Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Kasabian, Cro, Jack White, Wankelmut und First Aid Kit!

 

Kasabian – „48:13“

Kasabian

Kasabian – 48:13

Label: Columbia/Sony Music
VÖ: 06.06.2014

Genre: Britpop, Indie-Rock
Klingt wie: eine dreckige, wuchtige Mischung aus Rock und Elektro

An die Qualität eines hervorragenden Vorgängeralbums heranzukommen oder diese gar zu übertreffen ist äußerst schwierig. Wenn wie im Falle der britischen Band Kasabian gleich mehrere Alben grandios waren, ist dies natürlich umso komplizierter. Mit „48:13“ veröffentlichen die Jungs von der Insel ihr mittlerweile fünftes Studioalbum. Die Albumbezeichnung kommt dabei nicht von ungefähr. Der Langspieler hat nämlich eine Spieldauer von exakt 48 Minuten und 13 Sekunden. Die Stimme des Sängers Tom Meighan ist auf Anhieb herauszuhören. So weiß der geneigte Hörer sofort was Phase ist: Kasabian sind zurück. Im Gepäck haben sie pochende, eingängige Beats, epische Melodien und verzerrte Strophen. Auch der schon gewohnte psychedelische Einschlag ist wieder mit von der Partie. Um an Vorgänger wie „Velociraptor!“ oder „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ heranzukommen, mangelt es dem aktuellen Album ein wenig an Homogenität, es ist irgendwie nicht rund – empfehlenswert aber allemal!

(Stefan)

7/10

 

Cro – „Melodie“

Cro

Cro – Melodie

Label: Chimperator
VÖ: 06.06.2014

Genre: positiver Deutschrap mit nur ein bisschen MöchtegernGangstaDasein
Klingt wie: Ich hab gute Laune und bin ein bisschen verliebt.

Seit einiger Zeit ist der Typ mit der Pandamaske irgendwie nicht mehr aus der deutschen Musikszene wegzudenken. Das Konzept Cro funktioniert einfach, weil sich viele mit den nicht sonderlich anspruchsvoll aber auch nicht komplett einfallslosen Texten identifizieren können und die Musik positive Stimmungen suggeriert. Sonderlich weiterentwickelt beziehungsweise verändert hat sich Cro musiktechnisch seit seinem Debütalbum Raop nicht. Auf dem neuen Album Melodie findet man die altbekannten Themen à la Verliebtsein und Erwachsenwerden – eben das, worüber Menschen in ihren frühen Zwanzigern nachdenken – diesmal aber teilweise auf Samples von beispielsweise dem ikonischen Track ‚Hard Knock Life“ von Beyoncé’s Ehemann. Im Großen und Ganzen ist das Album 1a Radiomusik. Die Platte kann so vor sich hin dudeln und man muss nicht richtig zuhören, weil es nichts Außergewöhnliches zu hören gibt, aber trotzdem ist sie ganz nett.

(Larissa)

6/10

 

Jack White – „Lazaretto“

Jack White

Jack White – Lazaretto

Label: Third Man Records/XL Recordings
VÖ: 06.06.2014

Genre: Rock
Klingt wie: Jack White ohne Meg!

Es gibt für mich neben Thom York und den Jungs von B.R.M.C. kaum jemanden der gegenwärtigen Rockszene, der mich musikalisch so geprägt hat, wie Jack White mit seinen Weißen Streifen. Die Trennung 2011 war schwer zu schlucken und fast nicht zu begreifen. Seither ist für mich alles, was der Querdenker aus Detroit tut, Himmel und Hölle zu gleich. Kann er doch einerseits tun, was er will, weil er eben er ist und es deshalb bestimmt gut ist. Andererseits schwingt seit dem mittelmäßigen ersten Soloalbum „Blunderbuss“ auch eine gewisse Angst mit, dass er alleine bzw. ohne Meg eben nicht mehr an diese unsagbare Kraft der Whites Stripes herankommt. Also hatte ich wieder einmal Angst vor „Lazaretto“, die sich teilweise bestätigt hat. Denn auch die zweite Soloplatte ist so ein Mix aus der alten Ich-Schlag-dir-in-die-Fresse-Whites Stripes-Manier und Ich-mach-jetzt-mal-auf-schmuse-Blues-Typ. Es scheint manchmal so, als schlügen zwei Herzen in seiner Brust, die er alleine nicht so ganz unter einen Hut bekommt. Man hat es vermutlich halt auch einfach schwer, wenn man mal so groß war und nun ständig mit der Vergangenheit verglichen wird.

(Mariella)

7/10

 

Wankelmut – „Wankelmoods Vol.2“ 

Wankelmut

Wankelmut – Wankelmoods Vol.2

Label: Get Physical Music
VÖ: 06.06.2014

Genre: Electro
Klingt wie: Eine Weinschorle

Bei DJs ist es ja so wie früher mit den Turnschuhen. Hattest du die falsche Marke an, warst du raus. Uncool. Lame. Peinlich. Electro ist nicht mein Stammgenre, aber das habe ich mitbekommen…die coolen Kids finden den nicht so aufregend. Nicht ganz so schlimm wie Dave „Otto“ Guetta, aber einen Blumentopf gewinnt man damit nicht. Keine Ahnung woran das liegt, mir auch ziemlich egal. „Wankelmoods Vol. 2“ plätschert ganz nett vor sich hin, keine großen Höhepunkte, aber auch auf keinen Fall schlecht. Wie eine Weinschorle eben. Die PR-Firma sagt: „“Wankelmoods Vol. 2″ schickt sich an mit über 75 Minuten Spielzeit und 19 Tracks zu DEM Soundtrack des Sommers 2014 zu werden. Wie bei Vol. 1 gelingt es Wankelmut einen einzigartig fließenden Mix zu präsentieren, auf dem es neben bekannten Szenegrößen auch reichlich Underground Material zu entdecken gibt.“

Ich meine: „Naja“.

(Yanah)

6/10

 

First Aid Kit – „Stay Gold“

First Aid Kit

First Aid Kit – Stay Gold

Label: Wichtita Recordings/Sony Music
VÖ: 06.06.2014

Genre: Schweden-Pop
Klingt wie: Lana Del Ray auf Schwedisch!

Folk, zwei Frauenstimmen, die klingen wie Lana Del Ray und dann auch noch aus Schweden…naja, klingt nicht gerade spannend, sondern eher nervig. „Stay Gold“ ist für manche bestimmt der Vorbote des Sommers, mit Cabrio, Sangria und wallendem Haar oben drauf. Die Musik ist gut produziert und funktioniert bestimmt auch. Ich bin da wohl einfach nicht die richtige Zielgruppe. Also halte ich mal wieder meinen versauten Rock-Mund und sage: Wer Lana Del Ray mag, dem wird es gefallen. Nothing more to say!

(Mariella)

5/10