Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Neil Young, Ben Frost, R.E.M. und Röyksopp & Robyn!

 

Neil Young – „A Letter Home“

Neil Young

Neil Young – A Letter Home

Label: Third Man Records
VÖ: 23.05.2014

Genre: Singer-Songwriter-Proto-Folk
Klingt wie: eine kleine Zeitreise

Wirklich viel falsch kann Neil Young mittlerweile eigentlich nicht mehr machen. Er ist bereits zu lange dabei, hat in jungen Jahren gravierende Fehltritte erfolgreich vermieden und machte auch über diesen Zeitraum zu gute Msuik, um ihm irgendetwas vorwerfen zu können. Richtig machen kann er aber trotzdem noch ein paar Dinge. A Letter Home beispielsweise, denn das Album – das ausschließlich Coverversion von Bruce Springsteen, über Willie Nelson bis zu den Everly Brothers enthält – wurde in Jack Whites Studio mit einfachsten Mitteln aufgenommen. Im sogenannten Voice-O-Graph, einer telefonzellenartigen Holzkammer, in der ein einziges Mikrophon hängt und wo die Aufnahme unmittelbar auf Vinyl festgehalten wird. So klingt das Endprodukt dann auch, weshalb der Scheibe ein unglaublicher Charme anhaftet. Mann kann noch seitenweise mehr zu diesem Album erzählen, aber allein diese „Echtheit‟ ist überzeugend genug. „Für ‚On The Road Again‘, bei dem Jack Piano spielt, haben wir die Tür der Box offen gelassen und das Piano in die Tür gestellt. Ich stand zwischen Jack und dem Mikro und er sang über meine Schulter.‟

(Fred)

7/10

 

Ben Frost – „Aurora“

Ben Frost

Ben Frost – Aurora

Label: Bedroom Community
VÖ: 23.05.2014

Genre: Elektro
Klingt wie: Island im Berghain

Der Australier Ben Frost steht auf Geräuschkullissen, Soundinstallationen und musikalische Experimente. Das kann man auch auf seinem fünften Studioalbum Aurora hören. All zu viel kann ich dazu irgendwie nicht sagen. Man hört den Einfluss Islands, man könnte meinen in einem David Lynch Film zu sein. Diese Art von Musik auf seinem Laptop oder Ipod zu hören ist lame. Das gehört schon in einen großen Raum mit gehöriger Atmosphäre und gewaltiger Soundanlage à la Berghain. Trifft sich gut, dass der gute Mann dort bald zu hören sein wird. Bewerten will ich hier deshalb nichts und gebe komplett wertfreie-„das muss man live Gehört haben“ – Punkte.

(Mariella)

-/10

 

R.E.M. – „Unplugged 1991/2001:The Complete Sessions“

R.E.M.

R.E.M. – Unplugged 1991/2001:The Complete Sessions

Label: Rhino Warner
VÖ: 23. Mai 2014

Genre: Stromloser Alternative Rock
Klingt wie: die 90er

Dieses Doppelalbum vereint zwei Auftritte von R.E.M bei MTV Unplugged. 1991 und 2001. Diese Aufnahmen wurden noch nie in einem offiziellen Audioformat veröffentlich. Unplugged: The Complete 1991 and 2001 Sessions enthält die kompletten auf MTV ausgestrahlten Auftritte sowie 11 Songs aus den Sessions, die nie gesendet wurden. Da zwischen den beiden Auftritten zehn Jahre liegen, kommt es zu keinerlei Überschneidungen und man hat einen soliden Überblick über diverse Songs. So aufregend diese Neuigkeiten auch sind, das Album ist eher ruhig. Ich fühle mich sofort wieder in die 90er verfrachtet und schwelge ein wenig in Erinnerungen. Trotzdem klingt es mir zu lahm und zahnlos. Für Fans wird dieses Album ein absoluter Musskauf werden, für mich wird es wohl im Regal verstauben. Vielleicht klingt der Spass abends im Park mit einigen Weinschorlen im Blut besser. Das werde ich zeitnah testen.

(Yanah)

7/10

 

Röyksopp & Robyn – „Do It Again“

Röyksopp & Robyn

Röyksopp & Robyn – Do It Again

Label: Embassy of Music (Warner)
VÖ: 23.04.2014

Genre: irgendwas zwischen Downbeat und Trance
Klingt wie: Zombie Nation in poppig

Ich mag Röyksopp. Ich höre sie liebend gern zum Putzen. Was absolut nichts schlechtes ist, denn mich zum Putzen zu animieren ist nahezu ein Akt der Unmöglichkeit. Aber die beiden Norweger schaffen es. Die Zusammenarbeit des Duos mit Sängerin Robyn ist nicht neu, dafür hat sich am Sound was getan. Neben dem röyksoppesken Downbeat schimmert jetzt auch etwas durch den Klangteppich, dass diesen zu zerreißen scheint und mir so gar nicht in meinen Putzrhythmus passt: clubbige Industrial Sounds, tranceartiges und 90er Vocals. Was auch immer da passiert ist – ob es der Mainstreameinfluss von Robyn ist, diskutieren wir jetzt mal nicht –, es ist in eine Richtung experimentell, die mir das Putzen wieder schwerer macht. Egal, das Bad ist jetzt sauber und ich ein bisschen enttäuscht. Trotz alledem: Wenn ihr euch selbst ein Bild machen wollt, solltet ihr das Minialbum laut und bitte über eine halbwegs passable Anlage hören. Das haben die Jungs und das Mädel dann doch verdient.

(Kirsten)

5/10