Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Thea Hjelmeland, Julian Casablancas + The VoidzCaribou, Thom York und Element Of Crime!

 

Thea Hjelmeland – „Solar Plexus“

Thea Hjelmeland

Thea Hjelmeland – „Solar Plexus“

Label: Phonofile / Rough Trade
VÖ: 26.09.2014

Genre: Alternative
Klingt wie: Soap & Skin, Soley, Cat Power und ein wenig Norah Jones

Sie sieht aus wie eine Elfe, sie klingt wie eine Elfe und sie kommt aus Island…ähm nein, falsch aus Norwegen. Thea Hjelmeland kommt aus dem schönen Norwegen. Tut jetzt aber eigentlich nicht viel zur Sache, außer, dass mich ihre Musik ab und zu an so manche isländische Band erinnert. Soundtechnisch klingt das nämlich alles sehr nach dem hohen Norden, gemischt mit ein bisschen Paris, nach langen Reisen und viel Melancholie. Alles sehr lieblich mit einem gewissen Hang zur Dramatik. Was den Gesang betrifft muss man hohe, weibliche Stimmen schon mögen, um es gut hören zu können. Ein Album für einen kalten, regnerischen Herbsttag vorm Kamin oder mit ganz viel Tee im Bett und einem guten Buch. Kann man definitiv mal machen.

(Mariella)

7/10

 

Julian Casablancas + The Voidz  –  “Tyranny”

Julian Casablancas +The Voidz

Julian Casablancas +The Voidz

Label: Cult Records
VÖ: 23.09.2014

Genre: Alternative
Klingt wie: eine konsequente Weiterführung des Erstlingswerkes

Nach Soloalbum Nummer Eins (Phrazes For The Young) aus dem Jahre 2009 steht nun der Nachfolger in den Plattenläden. Zugegeben, Tyranny ist keine wirkliche Soloplatte. Für sein neues Werk hat sich Julian Casablancas, uns allen bestens bekannt als Frontman der unglaublichen The Strokes, The Voidz als Begleitband mit ins Boot geholt. Während sich die restlichen alten Bandmitglieder wohl mehr oder weniger auf die faule Haut legen, weiß der gute Julian anscheinend nicht wohin mit seinen kreativen Eingebungen. Tyranny wirkt zuweilen experimentell und enthält Elemente aus vielen Bereichen: Von Elektro, Punk und Industrial dringt  auch guter alter Garage-Rock in die Ohren. Autotune und eine Vielzahl an Filter sind jedoch vorbestimmend. Wenn man das erste Soloalbum und die letzten beiden Strokes-Platten (Comedown Machine und Angles) weiterdenken will, so ist Tyranny ein ohne Rücksicht auf Verluste weitergeführter Prozess, der alles auf seine eigene Art zusammenfügt. Die trashig wirkenden Anfänge des aktuellen Langspielers fordern den Zuhörer ein kleinwenig zum Durchhalten auf. Die Geduld wird jedoch belohnt: Die Stücke „Where No Eagles Fly“ und „Johan Von Bronx“ offenbaren ein wohlbekanntes Gefühl an die früheren Werke der Strokes. Die Sehnsucht nach neuen, an das Album Is This It anknüpfenden Werken der Strokes bleibt jedoch erhalten – man kann sogar soweit gehen und behaupten: Casablancas schafft es, diese noch mehr zu schüren.

(Stefan)

6/10

 

Caribou – „Our Love“

Caribou

Caribou – „Our Love“

Label: City Slang
VÖ: 03.10.2014

Genre: Experimental Electronica
Klingt wie: Four Tet auf Speed und Röyksopp auf Morphium

Caribou wurde in London geboren. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein britisches Rentier, sondern um den Kanadier Daniel Victor Snaith. Seine Geburtsstadt liegt in der kanadischen Provinz Ontario und eigentlich ist das auch gar nicht so wichtig. Wichtiger hingegen ist das neueste Album dieses Mannes, das er Our Love genannt hat. Zu finden sind darauf zehn entspannte Electronica Tracks. Die Songs treffen genau die Mitte zwischen tanzbarer Dynamik und tiefenentspanntem Downtempo. Richtig ausrasten lässt es sich dazu zwar nicht, aber man schläft auch nicht ein, wenn das Album einen regnerischen Herbstabend untermalt. „Mars“ ist etwas anstrengend, aber da das der einzige wirkliche Kritikpunkt bleibt, geht das schon so in Ordnung. Kurz gesagt: Es ist gut geworden.

(Fred)

8/10

 

Thom York – „Tomorrows Modern Boxes“

Thom York

Thom York – „Tomorrows Modern Boxes“

Label: BitTorrent
VÖ: 26.09.2014

Genre: Radiohead
Klingt wie: Thom York

Dazu muss man nicht viel sagen. HÖREN UND LIEBEN!

Bewertung gibt es auch keine, weil nicht nötig!

(Mariella)

 

 

 

Element Of Crime – „Lieblingsfarben und Tiere“

Element Of Crime

Element Of Crime – „Lieblingsfarben und Tiere“

Label: Universal Music
VÖ: 26.09.2014

Genre: Deutschpop/-rock
Klingt wie: Eine Fahrradtour durch Deutschland

Ich glaube mit Element of Crime ist es so, wie mit Rosenkohl. Entweder man mag (und liebt) sie, oder eben nicht. Viel Platz für Kompromisse scheint es dabei nicht zu geben. Insofern kann ich nun allen Liebhabern sagen: Atmet durch und keine Panik. Element of Crime haben ihre Sache wiedereinmal gut gemacht. Egal, ob Sven Regener von Dosenravioli, seinen Mordgelüsten oder der Farbe des Hauses gegenüber singt, das macht (Hör-)Spaß, zwingt einem des Öfteren ein „Ha, das finde ich auch“-Lächeln auf die Lippen und ist so schön nah am Leben. Wie immer verpackt in angenehm-eingängige Schunkel-Melodien. Was bei anderen vielleicht peinlich wäre, geht bei dieser Band total klar. Lieblingsfarben und Tiere ist wie ein leichter Schwipps, so ganz beiläufig an einem Spätsommertag. Ich mag das.

8/10

(Mariella)