap treffen auf Poesie treffen auf wummernde Beats. Benjamin von Stuckrad-Barre steuerte für dieses brillante Album zwei Songs hinzu, MC Turbo B von SNAP! Für den Song „Killer is a Man Who Don’t Fuck With the Music“ konnte MC Turbo B gewonnen werden. Turbo Who? Der von SNAP „Rhythm is a Dancer“ ! Sogar meine Katzen haben kurz die Augen geöffnet und kurz gelauscht. Anspieltipp: Die Katzen von Beate Zschäpe!

(Yanah)

10 / 10

 

 

Kollegah – „King“

Kollegah

Kollegah – King

Label: Selfmade Records
VÖ: 09.05.2014

Genre: Rap
Klingt wie: Angeberprollrap im Affenzahn

Nach dem eher durchwachsenen Bossaura sollte das neue Album „weniger Metrosexualität und Autotune-Gewichse“ besitzen und sich näher an der „Zuhältertape“-Reihe orientieren. Die Verwandtschaft ist auch deutlich zu spüren, die arrogant-zurückgelehnten „Player-Stories in bildhafter Sprache“ sind wieder dabei, der Grundton des Albums ist erheblich düsterer. Es fehlen zwar die amüsanten Geschichten und augenzwinkernden Lines, die zum Schmunzeln animieren, aber das lässt sich verschmerzen. Die Beats sind eine deutliche Verbesserung gegenüber Bossaura, auch wenn diese aufgrund des Umfangs der Tracklist leichte Ermüdungserscheinungen aufweisen, wie ein Bizeps nach dem Training. Ähm, ja. Die Vergleiche überlasse ich lieber Kolle, darin ist und bleibt er ungeschlagen. Die Features der Platte überzeugen dieses Mal, vor allem Favorite und Casper wissen zu gefallen, auch der Part von Farid Bang macht Laune. King ist noch immer nicht das Magnum Opus, es weist noch einige Schwächen auf, auch an das legendäre Zuhältertape 3 kommt es nicht ran. Sei’s drum, King ist ein großartiges Werk geworden.

(Roy)

9/10

 

Atmosphere – „Southsiders“

Atmosphere

Atmosphere – Southsiders

Label: Rhmesayers Entertainment
VÖ: 09.05.2014

Genre: Conscious Rap
Klingt wie: Fred hat sich nicht geäußert, aber ich vermute mal: Überraschend inspiriert!

Atmospheres Undergroundrap aus Minneapolis bewegt sich seit der Gründung 1994 in ähnlichen Sphären und auch das neuste Album Southsiders passt sich nahtlos ein. Klingt irgendwie langweilig und auf Dauer uninspiriert, aber überraschenderweise tut es genau das nicht. Man kann nicht ganz den Finger darauf legen, aber vielleicht liegt es an der weitläufigen Themenwahl, der technisch guten Vortragsweise, den abgefahrenen Beats, oder an der Kombination all dieser Faktoren. Jedenfalls klingt Southsiders ziemlich fresh.

(Fred)

8/10