Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit The Raveonettes, Beatsteaks, Rhonda, Angus & Julia Stone und Blues Pills!

 

The Raveonettes – „PE’AHI“

The Raveonettes - Pe'Ahi

The Raveonettes – Pe’Ahi

Label: The Raveonettes, LTD.
VÖ: 22. Juli 2014

Genre: Noise Rock
Klingt wie: ein bittersüßer Trancezustand 

Musik machen, aber viel weniger Touren und endlich mal ein bisschen zur Ruhe kommen. Kurz um: Kürzer treten! Das waren Sune Rose Wagners Worte als ich die Raveonettes vor zwei Jahren zum Interview in Berlin traf und mir Sune entschlossen von ihren Zukunftsplänen erzählte. Tja, zwei Jahre später veröffentlicht das dänische Duo ohne große Vorankündigung ihr siebtes Studioalbum, gehen ab August auf große Tour und somit wäre alles wieder beim Alten. Allerdings scheinen die beiden Raver die innere Ruhe mehr denn je gefunden zu haben und diese unter der kalifornischen Sonne auch so richtig zu leben. Das spiegelt sich nicht nur im Umgang mit der Veröffentlichung und Verbreitung der Platte, sondern auch in der Musik selbst wider. ‚Pe’ahi‘ ist so, wie man es von den Raveonettes gewöhnt ist. Verträumte, melancholische Texte, liebliche Stimmen gepaart mit einer Reihe gewaltiger Geräuschexplosionen. Et voilà, und das Raven geht weiter.  Ich kann mir nicht helfen. Ich mag das einfach. Rave On!

(Mariella)

7/10

 

Beatsteaks – „Beatsteaks“

Beatsteaks - Beatsteaks

Beatsteaks – Beatsteaks

Label: Warner Music International (Warner)
VÖ: 01.08.2014

Genre: Alternative/Punk Rock
Klingt wie: Ein cremiger Eisbecher mit Knusperstücken, der etwas lange in der Sonne stand

Eine Platte, die nicht viele Worte braucht, um empfundenen Durchschnitt auszudrücken. Durchgehend stimmig und durchaus groovy tanzbar, voller smoother (Sommer)songs – dabei jedoch leider auch etwas weichgespült und schwermütig. Zugute halten muss man der Platte, wie mühelos Sänger Arnim mit seinem melodischen Gesang jedem Song eine tiefergehende Stimmung vermittelt. Mit „Up on the Roof“ kommen die Herren dann doch nochmal “Back to the Roots”! Man wünscht sich jedoch wieder mehr rotzigen Punk-Rock (DNA und Wicked Witch sind aber doch schon ein solider Anfang).

(Fanny)

5/10

 

Rhonda – „Raw Love“

Rhonda - Raw Love

Rhonda – Raw Love

Label: PIAS
VÖ: 28.07.2014

Genre: Bossa Nova, Neo-Soul
Klingt wie: Ich möchte gerne wie Amy Winehouse klingen, hab dafür aber nicht genug Innovationsfaktor und wenn ich mit Sharon Jones & the Dap-Kings assoziiert werde, freu ich mich

Das Album ‚Raw Love‘ von der aus Hamburg und Bremen stammenden Band Rhonda klingt im ersten Moment wie die perfekte Musik für ein Kindercafé. Im zweiten Moment klingt sie immer noch so. Der Langspieler, bestehend aus 11 (mit Bonus Track 12) Tracks ist sehr stetig – stetig im Sinne von „es gibt weder Höhen noch Tiefen“. Das Album plätschert so durch die Boxen und ist ganz nett, beeindruckt aber nicht. Der Ansatz des Ganzen ist wirklich angenehm, da die Platte klingt, als würden Rhonda wirklich versuchen ihr eigenes Ding zu tun. Wahrscheinlich fehlt da aber noch die Sicherheit zu Provokation und der Experimentierfreudigkeit. Es ist eben alles sehr geradlinig und daher irgendwie langweilig. Auch die Texte sind nicht sonderlich tiefgründig oder interessant. Aber die Lieben haben sicherlich Potential.

(Larissa)

4/10

 

Angus & Julia Stone – “Angus & Julia Stone”

Angus & Julia Stone - Angus & Julia Stone

Angus & Julia Stone – Angus & Julia Stone

Label: EMI
VÖ: 01.08.2014

Genre: Indie Singer Songwriter
Klingt wie: Folk-Pop für laue Sommernächte

Klingt nett, also ich meine nicht „kleiner-bruder-von-scheisse-nett“, sondern wirklich nett, „nehme-ich-zum-chillen-mit-in-den-Paaak“-nett. Still, aber auf jeden Fall eingängig, mit mitsumm Potential. 13 Songs bestehend aus leichten aber bestimmten, melancholisch-sommerlichen Gitarrenklängen und Stimmen, die man irgendwie eher in Richtung Island einordnen würde und nicht unbedingt Australien, wo die Geschwister herkommen. Wie dem auch sei – sehr zu empfehlen, schönes Album. Endlich mal wieder ein Gespann dessen musikalische Qualität in den letzten Jahren nicht nachgelassen hat. Meine persönliche Verzehr Empfehlung: Am besten irgendwo am Wasser (Balkon geht auch klar), bei Sonnenunter- oder Aufgang mit nem Glas Wein zu genießen.

(Lana)

8/10

 

Blues Pills – „Blues Pills“

Blue Pills - Blue Pills

Blue Pills – Blue Pills

VÖ: 25. Juli 2014
Label: Nuclear Blast

Genre: Retro-Blues-Rock
Klingt wie: Eine kleine Zeitreise

Bevor das erste Album erschien, hatten sich die schwedischen Bluesrock-Wunderkinder bereits eine beträchtliche Fanbase, große Festivalauftritte, eine Rockpalastaufzeichnung und damit durchaus beachtlichen Erfolg erspielt. Da jetzt nicht mehr viel Luft nach oben bleibt, steht die Frage im Raum, ob sie dieses Level auch beibehalten können. Fürs erste Album schaffen sie das problemlos. Die Riffs und Licks sind frisch, obwohl sie allesamt dem angestaubten Bluesrock-Genre entstammen. Die Frontfrau der Truppe bringt eine ordentliche portion Druck in der Stimme mit, weiß aber auch verrucht und sexy zu klingen. Alle vier Songs ihrer ersten EP sind auch auf dem Album vertreten – das jedoch in neuem „Ep“wand, wodurch trotz einiger bekannter Titel das ganze Album spannend bleibt. Ob die Luft damit bereits raus ist, oder ob sie auch darüber hinaus noch so abliefern können, wie bisher, zeigt sich dann bei Album Nummer zwei.

(Fred)

7/10