Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Guano Apes, The Brian Jonestown Massacre, Japanische Kampfhörspiele, Bonaparte und Peter Murphy!

 

Guano Apes – „Offline“

Guano Apes

Guano Apes – Offline

Label: Sevenone Music
VÖ: 30. Mai 2014

Genre: Alternative Rock
Klingt wie: Die personifizierte Belanglosigkeit

Ich gestehe, ich kenne kein einziges Album von den Guano Apes, nur 1 – 2 Lieder, die es in die Charts geschafft haben. Ich vermute einfach mal, das ist kein großer Verlust für mich, vor allen Dingen, nachdem ich dieses langweilige Album gehört habe. Die Stimme von Sandra Nasić klingt seltsam übertrieben. Keine Frage, sie kann singen, aber ich fühle mich unwohl dabei. Irgendwie peinlich berührt. „Hey, ich bin die krasse Sängerin einer krassen Rockband und hab eine krasse Stimme.“ Der Rest ist einfach nur langweilig. Es gibt keine richtigen Tiefpunkte, aber genauso wenig lassen sich Höhepunkte entdecken. Das Album wurde anscheinend gemacht, damit sich 45-Jährige Steuerberater wild fühlen können.

(Yanah)

4/10

 

The Brian Jonestown Massacre – „Revelation“

The Brian Jonestown Massacre

The Brian Jonestown Massacre – Revelation

Label: ‚A‘ Recordings
VÖ: 30.05.2014

Genre: Psychedelic Rock
Klingt wie: Sich das jeder Fan dieser Band vorstellt

Da sitzt dieser Typ im Interview schwitzend und ein wenig zitternd vor mir, erzählt mir, dass er jetzt ganz brav und „langweilig“ (mit anderen Worten weg von den Drogen und vom Alkohol) geworden ist, ein kleines Kind und eine Frau in Berlin hat und ein wenig „fed up“ vom Rockbusiness ist und dann haut er so eine Platte raus?! Ein Platte, die so großartig ist, dass man kaum weghören kann?! Tja, auch wenn man nie so wirklich daran geglaubt hat, dass gute Rockmusik auch ohne benebelnde Hilfsmittel gemacht werden kann, Anton Newcomb belehrt uns hiermit eines Besseren und setzt diesem Irrglauben ganz schön was entgegen. Auf Revelation stimmt einfach alles. Mich hatte diese Platte nach dem ersten Track und das hörte bis zum Letzten auch nicht auf. Egal was es ist, ich freue mich über diesen Lebenswandel und will mehr davon und geh‘ mir sie jetzt kaufen.

(Mariella)

10/10

 

Japanische Kampfhörspiele – „Welt ohne Werbung“

Japanische Kampfhörspiele

Japanische Kampfhörspiele – Welt ohne Werbung

Label: Unundeux
VÖ: 30.05.2014

Genre: Grindpunk
Klingt wie: Man sich japanische Kampfhörspiele so vorstellt

Die wichtigste Band aus NRW seit Alphaville treten mit „Welt ohne Werbung‟ ihr Comeback an. Das 20 Titel starke Album lässt nichts vom damaligen Trennungsgrund „die Luft ist raus‟ vernehmen. Die Scheibe bläst einem ordentlich Wind entgegen. Musikalisch bewegen wir uns hier irgendwo auf der Grenze zwischem poppigem Death- und Grindcore, dreckigem Punk und gesellschaftskritischem Antikapitalistenhumor. „Poppig‟ ist natürlich viel zu hoch gegriffen, wenn man das aber als Beschreibung im Deathcorebereich anbringt, kann man sich in etwa vorstellen, was damit gemeint ist. Eingängige Härte. Der Gesang mag Geschmackssache sein – die Texte sind es nicht. Auf den ersten Blick (das sagt man halt so) hört sich das ganze unzusammenhängend und recht diffus an, allerdings entpuppt sich der Inhalt, oft als kritisch-ironisch und herzerwärmend schräg … wenn man ihn denn versteht. Dafür muss man die Platte schon mehr als einmal gehört haben, was aber zum Glück sogar Spaß macht.

(Fred)

6/10

 

Bonaparte – „Bonaparte“

Bonaparte

Bonaparte – Bonaparte

Label: Staatsakt/Warner Music
VÖ: 30.05.2014

Genre: Avantgarde Pop (wenn es sowas überhaupt gibt)
Klingt wie: Immer

Ich mag ja Bonaparte. Auch wenn einem in Berlin oft erzählt wird, dass die schon längst out sind und ihren Höhepunkt vor einigen Jahren hatten. Trotzdem ist diese selbstbenannte Platte wie immer energiegeladen, tanzbar, macht Spaß und birgt witzig bis kritische Texte in sich. Aber es klingt halt einfach wie immer. Unverkennbar Bonaparte. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, weiß ich nicht und muss wohl jeder für sich entscheiden. Ich mags, muss es aber auch nicht jeden Tag hören. Gemischte Gefühle also.

(Mariella)

5/10

 

 

Peter Murphy – “Lion”

Peter Murphy

Peter Murphy – Lion

Label: Nettwerk/Soulfood Music Distrib.
VÖ: 03.06.2014

Genre: Rock/Wave
Klingt wie: Dunkelbunte Wave Marmelade aus David Bowie & Sisters Of Mercy

Meine einsame schwarze Seele will tanzen. Hypnotisch, rhythmisch, geil. Hier stimmt einfach mal alles. Großartige musikalische Arrangements. Ich kann nicht mehr aufhören es zu hören. Für Freunde von David Bowie, Nick Cave, Sisters of Mercy, New Order, Joy Division und selbstverständlich Bauhaus sehr zu empfehlen. Wenn ich nicht eh schon schwarz tragen würde, dann würd ich spätestens jetzt damit anfangen. Jedes einzelne Stück animiert mich meine Plattensammlung erweitern zu wollen und ständig fallen mir Sachen ein, die ich schon lange nicht mehr gehört habe. Alle jene die ihren Kaffee schwarz trinken und sich die Zigaretten auf dem Unterarm ausdrücken, werden mit dieser Scheibe auf jeden Fall gut fahren.

(Lana)

8/10