Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Joe Bonamassa, Alt-J, Clueso und Aphex Twin!

 

Joe Bonamassa – „Different Shades Of Blue“

Joe Bonamassa - Different Shades Of Blue

Joe Bonamassa – Different Shades Of Blue

Label: J & R Adventures
VÖ: 19.09.2014

Genre: Blues(-rock)
Klingt wie: Blues zu klingen hat

Wir haben es hier mit einem Genre zu tun, dass in der aktuellen Popkultur selten das Prädikat „funky fresh“ oder „der heißeste Scheiß“ aufgedrückt bekommt. Eher so Altherren-Musik, die man zwar anerkennen muss, weil darauf viel aufbaut, aber anhören will sich die faltigen Männer dann doch niemand. Joe Bonamassa ist einer der jungen Garde, die dem Blues neues Leben einhauchen. Ohne die Wegbereiter aus dem Blickwinkel zu verlieren, liefert er diesmal ausschließlich Eigenkompositionen ab und beweist, dass sich Blues nicht immer auf der Stelle und um neuinterpretierte Standards drehen muss. Von seinem virtuosen Gitarrenspiel muss man gar nichts erzählen, das ist gemeinhin bekannt, aber er weiß seine Fertigkeiten gezielt einzusetzen und spult nicht nur die Skills ab. Die Produktion ist insgesamt etwas pompöser, als auf den Vorgängeralben und fährt mit Bläsereinsatz und Pianobeteiligung einen dicken Sound auf.

(Fred)

7/10

 

Alt-J – „This Is All Yours“

Alt-J - This Is All Yours

Alt-J – This Is All Yours

Label: Infectious Music / [PIAS] Cooperative
VÖ: 19.09.2014

Genre: Indie Rock, Alternative
Klingt wie: ein gut klingender Kirchenchor

Das ist doch immer so. Man entdeckt eine neue Band. Man lernt sie hören und kurz darauf auch lieben. Die Songs brennen sich in deine Playlisten ein, werden zum Soundtrack eines Lebensabschnittes und untermalen die Bilder in deinem Kopf. Dann folgt der mediale Hype, der große Aufstieg und bei einem selbst die Befürchtung, dass es das war, mit der guten Musik. Die Nachricht des neuen Albums löste bei mir Panik und Freude aus. Und die Angst, dass am Ende, wie schon so oft davor, Ersteres überwiegen könnte. Doch die Jungs aus Leeds enttäuschen nicht. Sie schließen vielmehr da an, wo sie mit ihrem grandiosen ersten Album aufgehört haben. Viel verändert hat sich dabei nicht. Muss es aber auch gar nicht. Ist ja erst die zweiten Platte. Wieder gibt es ein Konzept, wieder einen roten Faden, der sich durch das ganze Album zieht und die Geschichte von Anfang bis Ende erzählt. Fast wie ein Hörbuch, das man nicht mehr abschalten möchte.

(Mariella)

8/10

 

Clueso – „Stadtrandlichter“

Clueso - Stadtrandlichter

Clueso – Stadtrandlichter

 

Label: Universal
VÖ: 19.09.2014

Genre: Hip Hoppiger Pop mit ein bisschen Reggae
Klingt wie: Clueso halt

An diesem glorreichen Tag veröffentlicht ein gewisser Herr namens Thomas Hübner seinen Langspieler Stadtrandlichter. Ja, ihr habt richtig gehört, der Halunke, der sich nach Inspektor Clouseau benannt hat, schrieb in letzter Zeit einfach mal so 17 Tracks. Wie sie sich anhören? Genauso wie man Clueso in Erinnerung hat. Texte die entweder DEIN Leben vertexten oder DICH nerven, weil DU absolut nicht empfänglich für diese semiintellektuelle Tiefgründigkeit bist. Im Endeffekt klingt Stadtrandlichter so wie Clueso immer klingt – weder spektakulär noch langweilig, sondern durchaus ergiebig, sobald man sich drauf einlässt. Mr. Hübner lädt zu einer Reise in seine Welt ein. Im Großen und Ganzen handelt es sich um Stimmungsmusik.

(Larissa)

6 1/2 / 10

 

Aphex Twin – „Syro“

Aphex Twin

Aphex Twin – „Syro“

Label: Warp
VÖ: 19.09.2014

Genre: Elektro
Klingt wie: Computerspielmusik aus den 80ern

Der britische Elektronik-Produzent Richard D. James aka Aphex Twin veröffentlicht 13 Jahre nach seinem letzten Album eine neue Platte. Der Langspieler hört auf den Namen Syro und hat 12 komisch klingende Titelnamen. Beispiele? Hier bitte: 4 bit 9d api+e+6 und fz pseudotimestrech+e+3 sind nur eine kleine Auswahl. Der Opener, Minipops 67, gibt sofort die Richtung vor:  Elektro und eine Unmenge an Synthesizern. Die Beats  werden oft gebrochen und sind sehr vertrakt. Der Basssound kommt in einem Uptempo daher. Auf die Dauer wirkt Syro jedoch ein wenig anstrengend. Vermutlich bin ich auch einfach nicht zu tief mit dem Genre verwurzelt.

(Stefan)

3/10