Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Olli Banjo, Coldplay, Oliver Koletzki, Der Nino aus Wien und The Trouble Orchestra!

 

Olli Banjo – „Dynamit“

Olli Banjo

Olli Banjo – Dynamit

Label: Bassukah
VÖ: 09.05.2014

Genre: Rap
Klingt wie: Ein bunter Strauß musikalischer Blumen im Genrekäfig

Olli Banjo ist ein technisch äußerst versierter MC, der seine Experimentierfreude gern musikalisch auslebt. Entgegen der Vermutungen der Szene, ist Dynamit doch eindeutig wieder ein zerstörendes Rapalbum geworden. Die Songs sind ironisch und unterhaltsam, wie man es von den Vorgängeralben gewohnt ist. Das „Wunderkynd“ produziert erstmals den Großteil des Albums selbst. Das mit elektronischem Touch daherkommende Themenfeuerwerk, beschert dem Hörer viel Abwechslung. Doch spätestens bei „Arschgeweih“ bluten mir die Ohren. Brostepsound sollte er weiterhin Skrillex überlassen. Besonders zündend sind jedoch die explosiven Feature-Gäste wie u. a. Morlockk „die Bombe“ Dilemma, Marteria, Kool Savas, Xavier Naidoo und Sido.

(Fanny)

6/10

 

Coldplay – „Ghost Stories“

Coldplay

Coldplay – Ghost Stories

Label: Warner Music
VÖ: 16.05.2014

Genre: Stadionpop
Klingt wie: diese eine Band, die ich mal echt gut fand

Ghost Stories steht für den musikalischen Aufstieg und Fall einer einst so großen, weil großartigen Indie-Rockband namens Coldplay. Das passiert also mit einer Band, die seine Seele zu Gunsten des ganz großen Erfolges, an den Kommerz verkauft. Ich hatte richtiggehend Angst vor diesem Album, da ich schon die ersten Singleauskopplungen schrecklich fand. Leider hat sich meine Befürchtung auch bestätigt. Chris Martin und seinen tapferen Männern scheinen die Ideen auszugehen. Fehlende Inspiration gepaart mit privatem Dilemma ergibt dann offensichtlich gähnende Langeweile. Ich mach das jetzt aus. Vermutlich ist es ohnehin egal, was ich dazu sage, gekauft wird die Platte sowieso. Trotzdem: In meinen Augen Geld- und Zeitverschwendung. Leider!

(Mariella)

1/10

 

Oliver Koletzki – „I Am OK“

Oliver Koletzki

Oliver Koletzki – I Am OK

VÖ: 16.05.2014
Label: Universal Music

Genre: House
Klingt wie: Anspruchsvolle Fahrstuhlmusik

Und hier hätten wir das neue Album vom Koletzki Oliver. So richtig was zu meckern kann ich da leider nicht finden, leider auch nicht richtig was zum loben. Klingt alles absolut ok, aber mehr auch nicht.  Die einzige Überraschung war MC Rene und der fühlt sich irgendwie unpassend für mich an auf dem Album an. Bestimmt hat sich der Koletzki gedacht, dass er mal wieder was Neues machen sollte. Was Frisches. Hätte er es mal gemacht.

(Yanah)

5/10

 

Der Nino aus Wien – „Träume / Bäume“

Der Nino aus Wien

Der Nino aus Wien – Träume / Bäume

Label: Problembär / Seayou
VÖ: 16.05.2014

Genre: Pop gepaart mit viel Schrägheit
Klingt wie: Das wundervolle Wien, ein Glas Wein beim Heurigen oder ein Bier am Würstelstand

Der Nino aus Wien ist wohl einer der schrägsten Vögel unserer Generation. Und wenn ich schräg sage, dann meine ich das ausschließlich positiv. Er ist einer dieser Typen, der einfach genau das macht, was er eben machen will und dem es egal ist, was andere Leute über ihn sagen. Jetzt und weil es so gut zu seiner skurrilen Art passt, veröffentlicht er gleich zwei Alben auf einmal. „Träume“ und „Bäume“ nennt er seine neuesten Werke, auf denen er wieder einmal in seiner typisch melancholischen Art sein Leben und seine Heimat, die österreichische Hauptstadt Wien, besingt. Nino Ernst Mandel alias Der Nino aus Wien ist speziell und so herrlich wienerisch, dass ich gleich Heimweh bekomme. Bestimmt nichts für jedermann. Aber ich finde das, was er da macht, ganz großartig!

(Mariella)

9/10

 

Trouble Orchestra – „Heiter“

Trouble Orchestra

Trouble Orchestra – Heiter

VÖ: 16.05.2014
Label: Audiolith

Genre: Hip-Hop-Rock
Klingt wie: Kraftklub, wenn sie in einer Kneipe auf St.Pauli entstanden wären

Nach der Graupausen EP folgt nun das erste Album und das Orchester macht auch weiterhin Gitarren-Rap-Gemisch, ohne dabei auch nur ansatzweise nach dem Crossover zu klingen, den man seit den 90er Jahren unmittelbar mit diesem Begriff in Verbindung bringt. Die Truppe setzt sich aus unterschiedlichen Persönlichkeiten mit verschiedenen (musikalischen) Hintergründen zusammen. Während die Textfront, unter anderem von hamburgs Zeckenrapper Johnny Mauser bedient wird, kommt die Kapelle aus der Hardcore und Postpunk Ecke. Wenn man das nun vermengt, kommt dabei ein treibendes Album, mit durchdachten Lyrics und ohne fest abgesteckte Genregrenzen heraus. Macht Spaß und bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung … wenn da diese Refrains nicht wären. Das soll aber niemanden davon abhalten, sich die Scheibe trotzdem anzuhören, vielleicht sagt euch diese Stimmfarbe und in Kombination mit dem Drumherum nämlich genau zu.

(Fred)

6/10