Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Moonbootica, The Antlers, Nape und Lana Del Ray!

 

Moonbootica – „Shine“

Moonbootica

Moonbootica – Shine

Label: Four Music
VÖ: 13.06.2014

Genre: Electro, House
Klingt wie: Ein DJ-Team nun mal so klingt

Hinter dem Pseudonym Moonbootica verbergen sich die Hamburger DJs KoweSix und Tobitob. Seit 10 Jahren machen die beiden nun schon gemeinsame Sache. Bei dem Namen muss man zwangsläufig an die seit den 70er Jahren beliebten Moonboots denken. Und so ist es auch. Da die beiden Jungs auf sehr großem Fuße leben (Schuhgröße 47 & 48), haben sie kurzerhand eben diesen Namen für ihre Kombo gewählt. Ihr aktuelles und zugleich viertes Album „Shine“ liefert 14 Tracks zwischen Electro, House und Techno mit leichten Hip-Hop-Einflüssen. Zugegeben, für mich, als Nichtkenner und nicht gerade Liebhaber der Szene, ist es schwer einen Zugang zu dieser Art von Musik zu finden. Was ich aber sagen kann ist, dass beim Langspieler eine positive, lebensbejahende Grundstimmung mitschwingt. Ach ja und hämmernde Beats und ordentlich Wumms sind auch dabei.

(Stefan)

3/10

 

The Antlers – „Familiars“

The Antlers

The Antlers – Familiars

Label: Transgressive / [PIAS] Cooperative
VÖ: 13.06.2014

Genre: Regentage-Rock
Klingt wie: Efterklang auf amerikanisch

Es regnet. Und es hört nicht auf. Wie so oft in diesem New Yorker Frühsommer. Stundenlanger Gleichklang. Unfassbar graue Monotonie. Trotz Dauerregen, legt sich eine drückende, fast schon bedrückende Hitze über diese Stadt, die alles einfach wahnsinnig schwermütig macht. Vermutlich waren es genau solche Tage, an denen The Antlers die Songs für ihr neues Album „Familiars“ geschrieben haben. The Antlers, einst ein Soloprojekt des Sängers Peter Silberman, der wie viele Musiker vor ihm mit Musikmachen began, um mit einer Lebenskrise fertig zu werden. Zwei selbst produzierte Alben später waren The Antlers um zwei Musiker ergänzt und zu einer Band zusammengewachsen. Der Sound war immer schon traurig und melancholisch, dabei aber trotzdem irgendwie leicht und hoffnungsvoll. Obwohl The Antlers aus Amerika kommen, klingen sie mehr wie eine dieser Bands aus dem hohen Norden Europas. Auch das neue Album „Familiars“ weicht nicht von diesem Grundtenor ab. Schön, schmachtend und ausdrucksstark, den Weltschmerz in jedem Ton, jeder gesungenen Silbe spürend. Das ist „Familiars“. Nicht unbedingt neu. Stört aber auch nicht. Schön, dass nicht jeder sein Band-Rad neu erfinden will.

(Mariella)

7/10

 

NAPE – „Read My Mind“

NAPE

NAPE – Read My Mind

Label: Setalight Records
VÖ: 13.06.2014

Genre: Stoner-Grunge (eigentlich ein Pleonasmus, ich weiß)
Klingt wie: The Gaslight Soundgarden Anthem auf Urlaub in Violent Soho

Die Cottbuser NAPE haben ihren zweiten Langspieler in Brasilien aufgenommen, singen von „Sugar, Alcohol and Huge Orgasm‟ und spielen Riffs, wie sie im Seattle der 90er an der Tagesordnung waren. Dennoch haben wir es hier nicht mit einer schnöden Grunge-Revival-Abklatschtruppe zu tun, sondern mit vier jungen Herren, die dem Ganzen einen frischen Anstrich verpassen. Die Querverweise und Bezüge auf die vergangene Zeit, sowie die alten Helden schweben zwar immanent über „Read My Mind‟, dominieren aber nicht. Hier kommen viele Einflüsse auch aus der jüngeren Vergangenheit und werden gekonnt vereint. Manchmal merkt man kurz, dass sie noch nicht so lange dabei sind und noch „am Anfang‟ stehen, an anderer Stelle könnte das aber genauso gut ihr zwölftes Album nach 25 jähriger Bandgeschichte sein. Dem steht auch nichts mehr im Wege, wenn sie so weitermachen, wie sie hier angefangen haben.

(Fred)

7/10

 

Lana Del Rey – „Ultraviolence“

Lana Del Rey

Lana Del Rey – Ultraviolence

Label: Universal
VÖ: 13.06.2014

Genre: Indie-Pop
Klingt wie: elfengleicher Gesang gemischt mit gutem Gitarrensound

Wer erfolgreich ist, der hat auch Feinde. Lana Del Rey sorgte mit ihrem Vorgängeralbum „Born To Die“ durchaus für positives Aufsehen, zugleich aber auch für Kritik. Die gute Lana muss sich den Vorwurf gefallen lassen, künstlich, aufgesetzt und mit einem Hang zur Theatralik ausgestattet zu sein. Ihr neuestes Werk „Ultraviolence” bringt da nicht viel Anderes. Das gewohnt langsame Tempo und eine gefühlvolle, fast schon weinerliche Gesangsstimme sind mal wieder tonangebend. Der große Dan Auerbach, seines Zeichens Produzent der Black Keys, hat bei diesem Langspieler seine Griffel mit im Spiel. „Ultraviolence“ wirkt keineswegs eintönig und langweilig. Grund dafür sind die auerbachschen Gitarren, die neben den gewohnten Streichern und Synthesizern für Abwechslung sorgen. Auch wenn die Musik der Del Rey als Mädchenmusik verschrien sein mag: Mir egal, das Album weiß zu gefallen und optisch ist die Dame sowieso weit vorne.

(Stefan)

7/10